Nach „Ride Along“ kommt nun mit „Let’s Be Cops“ also die nächste Polizei-Komödie, nur dass hier gar keine Polizisten dabei sind – zumindest nicht, was die Hauptfiguren betrifft. Während die Grundidee zumindest einen Hauch von Frische besitzt, kann man das dem Film selbst nicht unterstellen, denn der versucht ganz brachial, jeden noch so mickrigen Gag auszuwringen, aber mehr als ein halbwegs amüsiertes Schmunzeln ist dabei nur selten drin. Oftmals erwischt man sich eher dabei, einer Lektion in Sachen Fremdschämen beizuwohnen.

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Justin (Damon Wayans Jr.) und Ryan (Jake Johnson) sind 30, leben in Los Angeles und haben noch nicht viel gerissen. Ersterer arbeitet bei einer Firma, die Computerspiele produziert, aber das von ihm entwickelte „Patrolman“ will man dort nicht verlegen, letzterer ist ein brotloser Schauspieler, der mal davon träumte, Profi-Footballer zu werden, dem aber eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung machte.

Let's be Cops - Die Party Bullen - Lass uns Hirnis sein

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Der Film läuft bei uns am 08.01.2015 in den Kinos an.
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Wie der Zufall es so will, geraten sie in Polizeiuniformen auf eine Party und merken sehr schnell, dass man ihnen mit unerwartetem Respekt begegnet. Vor allem Ryan liebt das und drängt seinen Kumpel, die Polizei-Scharade weiter aufrecht zu erhalten. Justin lässt sich überzeugen, die zwei besorgen sich einen Polizeiwagen und fahren Streife. Dabei legen sie sich mit russischen Gaunern an, mit denen nicht zu spaßen ist. Aber Ryan ist fest entschlossen, den Abschaum hopszunehmen!

Verschwendetes Potenzial

Es ist nicht so, dass der Film nicht etwas hätte werden können. Die Prämisse ist ja durchaus amüsant, aber die Umsetzung lässt extrem zu wünschen übrig. Einerseits sind die beiden Hauptfiguren ausgesprochen unsympathisch gezeichnet, weswegen auch Damon Wayans und Jake Johnson, die ansonsten in Sachen Comedy ganz ordentlich sind, nichts mehr retten können, andererseits wurde hier ein Skript verfilmt, das weder eine durchgehend überzeugende Geschichte aufweist, noch ausreichend Humor besitzt.

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Leider ist der Film nicht halb so amüsant wie er sein könnte.
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Manchmal hat man das Gefühl, dass die beiden Hauptdarsteller versucht haben, zu improvisieren. Das sind die Momente, die halbwegs lustig sind. Aber zumeist sind es dümmliche Dialoge, die hier zum Besten gegeben werden. Und nicht nur das: Es gibt Szenen, die tun physisch richtiggehend weh, etwa jene, in der Wayans‘ Figur die russischen Mafiosi vor sich herumtanzen lässt!

Fehlende Dramatik

Es ist eine Komödie, aber die Geschichte hätte durchaus etwas dramatischer sein können. Immerhin geht es um was. Aber dieses Gefühl stellt sich nie ein, auch dann nicht, als einer der beiden Möchtegern-Polizisten von den Gaunern um die Ecke gebracht werden soll. Die Geschichte hätte man etwas ernsthafter anpacken, und damit auch mögliche Humorspitzen herausarbeiten können. Aber es ist nicht geschehen. Stattdessen hat man ein Werk, das zwar nur an die 100 Minuten geht, aber sich unendlich viel länger anfühlt. Zeit ist eben doch relativ. Und „Let’s Be Cops“ fühlt sich relativ lang und ziemlich langatmig an.

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Reservoir Dogs

Der eine wirklich gute Gag – und mehr ist es tatsächlich nicht – ist der Einsatz des Songs „Stuck in the Middle with You“, als die beiden Möchtegern-Cops darüber sinnieren, einen Informanten zu foltern. Da fühlt man sich sofort an Mr. Blonde aus Quentin Tarantinos „Reservoir Dogs – Wilde Hunde“ erinnert, aber der Moment vergeht im Nullkommanichts. Weitere Gags sind daraufhin Mangelware.

Abgeschmeckt wird das Ganze natürlich auch noch mit einer halbgaren Romanze. Halbgar deswegen, weil zwischen Wayans und der aus „Vampire Diaries“ bekannten Nina Dobrev keinerlei Chemie existiert. Hier hat man ein Pärchen, das völlig desinteressiert aneinander erscheint.