Der tiefe Sturz von Kevin Spacey hat noch kein Ende gefunden. Nun wurde er komplett aus Ridley Scotts neuem Film Alles Geld der Welt geschnitten. Seine Szenen werden mit Christopher Plummer neu gedreht.

Alles Geld der Welt - Ridley Scott entfernt alle Szenen mit Kevin Spacey und ersetzt ihn mit Christopher Plummer

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Bereits in vier Wochen hätte Ridley Scotts neuer Film Alles Geld der Welt in Hong Kong in den Kinos starten sollen, in den USA am 22. Dezember. Das Problem: Kevin Spacey. Der in Ungnade gefallene Darsteller ist aktuell Mittelpunkt der weltweiten Aufmerksamkeit in einer Reihe an Vorwürfen der sexuellen Belästigung und Nötigung gegenüber mächtigen Personen Hollywoods. Seine Rolle als Frank Underwood in der Netflix-Serie House of Cards ist Spacey bereits losgeworden, nachdem ihn der 46-jährige Anthony Rapp beschuldigte, ihn 1986 sexuell bedrängt zu haben. Nach Rapp traten noch weitere Männer, teilweise Crewmitglieder von House of Cards, teilweise sehr junge Männer, die Spacey anderweitig kannte, ins Licht.

Ist Spaceys Karriere beendet?

Sony Pictures überlegte bereits kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe, den Kinostart von Alles Geld der Welt nach hinten zu verschieben, um Gras über die Sache wachsen zu lassen. Auch wenn man Spacey im Grunde im Film kaum wiedererkannte, man fürchtete, die Negativpresse über einen der Hauptdarsteller könnte sich ebenso negativ auf die Einnahmen des Filmes auswirken.

Es muss eine schwierige Entscheidung gewesen sein, denn kein Studio riskiert so kurz vor dem geplanten Kinostart eine derart einschneidende Änderung. Doch es war Regisseur Ridley Scott selbst, der entschied, dass Spacey komplett aus dem Film geschnitten und seine Szenen mit einem anderen Darsteller neu gedreht werden sollten. Die Co-Stars Mark Wahlberg und Michelle Williams gaben ihr Einverständnis und so wurde nun Christopher Plummer an Bord geholt, um Spacey zu ersetzen.

An sich haben die Macher nun zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Einerseits wurde nun verhindert, dass der Film zu einem garantierten Flop wird, weil ihn alle boykottieren (die Veranstalter des renommierten Filmfestivals AFI hatten Alles Geld der Welt bereits aus dem Programm geschmissen), andererseits bedeutet diese aufsehenerregende Entscheidung massive Publicity für Alles Geld der Welt - besser könnte es kein Marketing hinbekommen. Die Aufmerksamkeit, die der Film nun erhält, könnte in ein Plus an Einnahmen resultieren.

Synopsis

Als der 16-jährige John Paul Getty III, Sproß der Ölmilliardärsfamilie Getty,am 10. Juli 1973 von Mitgliedern der ’Ndrangheta entführt wird, verlangen die Entführer ein Lösegeld von 17 Millionen Dollar. Doch sein Großvater Jean Paul Getty weigert sich, die Summe zu zahlen, denn der Öl-Tycoon befürchtet zunächst eine inszenierte Entführung. Für Gail Harris, die Mutter des Entführten, und Fletcher Chase, der von Getty beauftragt wird, Gail Harris zu helfen, läuft die Zeit davon.

Neben Mark Wahlberg und Michelle Williams spielen in Regisseur Ridley Scotts Film noch Christopher Plummer, Timothy Hutton, Charlie Plummer und Andrew Buchan mit.

Deutscher Kinostart von All the Money in the World ist der 15. Februar 2018.