In einem Gastbeitrag sprach Comicautor Mark Millar über Zack Snyders Superman-Streifen Man of Steel und teilte mit, dass ihn die Gewalt im Film so verstört habe, dass er mit Huck einen lebensbejahenden, optimistischen Comic im Stile der klassischen Amblin-Produktionen aus den 80ern schaffen musste, um sein Trauma zu bewältigen.

Man of Steel - Mark Millar: Man of Steel war so brutal, dass ich traumatisiert wurde

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Man of Steel war Millar zu brutal
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Zack Snyders Man of Steel war für viele der bessere Superman-Film im Vergleich mit Bryan Singers Superman Returns. Der düstere Ansatz passt auch besser zum geplanten DC-Universum von Warner Bros.. Und dennoch gab es Kritikpunkte. Die größte Kritik war die unnötige Gewalt, die abseits der Kamera geschah. Die Verwüstung in Metropolis und der Einsturz der Wolkenkratzer. Es war zwar grunsätzlich nichts davon zu sehen, aber unter realen Bedingungen müssen beim finalen Kampf zwischen Superman und General Zod Abertausende ihr Leben verloren haben. Ein Superman, der derart verantwortungslos handelt? Schlimmer noch, ein Superman, der tötet?

Selbst Comic-Gewalt muss Grenzen haben

Dies thematisierte Comicautor Mark Millar in einem Gastbeitrag auf GamesRadar. Der Trend zum düsteren Stoff sorge dafür, dass auch die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. So sehr, dass es im Prinzip keinen Unterschied mehr gibt. Millar gibt zu, dass er selbst nicht gerade vorbildlich agiere, wenn es um Gewaltspitzen gehe. Schließlich ist er bekannt für Kick-Ass, Kingsman, Wanted und verlieh etablierten Superhelden Bei Marvel Comics einen realistischeren Touch. Doch auch er finde, dass es gewisse Grenzen geben müsse.

"Im Sommer 2013, am Vatertag, habe ich Superman dabei zugesehen, wie er einen bösen Kerl geschlagen und ihm das Genick gebrochen hat", so Millar. "Natürlich verstehe ich die Logik in dieser Szene und es ergibt im Kontext des Films auch einen Sinn, da der Bösewicht halb Metropolis zerstört und Hundertausende von Menschen umgebracht hat. Aber selbst dann. Das war Superman. Das war ungefähr so, als hätte man gesehen, wie Sylvester die Katze endlich Speedy Gonzales in die Finger kriegt. Oder Elmer Fudd, der Bugs Bunny wegballert. Ich habe Superman als Kind nicht wegen seinem Potential für tödliche Lösungen geliebt, sondern, weil er alles tun konnte, was er wollte und sich dennoch für das Gute entschieden hat. Das war schon immer die Moral eines Superhelden-Comics für mich."

Millar führt weiter aus, dass jeder Superheld für etwas Positives stand. Wonder Woman für das Ende des Krieges, Batman für das Leid von Kindern, die ohne Eltern aufwachsen (Familie als Thema) und Superman, der das Leben und die Menschen zu schätzen weiß. Selbst Kinohelden wie Han Solo und Indiana Jones sowie Captain James T. Kirk wählten meistens einen friedlichen Weg, um Hindernisse zu überwinden. Wobei hier noch immer die Frage existiert, ob Han Solo zuerst geschossen hat. Ihm sei klar, dass Superhelden auch immer ein Abbild des jeweiligen Zeitgeistes seien, doch diese enorme physische und psychische Brutalität habe ihn dazu bewogen, gemeinsam mit Zeichner Rafael Albuquerque einen neuen Comic zu schaffen - Huck.

Man of Steel - Mark Millar: Man of Steel war so brutal, dass ich traumatisiert wurde

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Als Trauma-Bewältigung erschuf Mark Millar den Comic Huck
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Huck ist das Beste aus der Amblin-Zeit

Millar führt an, dass Superhelden während der Zeit der Großen Depression erfunden wurden, um die Menschen aufzuheitern und sie wenigstens für eine kleine Weile ihre Sorgen vergessen zu lassen. Und das sei auch sein Ziel mit Huck, seinem neuen Comic, den er gemeinsam mit Zeichner Rafael Albuquerque auf der Image Expo 2015 in San Francisco vorstellte. Darin geht es um einen Kleinstadt-Kerl mit Lernproblemen, der dafür Unglaubliches leisten kann.

"Er ist der anständigste Kerl, den ihr jemals in einem Comic gesehen habt. Ein großer Kerl, der einfach nur anderen Leuten helfen will und es heimlich tut, damit niemand auch nur bemerkt, dass er existiert. Es ist der ultimative Wohlfühl-Comic", so Millar.

Albuquerque fügt hinzu, dass sie das Feeling alter Amblin-Produktionen der 80er einfangen wollten. Steven Spielbergs Produktionsfirma war in den 80ern verantwortlich für Filme wie Gremlins, Falsches Spiel mit Roger Rabbit, die Zurück in die Zukunft-Trilogie, die Goonies und E.T. - Der Außerirdische.

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