Und sonst noch...
Metropia
Ein völlig durchschnittlicher Mann hört durchschnittliche Stimmen in seinem Kopf und kauft sich Shampoo, obwohl er keine Haare mehr hat. „Metropia“ ist genauso seltsam wie sein Inhalt und erschafft mal eben eine visuell schier erschlagende Dystopie von der Klasse eines George Orwell. Die hier zu sehende Animation kommt zwar aus dem Computer, doch können ihre großartigen Bilder mit nichts anderem verglichen werden. Der Film war etliche Jahre in Produktion und das Ergebnis kann sich wortwörtlich sehen lassen. Wäre die Geschichte nur etwas griffiger und etwas weniger kühl ausgefallen, müsste man hier auf die zitternden Knie fallen. In den Hauptrollen sprechen Vincent Gallo und Juliette Lewis, das Produktionsland heißt Schweden.

Prognose: am besten einen zweiten Pulli überziehen, dann kommt das Wort „Meisterwerk“ entschieden leichter über die Lippen.
The Wild Bunch
Der Peckinpah-Klassiker „The Wild Bunch“…als animierte Hommage…mit einer Gruppe Blumen, die von genetisch manipulierten Maispflanzen angegriffen wird. Hallo? Hallohallo? So etwas Beklopptes sollte sofortigen Drogenentzug nach sich führen, selbst wenn bisher lediglich ein charmantes Poster im Umlauf ist. Die Produktion findet in Israel statt (!?) und als (Original-)Stimmen sind unter anderem Abigail Breslin, Willem Dafoe und Willie Nelson zu hören.
Prognose: hat das Potential zum größten Quatsch des Jahres…aber man weiß ja nie, nicht wahr?
The Dream Machine
Kon Satoshi ist neben Hayao Miyazaki einer DER Anime-Regisseure Japans und kann z.B. mit „Paprika“ oder „Tokyo Godfathers“ in Verbindung gebracht werden. „The Dream Machine“ nun ist sein erster Film primär für Kinder, obwohl Erwachsene, ganz im Stil von Studio Ghibli, auch einiges zu staunen haben werden. Sämtliche Charaktere sind Roboter, das Ganze spielt in der Zukunft und der Stil bemüht klassische Anime-Ästhetik – selbstverständlich aber auf Kinoniveau.

Prognose: Kon Satoshi wird sich hüten, hier einen zweiten „Robots“ hinzustellen. Mindestens für Japan-Fans absolutes Pflichtprogramm!
The Illusionist
Beim Namen Sylvain Chomet leuchten die Augen von Animationsfans besonders hell: sein Debütfilm, „Das große Rennen von Belleville“, verbindet wunderbar gezeichnete Retro-Ästhetik mit viel Witz und Charme, und auch sein nächstes Projekt, „The Illusionist“, verspricht erneut viel Freude. Basierend auf dem gleichen Zeichenstil, geht es diesmal um einen glücklosen Illusionisten in einem schottischen Dorf während der Fünfziger Jahre, der von einer jungen Frau für einen echten Magier gehalten wird. Als besonderes Schmankerl: das Drehbuch stammt von niemand geringerem als Jacques Tati!

Prognose: galaktisch – wenn’s denn nicht unbedingt 3-D und sprechende Tiere sein müssen.
First Squad
Mal wieder etwas ganz anderes: ein japanischer Anime, basierend auf einem russischen Drehbuch (von Misha Shprits und Aljoscha Klimov), der von dem mit übernatürlichen Methoden geführten Kampf der Roten Armee gegen ebenso übernatürlich aufgestellte Nazis handelt. Regisseur Ashino Yoshiharu stammt aus der Studio 4C Ecke (verantwortlich z.B. für „Mind Game“ oder „Tekkon Kinkreet“), der Soundtrack kommt von DJ Krush und im Trailer wimmelt es nur so vor Hakenkreuzen und ganz viel Action. Die maximale Punktezahl für Originalität ist schon mal gesichert.

Prognose: auf keinen Fall Durchschnitt.























