Nachdem sich John Carpenter, Regisseur des Originals, bereits abfällig über das als Sequel angesetzte Projekt mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle äußerte, gab nun auch Kurt Russell seine Meinung dazu ab.

Kurt Russell neben Kim Catrall, Suzee Pai und Dennis Dun in John Carpenters Big Trouble in Little China

"Sie wollen einen Film mit Dwayne Johnson", sagte der 70-jährige Filmemacher John Carpenter auf die Frage, was er von 20th Century Fox' Sequel zu seinem 1986er-Fantasy-Martial-Arts-Streifen hält. "Also haben sie diesen Titel ausgewählt. Sie scheren sich einen Dreck um mich oder meinen Film. Dieser Film war nicht mal ein Erfolg."

Tatsächlich war Big Trouble in Little China der letzte große Versuch des Kultregisseurs, in Hollywoods A-Liga Fuß zu fassen. Der Flop katapultierte ihn zurück zu seinen Wurzeln. Kein Wunder also, dass er glaubt, dass es hier eher um Dwayne Johnson als um ein echtes Sequel geht.

Neutraler sieht es dagegen Kurt Russell, der im Original beziehungsweise im ersten Teil - sollte es sich bei der Produktion mit Johnson tatsächlich um eine Fortsetzung handeln - die Rolle des Truckers Jack Burton innehatte. "Ich sage immer dasselbe: Ihr müsst einfach einen guten Film machen. Ich bevorzuge aber noch immer das originale Meuterei auf der Bounty", so Russell. Und eigentlich verrät er damit, dass er grundsätzlich auf der Seite von Carpenter steht. Denn von der Verfilmung des Romans The Bounty von Richard Hough gibt es gleich drei bekannte Verfilmungen: Einmal eine von 1935, dann eine von 1962 mit Marlon Brando und schließlich eine von 1984 mit Mel Gibson und Anthony Hopkins.

Ein Sequel mit dem überlebensgroßen Darsteller Johnson sei schon von daher schwierig zu realisieren, dass die Figur des Jack Burton gar nicht die Hauptrolle darstellte, obwohl Kurt Russell der größte Star des Films war. Das habe Big Trouble in Little China so frisch und originell gemacht, betont der 67-Jährige. "Niemand hatte jemals zuvor einen Hauptdarsteller inszeniert, der gar nicht der Hauptdarsteller war. Er verhält sich wie ein Sidekick, aber er weiß nicht, dass er einer ist. Das wurde bis dato nie zuvor gemacht und es war daher auch schwierig für das Studio, das zu vermitteln."

Aber er habe nichts gegen Johnson selbst. Er halte ihn für einen guten Kerl und einen guten Schauspieler. "Ich mag es, mit ihm zu arbeiten und wenn er es machen will, hoffe ich, dass sein Team etwas auf die Beine stellen kann, das dem Titel des Films gerecht wird."

Kurt Russell selbst ist aktuell als Santa Claus in der Netflix-Weihnachtskomödie The Christmas Chronicles zu sehen.