Eine südkoreanische Produktion, die in Tschechien gedreht wurde, mit Morgan Freeman und Clive Owen zwei bekannte Namen parat hat und gar nicht erst in die Kinos kam? Das erinnert an Outcast – Die letzten Tempelritter mit Nicolas Cage. Ganz so schlimm wie dieser ist Last Knights – Die Ritter des 7. Ordens aber nicht geworden. Nur etwas behäbig, das ist er schon.

Last Knights - Die Ritter des 7. Ordens - Official Trailer #1

Die Geschichte spielt in einem Fantasy-Reich, nicht unähnlich dem Mittelalter in Europa, aber deutlich multikultureller. Das Land wird von verschiedenen Klanfürsten geleitet, sie alle unterstehen jedoch ihrem Herrscher. Es kommt zu Konflikten und Intrigen, denen schließlich auch Bartok (Morgan Freeman) zum Opfer fällt. Sein eigener Hauptmann, Raiden (Clive Owen), muss ihn töten.

Last Knights - Die Ritter des 7. Ordens - Ritter statt Samurai

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 8/101/10
Freeman und Owen funktionieren im Film, große Klasse wird nicht erreicht.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Was danach folgt, ist die Aufteilung von Bartoks Reich. Damit geht einher, dass all seine Soldaten herrenlos geworden sind.
Aber Raiden will nicht so einfach aufgeben. Er will Rache für den Tod seines Herrn. Mit einigen Getreuen macht er sich auf, jenen zu töten, der Bartoks Untergang orchestriert hat.

Ritter statt Samurai

Wem das jetzt vertraut vorkommt, dürfte vor nicht allzu langer Zeit 47 Ronin gesehen haben, der zwar sehr frei die alte japanische Legende wiedergegeben hat, aber in Sachen Hauptdarsteller ähnlich daherkommt. Wo dort Keanu Reeves recht schlafwandelnd durch die Szenerie stiefelte, ist es hier Clive Owen. Allzu viel bewegt sich in seinem Gesicht nicht, aber zumindest hat er etwas Präsenz.

Dennoch: Schauspielerisch alle überragend ist Morgan Freeman. Der ist zwar nur gut eine halbe Stunde dabei und muss auch ein paar hanebüchene Texte zum Besten geben, wertet das Ganze dann aber doch deutlich auf.

Viele Intrigen, wenig Action

Last Knights – Die Ritter des 7. Ordens erweckt den Eindruck, ein rasanter Actionfilm zu sein. Zumindest, wenn man Cover und Trailer betrachtet. Tatsächlich gibt es Action aber erst im Finale. Das heißt: Wer Unterhaltung in erster Linie darin findet, dass sich Leute bekämpfen, wird hier nicht wirklich glücklich werden.

Packshot zu Last Knights - Die Ritter des 7. OrdensLast Knights - Die Ritter des 7. Ordens

Hauptsächlich geht es nämlich um Ränkeschmiede am Hof, um Intrigen, um verborgene Ziele und dergleichen mehr, garniert mit einem tieftraurigen Raiden, der früh zu planen beginnt, was er dem Schurken antun will.

Das ist in der Theorie nicht übel, in der Praxis aber schon recht dröge dargeboten. Das Problem des Werks ist einfach, dass man die Handlung total vorhersehen kann. Es gibt keine Überraschungen, und das längst nicht nur, weil hier einfach nur die „47 Ronin“-Geschichte variiert wird.

Last Knights - Die Ritter des 7. Ordens - Ritter statt Samurai

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 8/101/10
trotz der Abwesenheit von Samurai ist es im wesentlichen die Geschichte der 47 Ronin.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Immerhin steht der langweiligen Geschichte schöne Kameraarbeit gegenüber. Die kann zwar auch nicht für knackige Unterhaltung sorgen, lässt aber zumindest die aufwändigen Kostüme und die tollen Locations im rechten Licht erstrahlen. Darüber hinaus ist die Besetzung gut, selbst wenn die Rollen nicht immer so viel hergeben. An Atmosphäre ist hier einiges geboten, woran es letztlich hapert, ist das Drehbuch.
Das hätte einerseits origineller, andererseits deutlich flotter sein müssen. Man merkt schon, dass in Last Knights – Die Ritter des 7. Ordens ein ganz guter Film steckt, nur in der jetzigen Präsentation überträgt sich das einfach nicht.

Die Zutaten stimmen, die Mixtur schwächelt aber.Fazit lesen

Das Ende reißt etwas raus

Im Endeffekt hätte man schon weit früher mit Actioneinlagen punkten müssen. Denn das Finale weiß durchaus zu gefallen. Hier gibt es gute Choreographien, die mit packender Kameraarbeit einhergehen. Das entschädigt dann auch ein wenig dafür, dass der Anfang schon recht lahm daherkommt. Aber eben auch nur ein wenig.
Ganz das Ruder herumreißen kann auch das Finale nicht. Es zeigt nur auf, dass hier deutlich mehr drin gewesen wäre.