Looper – Filmkritik

Ein und derselbe Mann – Todfeinde fürs Leben

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Profilbild von Peter OsteriedPeter Osteried
03.10.2012

Zeitreisen haben es in sich. Mit ihnen gehen eigentlich immer Paradoxa einher. Darum fängt man am besten gar nicht erst damit an, darüber zu reden, denn sonst macht man den ganzen Tag nichts anderes. Das lässt Autor und Regisseur Rian Johnson eine seiner Figuren sagen. Er umgeht damit auch geschickt, dass die Probleme, die mit Zeitreisen einhergehen, seine Geschichte überlagern.

Eine clevere Geschichte, die den Aspekt der Zeitreise aufgreift, sich aber mehr dafür interessiert, ob ein Mensch seinem Schicksal entgehen kann – und welchen Preis er dafür bezahlen muss.FazitStattdessen interessiert sich Johnson mehr für die Problematik sich selbst erfüllender Prophezeiungen und die Frage, was man tun kann, um einen sich schließenden Kreis zu brechen. Immerhin geht es in „Looper“ um nichts anderes: Enden, die zum Anfang zurückkehren.

Im Jahr 2044 sind Zeitreisen noch nicht erfunden. 30 Jahre später aber schon. Natürlich werden sie verboten, aber das organisierte Verbrechen umgeht das Verbot – für einen ganz speziellen Zweck. In der Zukunft kann man Leichen kaum noch verschwinden lassen, darum werden Menschen, die sterben sollen, in die Vergangenheit geschickt, wo ein sogenannter Looper sie schon erwartet und tötet.

Die Looper werden gut bezahlt, aber ihr Ende ist vorprogrammiert. Denn der Deal sieht vor, dass man ihre älteren Versionen irgendwann aus der Zukunft zurückschickt. Sie müssen sich dann selbst töten, damit keine offenen Enden übrig bleiben.

Joe (Joseph Gordon-Levitt) ist ein Looper, der sein Geld zusammenhält und irgendwann nach Frankreich gehen will. Als ihm der ältere Joe (Bruce Willis) geschickt wird, kommt dieser nicht gefesselt an und stürzt sich auf sein jüngeres Ich. Der alte Joe schlägt den jungen Joe nieder und verschwindet. Damit hat der junge Joe ein Problem. Denn wenn jemand seinen Loop nicht beendet, ist sein Leben keinen Pfifferling mehr wert. Während Joe nun also versucht, sein älteres Ich unter die Erde zu bringen, sind seine Auftraggeber hinter ihm her …

Screenshot zu: Ein und derselbe Mann – Todfeinde fürs LebenWillis spielt ebenso großartig wie Joseph Gordon-Levitt.

Zweimal Willis?

Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willis spielen dieselbe Figur, nur 30 Jahre jünger bzw. älter. Würde man gemeinhin denken, dass beide Schauspieler nicht allzu viel Ähnlichkeit miteinander haben, so wird man schnell eines Besseren belehrt – und das liegt ganz und gar nicht daran, dass man Gordon-Levitt eine künstliche Nase verpasst hat, die der von Willis gleichkommt.

Vielmehr hat Gordon-Levitt offenbar sehr genau viele von Willis‘ älteren Filmen studiert und dabei dessen Manierismen und Schauspiel analysiert. Seine Mimik gleicht der von Willis, und das so sehr, dass man wirklich das Gefühl hat, eine jüngere Version des alt gewordenen Action-Stars vor sich zu haben.

Überraschungen

Schon mit seinem Debütfilm „Brick“, in dem auch Gordon-Levitt die Hauptrolle spielte, zeigte Johnson, dass er Geschichten innerhalb klar abgesteckter Genres erzählen, aber Konventionen aufbrechen und etwas ganz Eigenes daraus machen kann. Genauso verhält es sich nun auch mit „Looper“, dessen Trailer erfreulicherweise nicht alle Überraschungen eiskalt serviert, so dass man bei Sichtung des Films tatsächlich ein paar Überraschungen erlebt.

Dabei nutzt Johnson diese nicht als Deus ex machina, sondern baut sie homogen in die Geschichte ein. Er erschafft eine Zukunft, die sich nicht so sehr von unserer Zeit unterscheidet, aber doch Eigenständigkeit besitzt. Manches ist Retro, anderes futuristisch – in seiner Gesamtheit wirkt es überzeugend.

Screenshot zu: Ein und derselbe Mann – Todfeinde fürs LebenBis sie sich beide gegenüber sitzen.

Er weiß, was er tut

Ein faszinierender Aspekt des Duells zwischen jungem und altem Joe ist, dass die ältere Version einen Vorteil hat. In dem Moment, in dem sein jüngeres Ich nämlich etwas macht, weiß er es, weil er sich daran erinnert. Wenn ein Gedanke in die Tat umgesetzt wird, ist er nicht mehr diffus und wird für die alte Version des Menschen zur Erinnerung.

