Eine Kickstarter-Kampagne plant, dem britischen British Board of Film Classification, der britischen Freigabe-Organisation einen Film zur Begutachtung vorzulegen, in dem es nichts anderes zu sehen gibt als eine Wand mit frischer weißer Farbe, die trocknet.

Kurioses - Filmemacher lässt britisches Freigabe-Gremium buchstäblich eine Wand anstarren

alle Bilderstrecken
Weitere Bilder zuKurioses
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/2Bild 218/2191/219
Ob die BBFC das durchsteht?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Im Gegensatz zu Deutschland besteht in Großbritannien eine Prüfpflicht für Filme, PC- und Videospiele. Das British Board of Film Classification (BBFC). Für die Prüfung eines Films muss ein Antragsteller rund 101,50 Pfund als Grundgebühr entrichten. Hinzu kommen rund 7 Pfund pro Minute. Die Prüfung eines Films mit 100 Minuten Laufzeit kostet demnach also schon 800 Pfund. Da eine Prüfung verpflichtend gilt, müssen auch selbst kleine Independent-Filmer und Dokumentarfilmer diese Gebühr zahlen. Ein hoher Betrag, wenn die Gesamtproduktion manchmal nicht einmal 5000 Pfund beträgt.

"Lassen wir sie eine weiße Wand anstarren"

Independent-Filmer und Journalist Charlie Lyne hat nun eine Kickstarter-Kampagne ins Leben gerufen, die nur ein Ziel hat: dem Prüfgremium einen Film vorzulegen, der aus nichts anderem besteht als eine Wand mit frischer weißer Farbe, die langsam trocknet. Der Passende Titel: Paint Drying.

Lyne, dessen Filmblog Ultra Culture 2011 von Sky Movies zum Blog of the Year 2011 gewählt wurde, hatte mit Beyond Clueless bereits eine Kickstarter-Kampagne erfolgreich umgesetzt. In dem Dokumentarfilm untersuchte er die Mechaniken von über 200 Teenie-Streifen.

Das Material hat Lyne bereits gedreht, sogar in 4K-Qualität. Der Mindestbeitrag beträgt 7 Pfund. Damit kann jeder Unterstützer genau eine Minuten finanzieren. Allerdings reicht Lynes Material nur bis 6057 Pfund. Übersteigt der Endbetrag diesen Wert, müsste er neues Material filmen. Dann würde er mit Paint Drying sogar Jacques Rivettes Film Out 1 von 1971 übertreffen, der mit 773 Minuten als bislang längster Film gilt, den die BBFC prüfen musste. Derzeit steht das Kickstarter-Projekt bei 4073 Pfund. Lynes Film wird mit aktuellem Stand also knapp 560 Minuten lang laufen.

Das Prüfgremium sollte sich schon mal Sitzpolster besorgen und Tee aufkochen.

Wer das Projekt ebenfalls unterstützen will, kann hier den Beitrag leisten.

Die Situation in Deutschland

In Deutschland besteht keine Pflicht zur Prüfung von Bildmaterial durch die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Nicht geprüftes Bildmaterial darf aber nur an Erwachsene verkauft werden, was dann sogar für an Kinder gerichtete Animationsfilme gelten würde, wenn sie keine FSK-Freigabe besitzen. Zudem kann das Material von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjS) indiziert werden. Filme, denen eine FSK-Freigabe verweigert wurde, können den Weg über eine Juristen-Kommission der SPIO (Spitzenorganisation der Filmwirtschaft) nehmen. Die hier erteilte SPIO/JK-Freigabe kommt einem privaten juristischen Gutachten gleich und schützt in erster Linie den Verleiher vor Strafverfolgung, sollte dem Film eine schwere Jugendgefährdung oder Gewaltverherrlichung attestiert werden.

Aus welchem Grund seid ihr auf gamona.de gelandet?

  • 791Ressort "Games"
  • 577Brüste!
  • 397Wegen der täglichen News
  • 288Ressort "Kino"
  • 219Wegen der Artikel im Allgemeinen
  • 146Ressort "Serien"
  • 144Verdammtes Google! Falsch abgebogen. Mein Fehler. Tschüss!
  • 135Um zu trollen
  • 78Aus anderen Gründen...
  • 73Trailer, Trailer, Trailer
  • 60Um die Konkurrenz auszuspähen
Es haben bisher 1915 Leser ihre Stimme abgegeben.Weitere Umfragen