Drei Jahre sind vergangen. Wie im Abspann von „Machete“ versprochen, ist der Action-Held zurück. Machete tötet wieder, und das größer, feister, derber als beim letzten Mal. Damit nicht genug: Bei „Machete Kills“ gibt es deutlich mehr Starpower, auch wenn viele der bekannten Gesichter nur kleine Rollen spielen. Und die Geschichte ist sehr viel größer. Damit wirkt sie nun jedoch wie eine Parodie auf James Bond, garniert mit einer Prise „Expendables“.

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Machetes (Danny Trejo) Partnerin Sartana (Jessica Alba) wird von einem Vermummten ermordet, als dieser eine Rakete in seinen Besitz bringt. Nur wenig später erhält Machete vom Präsidenten der Vereinigten Staaten (Charlie Sheen) eine Aufgabe: Er soll einen Mann namens Mendez ausschalten, der gedroht hat, Washington mit der Rakete in Schutt und Asche zu legen, wenn die USA nicht in Mexiko einmarschieren und den Drogenkartellen das Handwerk legen.

Machete, der mit der Agentin Miss San Antonio (Amber Heard) zusammenarbeitet, macht sich auf nach Mexiko, wo er Mendez jedoch nicht liquidieren kann. Dieser hat eine effektive Lebensversicherung, die dafür sorgt, dass Machete ihn sogar beschützen muss, wenn andere ihm den Garaus machen wollen. Ein Kopfgeld wird auf Machete und Mendez ausgesetzt, der ehemalige Federale jagt dem Strippenzieher Voz (Mel Gibson) nach und der Himmel ist das Limit. Buchstäblich.

Ab in den Weltraum

Am Ende des ersten Films wurden gleich zwei Sequels angekündigt. Der dritte Film sollte Machete dann in den Weltraum bringen. Nun hat Robert Rodriguez sich geäußert, dass er eigentlich nicht beabsichtigt, auch noch einen dritten Film zu drehen. Die Zuschauer enttäuschen wollte er aber auch nicht.

Machete 2: Machete Kills - Super-Machete rettet die Welt!

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Machete ist wieder da. Und mit ihm ein riesiger Cast an bekannten Leuten: Mel Gibson, Charlie Sheen, Jessica Alba, Amber Heard...
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Darum ist dem Hauptfilm ein Trailer für „Machete Kills Again … in Space“ vorangestellt, der durchaus Laune macht, ist das doch Science-Fiction, wie sie in den 70er Jahren war: schrill, laut und mit absolut hanebüchenen Kostümen. Selbst einen Laserschwertkampf gibt es. Naja, Laser-Machetenkampf.

Nach dieser Weltraumeinstimmung geht es dann zurück in die normale Welt. Nur: So richtig normal ist hier nichts. War schon der erste Film ein total überdrehter Action-Hauer, bei dem das Wörtchen „Realismus“ nicht mal entfernt in Gedanken kommen würde, so dreht Rodriguez hier noch mal gehörig auf. Er liefert im Grunde eine brachiale Parodie auf James-Bond-Filme mit ihren Welteroberer/-vernichter-Schurken.

Im Besonderen scheint man sich auf „Moonraker“ verlegt zu haben, der eine ähnliche Geschichte und einen ähnlichen Schurken hat, nur dass Mel Gibson noch viel überdrehter ist. Denn sein Voz ist ein Visionär im wahrsten Sinne des Wortes. Er kann die Zukunft sehen, aber dann macht ihm natürlich ein gewisser machetenschwingender Mexikaner einen Strich durch die Rechnung.

Episodenhaft

Eine richtig gute Geschichte hat „Machete Kills“ nicht. Er ist auch nicht im klassischen Sinne spannend. Das kann er gar nicht sein, denn Machete ist praktisch unverwundbar. Ob man ihn nun aufhängt oder wie ein Sieb durchlöchert, er steht immer wieder auf. Lediglich die holden Schönen in seiner Nähe beißen öfter mal ins Gras, aber auch das ist nicht das, was man als spannend bezeichnen würde.

Packshot zu Machete 2: Machete KillsMachete 2: Machete Kills

Actionreich, das ist „Machete Kills“ schon. Tatsächlich wird hier geschossen und gesprengt, dass es die reinste Freude ist. Das im Übrigen noch beeindruckender, weil auch ein SF-Gadget wie eine Waffe zum Einsatz kommt, die das Innere nach außen stülpt.

Nummernrevue mit teilweise brillanten Ideen. Auch wenn nicht alles am Film funktioniert, macht er in seiner überdrehten Art doch Spaß.Fazit lesen

Ernst nehmen kann man das natürlich nicht mehr, das sollte aber auch gar nicht mehr das Ziel sein. Rodriguez‘ Plan war es offenbar, einen derart abgehobenen Film zu inszenieren, dass er mit seinen überraschenden und derben Wendungen am ehesten noch mit einer Troma-Produktion vergleichbar ist, nur größer und aufwendiger.

Ein bisschen erinnert das alles auch an die „Expendables“. Einerseits, weil mit Danny Trejo und Mel Gibson Filmrentner einander bekämpfen, andererseits, weil alles immer ironischer und überdrehter wird. Aber immerhin: So hat man Mel Gibson noch nie gesehen. Als Schurken, aber auch als einen Typen, der scheinbar nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.

Machete 2: Machete Kills - Super-Machete rettet die Welt!

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Star Wars über alles

„Machete Kills“ wirkt weniger wie eine Verbeugung vor dem Grindhouse-Kino der 70er Jahre. Er zitiert aus ganz anderen Ecken. „Star Wars“ und „Star Trek“ kommen hier ein paar Mal zum Zug, und das längst nicht nur im Space-Trailer vor dem Hauptfilm. Grandios ist das Gefährt, das Voz sein Eigen nennt. Es lässt das Herz eines jeden Star-Wars-Fans aufgehen!

Aber nicht nur das sind knackige Bonmots im Film, auch die Verbeugung vor klassischem 3-D („Setzen Sie jetzt Ihre 3-D-Brillen auf!“) ist für mehr als nur ein Schmunzeln gut.

Schlicht grandios ist Rodriguez‘ Idee, eine Figur von vier Schauspielern darstellen zu lassen. Auftragskiller El Cameleon ist ein Meister der Verwandlung. So sieht er zuerst wie Walt Goggins, dann wie Cuba Gooding Jr., schließlich wie Lady Gaga und zu guter Letzt wie Antonio Banderas aus.