Das nutzt „Looper“ effektiv, um die Balance auszuhebeln, allerdings wird auch dem jungen Joe ein Vorteil eingeräumt. Er kann im Grunde verändern, was sein älteres Ich erlebt hat. Das ist ein interessantes Phänomen der Zeitreiseproblematik, die recht frisch ist, da dies in anderen Filmen noch nicht nennenswert ausgebreitet wurde.

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Inhalt
  • 1Zweimal Willis?
  • FFazit
Kommentare 20
Gast
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Gastbuba03.03.2013 22:16
Der Film ist nur enttäuschend weil das Ende so billig ist. Er erschießt sich einfach... na toll. So billig. Und dann ist der Film aber auch tatsächlich zu Ende. Traurig.
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GastFlo14.10.2012 16:08
Habe den Film gestern gesehen.
Völlig unlogisch:
Er erschießt sich am Ende, sein älteres Ich wirkt folglich nicht zurück geschickt, da tot und daher sollte in der Folge auch die ganze Geschichte nie geschehen sein, aber die Frau behält trotzdem ihre Schrammen und das Auto liegt auch noch mit dem Gold drin auf dem Feld.
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GastRita06.10.2012 23:52
Hab den Film gerade gesehen und bin wohl einer der wenigen, der den Film nicht so berauschend fand. Er war nicht schlecht aber auch nicht wirklich super, halt nette Abendunterhaltung. Den Film mit Inception zu vergleichen finde ich aber aus meiner Sicht eine Beleidigung für Inception. Die Loop Story war in meinen Augen dafür viel zu platt und enthielt aus meiner Sicht so gravierende Fehler, dass es unrealistisch wurde. Auch die Längen im Film, die mich zum auf die Uhr schauen gebracht haben, machten den Film seh langatmig und im Gegenteil zu manch anderen empfand ich diese Stellen als völlig unwichtig für die Handlung. Für mich so ein typischer nicht im Kino sondern abends im TV schauen als nette Unterhaltung. Da ich aber mit meiner Meinung wohl in der Minderheit bin, will ich nicht empfehlen den Film nicht zu sehen, sondern hoffe das alle anderen die ein Ticket Lösen auf ihre Kosten kommen.
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RelvanRelvan05.10.2012 18:06
einer der besten Filme des Jahres, geht und löst ein ticket ihr werdet nicht enttäuscht
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GastArnemann04.10.2012 21:52
Der Vergleich mit Inception passt in jedem Fall. Looper ist sicherlich ein ganz eigenes, richtig gutes SciFi-Drama. Das spannende ist übrigens, dass die Handlung aufgrund der wirklich interessanten Grundidee bis zum Ende offen bleibt.
Wer einen Film wie Inception gemocht hat wird hier definitiv nicht enttäuscht.

Wie bereits erwähnt: Ganz auflösen kann der Film die Problematik der Zeitreisen nicht. Das muss er aber auch gar nicht, weil er sich viel mehr für die Figuren interessiert.
Und fast alle Fragen oder Befürchtungen in den Kommentaren werden durch die Handlung nachvollziehbar aufgelöst.
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AladanAladan04.10.2012 19:44
Danke für die Review, wird geschaut ;-)
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GastNubsi04.10.2012 16:54
Lyasa schrieb:
könnten der alte und der junge nicht einfach zusammenarbeiten und sämtliche probleme durch das
könnten der alte und der junge nicht einfach zusammenarbeiten und sämtliche probleme durch das wissen des alten aushebeln?


Hmm, der weiß doch 100% noch die Lottozahlen der nächsten Woche :)
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LyasaLyasa04.10.2012 16:30
könnten der alte und der junge nicht einfach zusammenarbeiten und sämtliche probleme durch das wissen des alten aushebeln?

der film bietet aber in jedem fall mal einen netten ansatz ;)
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GastSnoopylein04.10.2012 15:50
Willkommen in der Welt des Zeitreiseparadoxons. Im Endeffekt laufen alle Geschichten/Filme mit dieser Thematik auf das gleiche Problem.

Die Filmkritik klingt prinzipiell recht reizvoll. Werde mir den Film aber wohl eher im Heimkino zu Gemüte führen, wenn er auf BluRay rauskommt.
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GastNubsi04.10.2012 15:08
Peter Osteried schrieb:
Das jüngere Ich existiert schon weiter. Bis zu dem Moment, da er das Alter des älteren Ichs
Das jüngere Ich existiert schon weiter. Bis zu dem Moment, da er das Alter des älteren Ichs erreicht und in die Vergangenheit geschickt wird.

Von dem Moment an, in dem er sein älteres Ich kalt macht, weiß der Looper im Grunde, wie alt er werden wird.


