Auch wenn es glitzert und glänzt, so hat Hollywood bekanntlich seine Schattenseiten. Eine davon ist der Umgang mit Tieren, wofür die American Humane Association (AHA) den Filmprojekten seit Jahrzehnten das Siegel "No Animals Were Harmed" bzw. "Keine Tiere kamen zu Schaden" verleiht.

Kino News - Hollywoods Tierquälereien

alle Bilderstrecken
Der Tiger hätte die Dreharbeiten beinahe nicht überlebt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 201/2051/205

Und das offensichtlich bei Produktionen, die dieses Siegel gar nicht tragen dürften. Wie The Hollywood Reporter enthüllt, wäre der Tiger in Life of Pi während den Dreharbeiten beinahe ums Leben gekommen - trotzdem wurde der Film mit No Animals Were Harmed ausgezeichnet.

In einer E-Mail heißt es: "Eine der Aufnahmen lief richtig schlecht und er ging unter, als er versuchte zum Beckenrand zu schwimmen. Verdammt, er ist fast ertrunken."

Gerade noch so konnte ihn sein Trainer mit einem Seil an den Beckenrand ziehen. Melden wollte diesen Vorfall jedoch niemand: "Ich denke, das versteht sich von selbst, aber sage das niemandem, vor allem nicht dem Büro."

Das Schlimme: die E-Mail stammt von einer AHA-Mitarbeiterin, die den Umgang der Tiere am Filmset überwachen sollte. Diese wiederum hatte eine Affäre mit einem der Produktionschefs.

Auch am Set von Der Hobbit kam es zur Vorfällen, insgesamt 27 Tiere sollen verendet sein, darunter Pferde, Ziegen, Hühner und ein Schaf. Während den Arbeiten an Antarctica mit Paul Walker in der Hauptrolle soll einem Husky mehrmals in das Zwerchfell geschlagen worden sein. Bei den Drehs von Zum Ausziehen verführt mit Sarah Jessica Parker und Matthew McConaughey wurde ein Streifenhörnchen zerquetscht, und bei Fluch der Karibik starben zahlreiche Fische durch die Spezialeffekte.

Laut Kritikern soll die American Humane Association mit der Filmindustrie zu sehr verzahnt sein, da die Organisation größtenteils von den Lobbyverbänden Hollywoods finanziert wird.

AHA-Direktor S. Kwane Stewart sagte dazu in einem Statement: "Die ganze Idee, dass wir mit der Industrie kuscheln, ist nicht der Fall. Wir wollen zu allererst die Sicherheit der Tiere garantieren."

Die Tierschutzorganisation PETA äußert sich zu der American Human Association auf der eigenen Webseite und meint, dass die AHA die Lebensbedingungen der Tiere abseits der Sets bzw. während des Trainings vor der Produktion nicht überwache. Auch würde die AHA nur selten offiziellen Beschwerden im Falle der falschen Behandlung von Tieren nachgehen. Im Grunde sei sie nutzlos.