Nicht nur Kultregisseur John Carpenter kam Luc Bessons Lockout bekannt vor, als der Sci-Fi-Actionfilm 2012 in die Kinos kam. Ein Pariser Gericht hat seiner Klage nun stattgegeben und somit steht fest: Lockout ist ein Plagiat des 1981er Kultfilms Die Klapperschlange.

Lockout - Plagiatsvorwurf: Luc Besson verliert Prozess gegen John Carpenter

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Nun steht fest: Lockout ist ein Remake von Die Klapperschlange
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Der Film ist in der Zukunft angesiedelt. Ein Hochsicherheitsgefängnis, komplett von der restlichen Menschheit abgeriegelt, kein Gefangener ist jemals entkommen. Eine enorm wichtige Person ist in diesem tödlichen Territorium gefangen. Es liegt am wortkargen Ex-Regierungsangestellten, die Person da lebend wieder herauszuholen. Als Belohnung winkt ihm die Freiheit, ansonsten wird er für immer weggesperrt. Es beginnt eine wahnwitzige Actionhatz.

Kommt euch die Story bekannt vor? Richtig, das ist die Synopsis von John Carpenters 1982er Kultfilm Die Klapperschlange a.k.a. Escape from New York. Gleicnzeitig ist das aber auch die Synopsis von Luc Bessons 2012er Sci-Fi-Streifen Lockout.

Luc Bessons Produktionsfirma Europacorps produzierte den Film der Regisseure James Mather und Stephen St. Leger. Das Drehbuch verfasste das Dreiergespann ebenfalls gemeinsam. Besonders originell schien es aber nicht zu sein, tatsächlich fand John Carpenter genügend Gründe, um die Macher zu verklagen. Ein Pariser Gericht gab ihm nun recht. Während es anführte, dass Filmideen frei und die Thematik der Filme nicht urheberlich geschützt seien, gebe es jedoch Ähnlichkeiten, die nicht von der Hand zu weisen seien. In beiden Filmen sei der Protagonist ein athletisch gebauter, zynischer Rebell mit einer hochdekorierten Vergangenheit als Mitarbeiter der Regierung, der in ein isoliertes Hochsicherheitsgefängnis eindringen müsse, um den Präsidenten bzw. seine Tochter zu retten, um begnadigt zu werden. In beiden Filmen gelange er zudem mithilfe eines Flugzeugs / Raumschiffs in das Hochsicherheitsgefängnis, trifft dort auf einen ehemaligen Mitstreiter, der ums Leben kommt und rettet schließlich die Zielperson, behält aber die geheimen Dokumente, die er im Laufe des Films entdeckt.

Diese gesamten Elemente verleihen Carpenters Die Klapperschlange eine gewisse Originalität und seien von Besson für Lockout übernommen worden. Der Schauplatz und die Machart des Films seien unerheblich, da sie der heutigen Zeit und dem heutigen Stil geschuldet seien. Von daher reichen sie nicht aus, um die Filme voneinander zu unterscheiden.

Somit sei der Tatbestand der illegalen Nachahmung erwiesen, weswegen Besson und Europacorps zu einer Zahlung von 20.000 Euro an Carpenter, 10.000 an den Drehbuchautor von Die Klapperschlange sowie 50.000 Euro an den Inhaber der Verwertungsrechte von Carpenters Kultfilm verurteilt wurden.

Manche Leute behaupten ja, eine Kopie sei eine Form der Ehrerbietung. Ob das Besson auch so sieht?

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