In den USA trug der Film den Namen „Age of the Hobbits“, in Deutschland will man eher eine Verbindung zu „Der Herr der Ringe“ aufbauen, auch wenn „Lord of the Elves“ samt und sonders abstrus ist. Denn Elben (oder auch Elfen) gibt es nicht, wohl aber Halbwüchsige, auch wenn das hauptsächlich Jugendliche und Kleinwüchsige sind.

Wes Geistes Kind der Film ist, ist überdies vollkommen klar. Die Billigschmiede The Asylum hat mal wieder zugeschlagen und will sich an „Der Hobbit“ heranhängen. Mit ihren Mockbustern, die ähnliche Titel und ähnliche Cover wie die großen Filme haben, versucht man, Trash-Fans und unkundige Käufer anzulocken.

Mit dem Hobbit, wie man ihn aus den Tolkien-Verfilmungen kennt, hat dieser Film nichts zu tun. Vielmehr geht es um ein mittlerweile ausgestorbenes Menschenvolk, dessen Überreste auf einer Insel entdeckt wurden. Da ihre natürliche Umgebung klein war, wurden diese Menschen im Verlauf der Evolution auch immer kleiner. Wissenschaftler tauften diese Spezies auf den Namen Hobbits. Und eben diese Hobbits stehen im Mittelpunkt des Films.

Vor langer Zeit leben die friedlichen Hobbits in ihrem kleinen Dorf, werden jedoch von den bösen Java-Menschen angegriffen. Diese kommen auf Drachen geritten, um die Hobbits zu versklaven. Der junge Goben kann zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester fliehen. Sie suchen Hilfe bei den Giganten – großen Menschen –, um den Aufenthaltsort der Java-Menschen zu finden und die anderen Hobbits zu befreien. Menschen und Hobbits arbeiten nun zusammen, um dem Guten zum Sieg zu verhelfen.

Lord of the Elves - Das Zeitalter der Halblinge - Age of Hobbits: Echter Troll-Dung im Tolkien-Fahrwasser

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Eine unerwartete Reise...
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Probleme für Asylum

The Asylum wurde schon öfter verklagt, weil man Artwork und Titel von großen Filmen zu sehr kopierte. Bisher ging es glimpflich aus, diesmal hat die Firma jedoch eine Niederlage eingesteckt. Denn Warner ging gegen den Film vor und fand einen Richter, der die Argumentation von Asylum nicht akzeptieren wollte. Dort redete man sich damit heraus, dass dies eben die Geschichte des Hobbit-Volks ist, wobei der Terminus bei Anthropologen benutzt wird und damit auch nicht als Trademark geschützt ist.

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Doch weit gefehlt: Das Gericht sah es anders und erklärte, die Firma versuche offenbar, das Copyright von Warner zu verletzen und auszunutzen. Das Ende vom Lied: Unter dem Namen „Age of the Hobbits“ durfte der Film nicht auf den Markt kommen. In den USA heißt er nun „Clash of the Empires“.

Die Billigheimer von Asylum schrecken auch vor Hobbits nicht zurück.Fazit lesen

Monster auf der Halbling-Insel

„The Lord of the Elves“ ist ein typischer Asylum-Film. Das heißt, er ist jenseits von Gut und Böse. Nun könnte man sagen, er ist so schlecht, dass er schon wieder gut ist. Aber auch das trifft es nicht. Eigentlich ist er traurig.

Man muss bedenken: Erzählt wird hier ein 08/15-Abenteuer, bei dem ein paar wilde Stämme einander bekämpfen. Das ist an sich ja noch in Ordnung, immerhin bewegt man sich in B-Movie-Gefilden. Aber die technische Umsetzung ist wirklich erschreckend. Offenbar steht für einen Asylum-Film weniger Geld als für eine Eigenproduktion des Syfy Channels zur Verfügung.

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Macht aber nichts, denn der Film säuft sehr schnell ab.
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Das hielt die Macher aber auch nicht auf, Drachen und andere Monster in diesem Film einzubauen. Natürlich mit CGI-Effekten, die so erbärmlich schlecht sind, dass man sich vor Unglauben nur die Augen reiben kann. Vermutlich war von dem minimalen Budget einfach kein Geld mehr vorhanden, um Effekte oder Ausstattung halbwegs überzeugend zu gestalten. Immerhin musste man ja zwei Stars bezahlen.

Was ist nur aus Teal’c geworden?

Man ist es beim Syfy Channel gewohnt, dass Altstars von Science-Fiction-Serien ein Gnadenbrot finden. Aber dass ein Mann wie Christopher Judge es nötig hat, nach zehn Staffeln „Stargate: SG-1“ und mehreren Fernsehfilmen in einer solchen Travestie mitzuwirken, ist wirklich tragisch. Er sticht in „The Lord of the Elves“ wie ein Fremdkörper heraus, denn auch wenn er kein überragender Schauspieler ist, ist er zumindest eine Präsenz. Die überstrahlt den ganzen Film, der ansonsten wie Laientheater wirkt.

Übrigens gibt es noch ein weiteres bekanntes Gesicht: Bai Ling. Die ist aber als Schauspielerin nicht besonders erfolgreich, weswegen man bei ihr den Asylum-Auftritt versteht.