Superman war immer ein Pfadfinder, eine Figur, die zu gut war, als dass sie besonders interessant wäre. Er war zu stark, als dass ihm irgendein Gegner wirklich zu schaffen machen könnte. Ein Übermensch, losgelöst von der Welt, in der er lebt.

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Man könnte dies auch über Zack Snyders „Man of Steel“ sagen, allerdings besitzt seine Version des Stählernen etwas, das anderen Interpretationen abgeht: Er macht Superman menschlich greifbar. Und das, ohne zu vernachlässigen, was eine Superheldengeschichte auch auszeichnet: grandiose Action.

Clark Kent (Henry Cavill) hilft den Menschen, hält sich aber im Hintergrund. Als er der Reporterin Lois Lane (Amy Addams) das Leben rettet, beginnt sie mit Recherchen über diesen Mann, der unglaubliche Dinge vollbringen kann. Sie findet ihn auf einer kleinen Farm in Kansas, erkennt aber, dass das Geheimnis dieses Mannes gewahrt werden muss.

Schon bald darauf muss Superman sich der Welt gegenüber offenbaren, denn Verbrecher seiner zerstörten Heimatwelt Krypton sind zur Erde gekommen. General Zod fordert von den Menschen die Auslieferung des Sohns von Jor-El. Doch ihm geht es um mehr als nur darum, des Sohns seines Erzfeindes habhaft zu werden. Zod verfolgt einen weit größeren Plan, der Milliarden das Leben kosten könnte …

Man of Steel - Der größte Superheldenfilm aller Zeiten

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Alle Rollen sind super besetzt. Die deutsche Schauspielerin Antje Traue liefert eine besonders gute Vorstellung ab.
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Der Ursprung, aber pointiert

„Man of Steel“ ist ein Neuanfang des Superman-Mythos. Dementsprechend muss es auch seine Entstehungsgeschichte geben, aber Autor David Goyer bedient sich hier einer ganz anderen Struktur. Er beginnt die Geschichte mit einem erwachsenen Clark Kent und zeigt mit kurzen, aber wichtigen Rückblicken, wie der Mann wurde, wer er heute ist.

Besonders wichtig sind dabei auch Kevin Costner und Russell Crowe, die seinen menschlichen und kryptonischen Vater spielen. Costners Rolle ist klein, aber er gibt der Figur den moralischen Kodex mit auf den Weg, der Superman für alle Zeiten bestimmt. Und wichtiger noch: Er hat eine fulminante letzte Szene, die Gänsehaut über den Rücken jagt. Sie ist vielleicht der beste Moment dieses an einprägsamen Momenten wahrlich nicht armen Films.

Crowe hat wiederum mehr zu tun, schon allein deswegen, weil die ersten 15 Minuten Kampf um Krypton und die Vernichtung der Welt sind. Snyder inszeniert schon hier mehr Action als alle anderen Superman-Filme zusammengenommen. Er beweist, dass er es versteht, filmisch groß zu denken. Was in dieser Eingangssequenz passiert, wäre bei vielen anderen Filmen das Finale.

Alte Zöpfe abschneiden

„Man of Steel“ weist den Mut auf, Neuerungen in den Superman-Mythos zu integrieren. Am auffälligsten ist natürlich, dass Lois die wahre Identität von Superman im ersten Drittel herausfindet. Das sorgt auch für eine ganz andere Dynamik zwischen den beiden Figuren und lässt das ausgetretene Verwirrspielchen, dem sich Superman früher immer hingeben musste, um Lois‘ Verdacht zu zerstreuen, außen vor.

Packshot zu Man of SteelMan of Steel

Auch in anderer Hinsicht gibt es Neuerungen, so etwa auch die Herkunft von Supermans Kostüm, das früher noch von seiner Mutter genäht wurde, hier aber einen Teil seiner kryptonischen Herkunft darstellt.

Superhelden-Action, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat, aber keineswegs nur ein Effektspektakel, sondern ein höchst dramatischer Film, der den Superman-Mythos modernisiert.Fazit lesen

Ungeahnte Kämpfe

„Man of Steel“ kommt Zack Snyders Stärken entgegen. Er ist exzellent darin, großartige Bilder zu erschaffen. Nur eigene Geschichten zu entwickeln, das ist nicht sein Ding, wie „Sucker Punch“ zeigte. Wenn er aber mit einer guten Geschichte arbeitet, kann er sie noch größer aussehen lassen. Und noch weit wichtiger: Snyder hat ein natürliches Gespür dafür, wie man Action inszeniert. Er kreiert dabei Bilderwelten mit hohem Wow-Faktor.

Man of Steel - Der größte Superheldenfilm aller Zeiten

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Der beste Superheldenfilm aller Zeiten?
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Supermans Kampf gegen die Kryptonier ist so energetisch und dynamisch, dass dagegen alle bisherigen Superheldenfilme klein aussehen. Die Kryptonier setzen ihre Kräfte auf eine Art ein, wie man sie noch nicht gesehen hat. Es gab zuvor schon Filme, in denen Helden flogen und Kämpfe im dreidimensionalem Raum stattfanden, aber selbst Neo gegen Agent Smith im dritten Matrix-Film ist nichts gegen das, was „Man of Steel“ zu bieten hat.

Dabei ist der Film alles andere als eine Krawallorgie. Er bietet Unmengen an Action, aber er lebt auch von seinem menschlichen Drama, das emotional immens aufgeladen ist. Selbst die Schurkenfigur ist charakterlich ausgearbeitet und nicht nur ein Vorzeigebösewicht. Zods Motivation ist – das zeigt sich am Ende – absolut nachvollziehbar.