Es waren einmal zwei unterschiedliche Schwestern. Beide Vampire, beide sehr attraktiv und beide hatten gerne Sex. Doch während die eine sich nach der Liebe sehnte, zerfleischte die andere ihre Partner. Und schwupp, die Story für „Kiss of the damned“ wart geboren.

Ganz richtig, denn viel mehr steckt hinter dem Regiedebüt von Alexandra „Xan“ Cassavetes nicht. Die angepriesene „verführerisch-fesselnde Vampirgeschichte“ spiegelt sich lediglich in den Bondage-Ketten, die die Protagonisten an ihrem Bett befestigt hat. Fesselnd für den Zuschauer wäre es hingegen nur, wenn man jemanden an einen Stuhl festbinden würde, demjenigen Streichhölzer zwischen die Augenlider klemmt, um ihn mit reinster Langeweile zu foltern. Doch vermutlich würde man selbst dann mit geöffneten Augen einschlafen.

Kiss Of The Damned - Zum Vampir gefickt

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Nackte Haut und Blut. Was braucht man mehr? ... Eine Story wäre ganz gut.
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Fuck of the damned

Dabei hätte man wirklich mehr aus dem Film rausholen können. Das Grundgerüst ist natürlich recht einfach gestrickt, aber darauf könnte man gut aufbauen. „Kiss of the damned“ handelt von einer typischen Vampirgeschichte: die bezaubernde Djuna (Joséphine de la Baume) wandelt seit Jahren als Vampir auf Erden.

Wie so häufig in der Vampirwelt, fühlt auch sie sich einsam. Eine romantische Beziehung zwischen ihr und einem Menschen ist nicht möglich, da sie dabei schnell ihr Vampirtrieb packt und sie ihrem Liebhaber ans Blut will.

Zu Beginn des Films lernt sie den attraktiven Paolo kennen (Milo Ventimiglia). Es scheint Liebe auf den ersten Blick, weswegen sie ihn direkt bei ihrem zweiten Treffen beim erotischen Liebesspiel in ihresgleichen verwandelt. Aber damit ist die Liebesgeschichte schon nach wenigen Filmminuten erzählt.

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Yeah. Noch mehr Sex.
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Um den Rest der Spielzeit zu füllen, schickt man Djunas Schwester Mimi (Roxane Mesquida) auf den Plan. Diese richtet sich übergangsweise häuslich in Djunas Liebesnest ein, von Geschwisterliebe allerdings keine Spur. Mimi ist die Inkarnation des Bösen und des Chaos.

Filmliebhaber bewaffnet euch: Sonnenlicht, Axt und Fackel dürften genügen, um der Langeweile den Garaus zu machen.Fazit lesen

Sie verschleppt Männer sowie Frauen und saugt diese mit Vorliebe beim Geschlechtsverkehr aus. Wir bekommen also viel nackte Haut und erotische Momente zu Gesicht, gepaart mit ein paar blutigen Halsreißern, die aber nicht der Rede wert sind.

Die FSK 16 setzt sich eher aus Sex, Sex und nochmals Sex zusammen. Denn wie wir wissen: Sex sells! Und so wirkt „Kiss of the damned“ auch eher wie ein leichter, aber langweiliger Softporno: Stupide Handlung und viel nackte Haut á la „Hey, warum hast du dein T-Shirt ausgezogen?“ „Warum schlafen wir nicht einfach miteinander?

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Und noch ein kleines bisschen mehr ... Sex.
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Können Vampire eigentlich gähnen?

Leider bleibt „Kiss of the damned“ weitgehend spannungsfrei. Anstatt dass beispielsweise mysteriöse Morde aufgeklärt werden müssen und man ein wendungsreiches Verwirrspiel einbaut, das den Zuschauer mitraten lässt, wer für die Todesserie verantwortlich sein könnte, weiß man von vornerein, dass Mimi die Killerin ist und Djuna nur in Frieden mit ihrem Paolo leben will.

Selbst, dass Mimi Paolo für einen Moment verführt, bringt keinen Höhepunkt in die zähfließenden Geschichte. „Übrigens, ich hab mit Mimi geschlafen.“ „Achso, okay. Und ich habe deinen Manager getötet.“ „Gut, lass uns nach Italien durchbrennen!

So zieht sich der Film über 90 Minuten dahin, ohne dass man jemals weiß, woraufhin das Ganze hinauslaufen soll. Es gibt keinen wirklichen roten Faden, sondern nur einzelne Story-Elemente und die Charaktere, von denen man wohlmöglich wissen möchte, was mit ihnen passiert. Aber eigentlich interessiert auch das nicht. Vorhersehbar ist das gesamte Treiben nämlich allemal.

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Hey. Keine Sexszene ... Hoffentlich.
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Selbst die diversen Nebenrollen bereichern den Film nicht. Neben Djuna und Mimi gibt es zum Beispiel noch Xenia, eine gefeierte Schauspielerin und ihres Zeichens auch Vampir-Dame, die als Oberhaupt einer blühenden Vampirgesellschaft angesehen werden kann. Sie veranstaltet gesellschaftliche Events, die aber auch überaus fad sind und philosophiert dabei in Diskussionsrunden über den Stellenwert von Vampiren in der Gesellschaft.

Was kurz interessant anmutet, ist schnell wieder vorbei und leider auch keineswegs wichtig für die Handlung. Selbst die schauspielerische Leistung und die kaum vorhandenen Effekte können das Ruder nicht herumreißen, denn auch hier befindet sich die Vampirgeschichte eher im blutleeren Raum.