Na Moment! Er kann sein älteres ich töten UND sein Leben ab dem Zeitpunkt als Looper verändern und trotzdem älter werden! Er würde sogesehen sein zukünftiges ich 2x auslöschen.
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DesmondHumeDesmondHume04.10.2012 12:59
Er darf sich nur selbst nicht von seinem älteren Ich töten lassen, aber warum sollte der das auch tun?
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Peter OsteriedPeter Osteried04.10.2012 12:39
Gast schrieb:
Wenn er sein älteres "ICH" erschiesst, dürfte er aber doch auch nicht mehr existieren, denn er
Wenn er sein älteres "ICH" erschiesst, dürfte er aber doch auch nicht mehr existieren, denn er tötet ja quasi seine Zukunft ?


Das jüngere Ich existiert schon weiter. Bis zu dem Moment, da er das Alter des älteren Ichs erreicht und in die Vergangenheit geschickt wird.

Von dem Moment an, in dem er sein älteres Ich kalt macht, weiß der Looper im Grunde, wie alt er werden wird.
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GastGast04.10.2012 12:30
Wenn er sein älteres "ICH" erschiesst, dürfte er aber doch auch nicht mehr existieren, denn er tötet ja quasi seine Zukunft ?
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DesmondHumeDesmondHume04.10.2012 11:54
Na gut, wenn es dafür einen Grund gibt, steckt vielleicht ja doch mehr dahinter. Vielleicht gebe ich dem Filme eine Chance.
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Peter OsteriedPeter Osteried04.10.2012 11:52
DesmondHume schrieb:

Warum war Bruce Willis nicht gefesselt? Ein Versehen? Sollte dann nicht passieren.


Da gibt's schon einen Grund für.
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StegatchStegatch04.10.2012 11:31
Ich denke mal die Idee mit dem Zettel und dem Kind würde nicht funktionieren. Weil: denk mal an den "ButterflyEffekt". Der Mensch würde dann gar nicht existieren, um mit ihm iwelche Geschäfte zu machen und danach noch töten. Also würden die Auftraggeber von dem Ziel nicht mal was wissen usw...
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DesmondHumeDesmondHume04.10.2012 11:16
Zeitreisen sind verboten und Leichen kann man kaum verschwinden lassen. Das steht jetzt so mal da. Ist das kompliziertere der beiden wirklich das verschwinden lassen von Leichen? Kann man denn nicht die Leichen in die Vergangenheit schicken?

Ich finde es einfach seltsam, dass man Leute in die Vergangenheit schickt, um sie dort umbringen zu lassen, anstatt dass man sich selbst darum kümmert, und dann auch weiß, was Sache ist. Und nicht das Risiko eingehen, dass jemand die Vergangenheit zu deinen Ungunsten ändert. Warum war Bruce Willis nicht gefesselt? Ein Versehen? Sollte dann nicht passieren.

Und wenn es mehrere Looper gibt, warum schickt man den auszuschaltenden Looper zu sich selbst? Was bedeutet keinen Pfifferling mehr wert? Wird der Looper dann in der Vergangenheit umgebracht?

Nein, ich kucke mir keine Dogma-Filme an, und ich finde es auch nicht schlimm, wenn es ein bisschen unrealistisch wird. Aber wenn unglaubwürdig ist, damit habe ich ein Problem.

Die Grundidee war doch nur: Was, wenn ein Killer sich selbst umbringen müsste, und dies auch könnte (in dem Fall sein späteres Selbst). Die Zeitreise hat man sicher dazu konstruiert. Aber wie gesagt, meine Frage war, ob der Film wirklich so gut sein kann. Ich lasse mich gerne überraschen, aber wenn ich den Film durch sowas nicht ernst nehmen kann, wird das nichts.
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GastElgareth04.10.2012 10:31
DesmondHume schrieb:
Die Grundidee ist doch völlig schwachsinnig, kann der Film dann wirklich so gut ein?


Was ist an der Grundidee so schwachsinnig? Das Grundprinzip ist doch garnicht so verkehrt und fast "schlüssig". Dadurch, dass die alten Looper erschossen werden, nicht die jungen, würde das ja durchaus funktionieren (auch wenns irgendwie einfacher wäre, einfach einen Zettel mit Namen zurückzuschicken, und den späteren Feind als Kind zu ermorden...?) Naja, Zeitreisen in die Vergangenheit können eben keiner ernsthaften Hinterfragung standhalten.

Aber ich dachte es wäre nur ein weiterer Action-Film mit leichtem Twist ala Surrogates...das Review klingt ja ganz vielversprechend.
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Peter OsteriedPeter Osteried04.10.2012 10:29
Na klar.

Außer du kuckst nichts anderes als Dogma-Filme, weil die schön realistisch sind.
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DesmondHumeDesmondHume03.10.2012 16:55
Die Grundidee ist doch völlig schwachsinnig, kann der Film dann wirklich so gut ein?
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Looper
Looper FilmplakatRegie: Rian JohnsonGenre: Science FictionFilmstart: 03.10.2012
Spieldauer: 118 min
Darsteller:Jeff Daniels, Paul Dano, Emily Blunt, Joseph Gordon-Levitt, Bruce Willis
Jetzt kaufen ab 5,99 €
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