Zeitreisen haben es in sich. Mit ihnen gehen eigentlich immer Paradoxa einher. Darum fängt man am besten gar nicht erst damit an, darüber zu reden, denn sonst macht man den ganzen Tag nichts anderes. Das lässt Autor und Regisseur Rian Johnson eine seiner Figuren sagen. Er umgeht damit auch geschickt, dass die Probleme, die mit Zeitreisen einhergehen, seine Geschichte überlagern.

Stattdessen interessiert sich Johnson mehr für die Problematik sich selbst erfüllender Prophezeiungen und die Frage, was man tun kann, um einen sich schließenden Kreis zu brechen. Immerhin geht es in „Looper“ um nichts anderes: Enden, die zum Anfang zurückkehren.

Im Jahr 2044 sind Zeitreisen noch nicht erfunden. 30 Jahre später aber schon. Natürlich werden sie verboten, aber das organisierte Verbrechen umgeht das Verbot – für einen ganz speziellen Zweck. In der Zukunft kann man Leichen kaum noch verschwinden lassen, darum werden Menschen, die sterben sollen, in die Vergangenheit geschickt, wo ein sogenannter Looper sie schon erwartet und tötet.

Die Looper werden gut bezahlt, aber ihr Ende ist vorprogrammiert. Denn der Deal sieht vor, dass man ihre älteren Versionen irgendwann aus der Zukunft zurückschickt. Sie müssen sich dann selbst töten, damit keine offenen Enden übrig bleiben.

Eine clevere Geschichte, die den Aspekt der Zeitreise aufgreift, sich aber mehr dafür interessiert, ob ein Mensch seinem Schicksal entgehen kann – und welchen Preis er dafür bezahlen muss.Fazit lesen

Joe (Joseph Gordon-Levitt) ist ein Looper, der sein Geld zusammenhält und irgendwann nach Frankreich gehen will. Als ihm der ältere Joe (Bruce Willis) geschickt wird, kommt dieser nicht gefesselt an und stürzt sich auf sein jüngeres Ich. Der alte Joe schlägt den jungen Joe nieder und verschwindet. Damit hat der junge Joe ein Problem. Denn wenn jemand seinen Loop nicht beendet, ist sein Leben keinen Pfifferling mehr wert. Während Joe nun also versucht, sein älteres Ich unter die Erde zu bringen, sind seine Auftraggeber hinter ihm her …

Looper - Ein und derselbe Mann – Todfeinde fürs Leben

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Willis spielt ebenso großartig wie Joseph Gordon-Levitt.
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Zweimal Willis?

Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willis spielen dieselbe Figur, nur 30 Jahre jünger bzw. älter. Würde man gemeinhin denken, dass beide Schauspieler nicht allzu viel Ähnlichkeit miteinander haben, so wird man schnell eines Besseren belehrt – und das liegt ganz und gar nicht daran, dass man Gordon-Levitt eine künstliche Nase verpasst hat, die der von Willis gleichkommt.

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Vielmehr hat Gordon-Levitt offenbar sehr genau viele von Willis‘ älteren Filmen studiert und dabei dessen Manierismen und Schauspiel analysiert. Seine Mimik gleicht der von Willis, und das so sehr, dass man wirklich das Gefühl hat, eine jüngere Version des alt gewordenen Action-Stars vor sich zu haben.

Überraschungen

Schon mit seinem Debütfilm „Brick“, in dem auch Gordon-Levitt die Hauptrolle spielte, zeigte Johnson, dass er Geschichten innerhalb klar abgesteckter Genres erzählen, aber Konventionen aufbrechen und etwas ganz Eigenes daraus machen kann. Genauso verhält es sich nun auch mit „Looper“, dessen Trailer erfreulicherweise nicht alle Überraschungen eiskalt serviert, so dass man bei Sichtung des Films tatsächlich ein paar Überraschungen erlebt.

Dabei nutzt Johnson diese nicht als Deus ex machina, sondern baut sie homogen in die Geschichte ein. Er erschafft eine Zukunft, die sich nicht so sehr von unserer Zeit unterscheidet, aber doch Eigenständigkeit besitzt. Manches ist Retro, anderes futuristisch – in seiner Gesamtheit wirkt es überzeugend.

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Bis sie sich beide gegenüber sitzen.
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Er weiß, was er tut

Ein faszinierender Aspekt des Duells zwischen jungem und altem Joe ist, dass die ältere Version einen Vorteil hat. In dem Moment, in dem sein jüngeres Ich nämlich etwas macht, weiß er es, weil er sich daran erinnert. Wenn ein Gedanke in die Tat umgesetzt wird, ist er nicht mehr diffus und wird für die alte Version des Menschen zur Erinnerung.

Das nutzt „Looper“ effektiv, um die Balance auszuhebeln, allerdings wird auch dem jungen Joe ein Vorteil eingeräumt. Er kann im Grunde verändern, was sein älteres Ich erlebt hat. Das ist ein interessantes Phänomen der Zeitreiseproblematik, die recht frisch ist, da dies in anderen Filmen noch nicht nennenswert ausgebreitet wurde.