Mittlerweile dürften die Erwartungen bezüglich Zack Snyders Superman-Reboot Man of Steel bei vielen ins Unermessliche gestiegen sein. Auch bei Regisseur J.J. Abrams. Und das, obwohl sein eigenes Treatment Superman Flyby von Warner Bros. verworfen wurde. In einem Interview mit Empire erklärt er, worum es in seiner Version gegangen wäre und wieso er sich dennoch auf Man of Steel freue.

Man of Steel - J.J. Abrams spricht über sein verworfenes Treatment zu Superman Flyby

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Wie hätte wohl J.J. Abrams' Superman ausgesehen?
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Abrams, der mittlerweile alle Hände voll zu tun hat mit seinen 'Star Wars'- und 'Star Trek'-Projekten, hatte ursprünglich ein Treatment verfasst, in dem er stärker auf Kal-El/Clark Kents inneren Kampf mit seinen eigenen Kräften einging.

"Die Sachen, die ich in der Story hervorheben wollte, waren, dass wenn die Kents diesen Jungen, Kal-El, mit den Kräften, die er besaß, gefunden hätten, hätte er sie mit größter Wahrscheinlichkeit ohne weiteres töten können und dass diese Eltern erkannt hätten, dass sie ihm sofort beibringen müssten, sich und seine Kräfte zurückzuhalten und nicht so schnell, nicht so stark und nicht so mächtig zu sein - vorausgesetzt sie hätten lange genug überlebt."

"Das Resultat daraus wäre, psychologisch gesehen, eine Angst vor sich selbst gewesen, Selbstzweifel und die Scham vor dem, wozu man in der Lage wäre," so Abrams. Dies hätte zu einem faszinierenden psychologischen Profil eines erwachsenen Clark Kents geführt, der nicht vorgab Clark Kent zu sein, sondern tatsächlich Clark Kent gewesen wäre. Jemand, der diesen Charakter angenommen hätte und nicht in der Lage oder nicht willens wäre, zu akzeptieren, wer er ist und welches Schicksal ihn erwartete.

"Die Idee im Film war die, dass er Superman wurde, weil er erkannte, dass er sich seine Kräfte und das, was er immer war, schlussendlich eingestehen musste. Ich weiß nicht, ob dies der Weg von Zack und Chris (Nolan) ist, aber es sieht danach aus, als sei das Teil ihrer Idee und ich kann es kaum erwarten, diesen Film zu sehen."

Sein Skript zu Superman Flyby reichte J.J. Abrams übrigens bereits 2002 ein. Brett Ratner hätte Regie führen sollen und Schauspieler wie Josh Hartnett, Ashton Kutcher, Brendan Fraser, Paul Walker und Jude Law wurden für die Rolle des Superman kontaktiert. Superman Flyby sollte ursprünglich bereits 2004 in die Kinos kommen und wäre bei entsprechendem Erfolg zu einer Trilogie ausgebaut worden. Doch keiner der Darsteller sagte zu, was wahrscheinlich unter anderem am "Superman-Fluch" gelegen haben könnte.

2003 sprang Ratner vom Projekt ab und McG wurde engagiert, der unter anderem Shia LaBeouf als Superman und Johnny Depp als Lex Luthor besetzen wollte. Nachdem auch McG aufgrund von Differenzen aus dem Projekt schied, bekundete zwar Abrams Interesse daran, sein Skript selbst zu verfilmen, doch Warner Bros. engagierte Bryan Singer, der das Drehbuch verwarf und schließlich 2006 Superman Returns in die Kinos brachte.