Schon 1997 sollte Arnold Schwarzenegger im Kino gegen eine mit aggressiven Viren infizierte Meute kämpfen, doch die aufwändig geplante Neuverfilmung von „I am Legend“ scheiterte (und wurde später mit Will Smith produziert). Im postapokalyptischen Zombiefilm „Maggie“ verzweifelt der einstige Superstar jetzt aber doch noch an einer Pandemie, die ihm vor allem seine Tochter zu entreißen droht.

Maggie - Zombie-ClipEin weiteres Video

Ein Familiendrama. Mit Zombies.

Der Film ist weder Action- noch Horrorspektakel, sondern ein meditatives (und darin ebenso faszinierendes wie manchmal auch albernes) Melodram über Familie und Tod (oder den Tod der Familie, genau genommen). Das alles in Bildern, die an Terrence Malick gemahnen. Und einem beachtlich trostlosen Tonfall, der das Zombiegeschehen Richtung Arthaus verschiebt.

Maggie - Schwarzenegger und Zombies – kommt da zusammen, was zusammen gehört?

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Arnold Schwarzenegger begleitet Filmtochter Abigail Breslin beim quälend langsamen, aber unaufhaltsamen Dahinsiechen.
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Schwarzenegger spielt einen verwitweten Mann, er trägt den schönen Namen Wade Vogel. Zusammen mit seiner Tochter Maggie – von der zombiefilmerprobten „Little Miss Sunshine“ Abigail Breslin als melancholischer Teenager angelegt – hat sich dieser Wade Vogel eine neue Familie gesucht. Ist glücklich wiederverheiratet, angesehener Farmer, Papa dreier Kinder.

So zumindest vermitteln es von Sonnenlicht gebrochene Rückblenden, die der Film assoziativ zwischen die traurigen Gesichter seiner Figuren montiert. Denn „Maggie“ beginnt dort, wo alles schon verloren scheint: im Krankenhaus und mit einer tödlichen Diagnose, nachdem Wades Tochter den bissigen Attacken ihrer neuerlich hochvirulenten Zeitgenossen nicht entkommen konnte.

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Maggie begleitet einen gleichaltrigen Leidensgenossen. Trübe werdende Augen und hervortretende Adern leiten das letzte Stadium der Infektion ein.
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Über die Hintergründe der Pandemie gibt Regiedebütant Henry Hobson – getreu der zuverlässig Modell stehenden Zombiefilme von George Romero – keine genaueren Auskünfte. Im Fernsehen heißt es, nach dem Ursprung des Virus werde geforscht. Bislang aber wisse man nur, dass es mehrere Stadien und keine Aussicht auf Heilung gebe. Am Ende, so die Ärzte, sei eine Giftspritze die einzige Lösung.

Willkommene Abwechslung

Die Tristesse des Films also leitet sich aus dem Fatalismus seiner Geschichte ab: Wenn Maggie die letzte, mit einem unstillbaren Hunger auf lebendes Fleisch verbundene Phase der Infektion erreicht, droht ihr eine Abschiebung ins Quarantänegebiet. Dort sind alle Betroffenen sich selbst überlassen, die Verabreichung des tödlichen Cocktails steht auf der Tagesordnung.

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Schauspielerische Herausforderung: Schwarzeneggers spielt eine nachdenkliche, an Gott und der Welt verzweifelnde Figur.
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Dieses Schicksal möchte Wade seiner Tochter verständlicherweise ersparen. Er nimmt sie vorschriftswidrig mit nach Hause, hofft auf Besserung, vielleicht auch ein Wunder. Die religiösen Anklänge sind verhalten, aber gegenwärtig. Nachts streift Wade gedankenverloren über ein Kornfeld oder sitzt stundenlang regungslos im Auto. Seine Ehefrau betet zu Gott, Wade scheint das bereits aufgegeben zu haben.

„Maggie“ nutzt sein zu melancholischer Schwerfälligkeit umgedichtetes Zombiethema als eine Metapher über Zerfall – sowohl körperlich (in der unaufhaltsamen und immer drastischere Versehrtheit zu Tage fördernden Krankheit von Maggie), als auch gesellschaftspolitisch (das brache Land, in dem der Film spielt, ist symbolträchtig von Rauchwolken und Graupeln überzogen).

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Der Film erscheint bei uns am 28.08.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Für Arnold Schwarzenegger ist die Rolle eine willkommene Abwechslung. Sie verlässt sich nicht auf die welke Physis ihres Stars, macht dessen Erscheinung aber ungemein produktiv, wenn in der Handlungs- und Rettungsunfähigkeit seiner Figur alle tumben körperlichen Restkräfte wirkungslos erscheinen. Gegen derarte Viren kann kein Muskelpaket etwas ausrichten.

Zwar stößt Schwarzenegger hier nicht selten an seine schauspielerischen Grenzen, wenn er manchmal arg bedröppelt zu Boden schaut. Doch entwickelt „Maggie“ durchaus konsequente Ansätze für eine mögliche Spätkarriere des in die Jahre gekommenen Stars. Schade also, dass er ihn erstmal nicht weiter verfolgen, sondern in seinen kommenden Filmen vor allem auf Altbekanntes setzen wird.

Maggie - Bilder aus dem Zombie-Drama

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