Man hat schon seit geraumer Zeit nichts mehr von Actionvirtuose John Woo aus Hollywood gesehen. Doch in einem aktuellen Interview teilte er mit, dass er derzeit an zwei US-Projekten arbeitet. Und eines davon soll das Remake seines Klassikers The Killer sein.

Kino News - The Killer: John Woo plant Hollywood-Remake seines legendären Heroic Bloodshed-Streifens

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John Woo's The Killer ist einer der größten Action-Highlights aller Zeiten
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John Woo ist eine lebende Hausmarke. Kein Name steht so exemplarisch für das Action Subgenre des Heroic Bloodsheds wie der des Action-Maestros. Das Genre, das Mitte der 80er in Hong Kong durch Regisseure wie Woo, Lam geprägt und später durch Johnnie To noch weiter stilisiert wurde, hat einige der besten Actionfilme aller Zeiten hervorgebracht. A Better Tomorrow, The Killer, Hard Boiled, Full Contact, A Hero Never Dies und Exiled sollte ein jeder Actionfan gesehen haben.

Anfang der 90er Jahre siedelte Woo nach Hollywood über. Eine Entscheidung, die nicht alle Kritiker nachvollziehen können. Woo konnte zwar seine Markenzeichen in die US-Filme retten, die strengen Regulierungen, was die Gewalt angeht und das fehlende Recht auf den Final Cut merkte man den Filmen des an der engen Leine geführten Regisseurs dennoch an. Lediglich Face / Off - Im Körper des Feindes konnte an alte Erfolge anknüpfen. In den letzten Jahren arbeitete Woo daher wieder verstärkt in China. Doch das bedeutet nicht, dass er Hollywood gänzlich abgeschrieben hat.

Woo befand sich in Japan in Tokyo auf dem Tokyo International Film Festival, um den Samurai Award für seine Leistungen als Filmemacher entgegenzunehmen. Dabei sprach er über seine weiteren Filmpläne.

"Ich habe Hollywood nie verlassen", so Woo. "Ich genieße es noch immer, in Hollywood zu arbeiten. Ich habe noch immer einige Projekte in Hollywood am Laufen." Damit meint Woo das Remake des japanischen Thrillers Manhunt von 1976 [in Deutschland als Notwehr veröffentlicht] in dem ein fälschlicherweise des Mordes angeklagter Staatsanwalt gezwungen ist, vor der Polizei zu fliehen, um seine Unschuld zu beweisen. Klingt ein wenig nach der Serie Auf der Flucht, die von 1963 bis 1967 lief. Aber tatsächlich basiert Manhunt auf Juko Nishimuras Roman Kimi Yo Fundo No Kawa No Watare.

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John Woo mit John Travolta und Nicolas Cage am Set von Face / Off
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"Es ist ein bisschen wie die Rückkehr zu meinem alten Stil [Heroic Bloodshed] Es ist eine Krimigeschichte mit Liebe und Knarren - und vielleicht auch ein paar Tauben [eines der Markenzeichen Woos]." Die Dreharbeiten sollen noch im Winter in Japan beginnen. Woo freue sich auch schon darauf. "Ich wünschte, ich könnte weitere Filme in unterschiedlichen Ländern drehen. Das ist mein Traum. Dadurch kann ich von unterschiedlichen Menschen und Kulturen lernen. Vielleicht drehe ich den nächsten Film nach dem hier in England, Kambodscha, Indien oder so."

Und nach Manhunt? "Nach Manhunt werde ich wahrscheinlich zurück nach Hollywood gehen und einen weiteren Actionthriller drehen. Ich werde eine amerikanische Version von The Killer drehen."

Während Hard Boiled als sein technisch ausgereiftestes Werk angesehen wird, vor allem die über dreiminütige Actionsequenz ohne Schnitt im rund 40 minütigem Finalen ist eine Wucht, gilt ganz besonders The Killer von 1989 als Woos Opus Magnum. Die Geschichte des Killers Jeff, der die wegen ihm erblindete Sängerin Jennie retten will und dazu einen letzen Auftragsmord annimmt und dabei in eine Falle gelockt wird, sollte bereits vom südkoreanischen Regisseur John H. Lee inszeniert werden. Lee ist aber aufgrund der langen Entwicklungszeit wieder abgesprungen und nun sieht es ganz danach aus, als werde der Meister höchstselbst das Regiezepter schwingen.

Die Frage lautet natürlich, ob es Woo überhaupt noch drauf hat, denn seine letzten Filme waren ausnahmslos Historienschinken. Doch ans Aufhören denkt Woo noch lange nicht, wie er mitteilte. "Es liegt mir im Blut. Ich habe nie darüber nachgedacht, in Rente zu gehen. Solange ich noch kaufen kann, denken kann, werde ich auch weiterhin Filme drehen."

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