Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere: Neill Blomkamps Alien 5 ist zwar tot, dafür darf er sich nun bei Robocop austoben.

Robocop erhält ein direktes Sequel nach über 30 Jahren

Beim Alien-Franchise hatte der südafrikanische Filmemacher Neill Blomkamp wenig Glück: Obwohl sein im Vorfeld vielversprechendes und eigentlich fast schon abgesegnetes Alien 5 als direktes Sequel zu Alien und Aliens geplant war und sogar Sigourney Weaver und Michael Biehn hätten zurückkehren sollen, wurde das Projekt nach intensiver Planungsphase gestoppt. Ridley Scott hatte offenbar etwas dagegen, dass 20th Century Fox neben seiner geplanten Alien-Covenant-Trilogie einen weiteren Alien-Film produziert.

Doch nun kommt er dennoch dazu, ein beliebtes 80er-Franchise zu beehren: Robocop. Hier gab es zwar mit José Padilhas Film von 2014 bereits ein kürzliches Reboot, aber Blomkamps Film soll ein direktes Sequel zum 1987er-Actionhit von Paul Verhoeven werden und damit das durchschnittliche Robocop 2 sowie das unsägliche Robocop 3 umgehen.

Und so wie sich Blomkamp zum Sequel Robocop Returns äußert, geht es ihm in erster Linie auch um die sozialkritische Komponente sowie die Identitätsfrage, die bei Verhoeven zusätzlich durch Kritik am Konsumverhalten und Materialismus der 1980er-Jahre ergänzt wurden. Alles Dinge, die im 2014er Remake völlig außer Acht gelassen wurden.

"Das Original hatte definitiv einen großen Einfluss auf mich als Kind", so der Filmemacher. "Ich habe den Film damals geliebt und er bleibt ein Klassiker des Science-Fiction-Genres Ende des 20. Jahrhunderts mit einer echten Bedeutung unter der Oberfläche. Ich hoffe, dass wir das mit dem Sequel ebenfalls hinbekommen werden. Das ist mein Ziel hierbei. Was mich als Kind erreicht hat, veränderte sich über die Zeit: Zunächst war es die Konsumkritik, der Materialismus und Reaganomics - dieses 80er-Thema der Vereinigten Staaten auf Steroiden, aber je älter ich wurde, desto mehr schälte sich die Suche nach der Identität heraus. Solange die menschliche Komponente vorhanden ist, kann eine Geschichte die Zeit überdauern, sie ist dann nicht auf eine Zeitperiode beschränkt. Das Besondere an Robocop ist die Tatsache, dass wie in guten Western, Science-Fiction-Filmen und Dramen die menschliche Verbindung wirklich wichtig ist für eine gut erzählte Geschichte."

So sei es auch diese Suche nach einer verlorenen identität, die Blomkamp ganz besonders an diesem Projekt reize. Des Weitere freue er sich einfach darauf, wieder mit Drehbuchautor Justin Rhodes zusammenarbeiten zu können. Rhodes habe soviele neue Elemente in diese Welt, die einst von Verhoeven ersinnt wurde, eingefügt, dass er das Sequel als Fan definitiv schauen würde.

Dass Blomkamp der Richtige für diesen Job ist, zeigt sich allein schon an seiner Vita: Sowohl in seinem Debüt District 9 wie auch in Chappie ging es ebenfalls um die Frage nach der Identität, vermixt mit einem actionlastigen Science-Fiction-Setting. Und: Unter Blomkamp ist schon so gut wie sicher, dass dieses Sequel definitiv kein jugendfreies Vergnügen wird.