„Es tut mir leid. Es tut mir so unendlich leid“, sagt Jeff, woraufhin Lila entgegnet: „Ja natürlich, du hast ihn ja auch vergiftet.“ Und das ist noch eine der harmloseren Szenen in „Liebe und andere Kleinigkeiten“. Ein Titel, der dem Film alles andere als gerecht wird. Er suggeriert eine typische Romcom. Die Wirklichkeit könnte jedoch nicht weiter entfernt sein. Tatsächlich ist der Film ein bizarres, düsteres Märchen von einem Anti-Helden, den man irgendwie nicht mag. Und das nicht nur, weil er einen Kleinkrieg gegen niedliche Waschbären führt.

Liebe und andere Kleinigkeiten - Deutscher TrailerEin weiteres Video

Dummer Titel, super Komödie

Jeff Lang (Tobey Maguire) hat eigentlich alles: Er ist verheiratet, hat einen Sohn, einen guten Job, ein Haus. Aber alles wackelt. Seine Frau Nealy (Elizabeth Banks) und er denken über ein zweites Kind nach, aber dafür müsste man anbauen. Das Bauamt hat das wiederum verboten. Ein Schwarzbau soll es richten.

Liebe und andere Kleinigkeiten - Tobey Maguire führt Krieg gegen Waschbären – eine absurde Komödie!

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Der Film erscheint bei uns am 03.07.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Aber was, wenn die Nachbarin Lila (Laura Linney) sie ranhängen sollte? Am besten kontert man das mit Einschleimen, was sie aber gänzlich anders versteht. Für Jeff fangen die Probleme aber erst an. Nealy hat schon ewig nicht mehr mit ihm geschlafen, Internetpornos reduzieren den Druck auch nur teilweise und die alte Freundin Rebecca (Kerry Washington) wird von ihrem Mann Peter (Ray Liotta) sexuell auch an der kurzen Leine gehalten. Es kommt, wie es kommen muss, was zu einer Kaskade neuer Probleme führt.

Des Weiteren will Jeff seinem Kumpel Lincoln (Dennis Haysbert) helfen, der eine neue Niere braucht und die Waschbären in seinem Garten treiben ihn in den Wahnsinn, seit der neue Rasen gekommen ist. Es sind die Details, die ihm mehr und mehr zu schaffen machen – bis zu dem Punkt, an dem nur noch eine Frage bleibt: Lässt sich dieses Chaos überhaupt unbeschadet überleben?

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Jeff (Tobey Maguire) und Nealy Lang (Elizabeth Banks).
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Die Absurdität des Seins

„Liebe und andere Kleinigkeiten“ ist ein ungewöhnlicher Film, der einen Drahtseilakt zwischen realistischer Geschichte und absurder Erzählung zu meistern hat, dem dies aber auch exzellent gelingt. Der Originaltitel „The Details“ ist deutlich treffender, denn es sind tatsächlich diese Details, die für immer mehr Verwicklungen und Überraschungen sorgen. Man begleitet Jeff Lang bei seiner Reise durchs eigene Leben, bei der er mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder die falschen Entscheidungen trifft und sich noch tiefer reinreitet. Es kommt der Punkt, da kann man sich kaum noch vorstellen, dass es für ihn ein Happyend geben könnte.

Tobey Maguire spielt den Arzt so mitreißend, dass man abwechselnd angewidert ist und dann doch mit ihm sympathisiert. Er gestaltet ihn als einen Mann mit dunkler Seite, was sich vor allem im Kampf gegen die Waschbären äußert (und nicht zuletzt der Freude, mit der er seiner Frau davon erzählt, wie man die Biester vergasen könnte).

Nicht vom Titel täuschen lassen, dieser Film ist eure Zeit wirklich wert!Fazit lesen

Jeff Lang ist eine moralisch fragwürdige Figur, was längst nicht nur für den großen Waschbärenkrieg gilt. Auch ansonsten fällt er Entscheidungen, die eine Identifikation schwer machen. Aber das ist der Punkt, den der Film machen will. Niemand in diesem Film ist gut oder böse, moralisch aufrecht oder verdorben, allesamt sind sie von moralisch grauen Schattierungen durchzogen.

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Blöder deutscher Titel. Im Original heißt der Film "The Detail".
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Bis in die Nebenrollen exzellent besetzt

Dass man mit einem Skript wie diesem tolle Schauspieler anlocken kann, versteht sich von selbst. Tobey Maguire war die zweite Wahl, nachdem James McAvoy terminbedingt absagen musste. Er liefert eine der besten Darstellungen seiner Laufbahn ab. Gleiches gilt für den äußerlich sehr veränderten Dennis Haysbert, der als durch und durch gute Figur erscheint, aber ebenso wie alle anderen zu Schlechtem fähig ist.

Das ist einer der großen Momente dieses Films, der immer wieder darauf abzielt, Situationen, die an sich normal sein könnten, so zu übersteigern, dass man nur schwer erahnen kann, in welche Richtung es gehen mag.

Das geht bis hin zu einem erstaunlich bitteren Ende, das man durchaus als happy beschreiben könnte, das aber einen Nachgeschmack mit sich bringt, der umso prägnanter ist, da er mit dem echten Leben korreliert. So läuft es eben tatsächlich, egal, ob man nun was Gutes oder Schlechtes getan hat.