Die Retro-Manie mag zwar aktuell nahezu überall zu herrschen, aber wenn man sich beim Anblick eines Trailers zu einem neuen vermeintlichen Blockbuster in die 1990er-Jahre zurückversetzt fühlt, ist das vielleicht nicht unbedingt das, was die Macher im Sinne hatten. Eben so wie bei Geostorm (was für ein Titel!).

Gerard Butlers Blick sagt: Ich werde nur noch älter und brauch trotzdem Geld

Eigentlich erwartet man beim Anschauen des Trailers zu Geostorm, dass Michael Dudikoff oder Dolph Lundgren als Hauptdarsteller um die Ecke wackelt. Vielleicht auch Christopher Lambert. Stattdessen müssen wir mit Gerard Butler Vorlieb nehmen. Ja genau, das ist der Kerl aus den Sparta-Memes, der es kurzzeitig mal auf die Anwärterliste für AAA-Stars geschafft hat, bis er sich dann dazu entschied, entweder in schlechten Filmen mitzuspielen oder in Filmen, für die sich keiner interessiert. Seit er in Alex Proyas' Gods of Egypt einen Ägypter spielen durfte, herrscht Narrenfreiheit. Also warum nicht die letzten Fesseln der Vernunft abstreifen und im x-beliebigen 90er-Jahre-TV-Film mitspielen, den Warner Bros. auf Leinwandgröße aufgeblasen hat? Das Ganze nennt sich Geostorm. Und eins ist gewiss, es pustet euch sicher das letzte bisschen Hirn raus, wenn ihr es nicht vorher an der Kasse abgebt.

Flop programmiert?

Irgendwie stimmt aber auch einfach gar nichts an diesem Trailer. Angefangen damit, dass der Film damit beworben wird, "von den Machern von Independence Day" zu sein. Wir alle wissen, wie erfolgreich Independence Day 2: Wiederkehr war - der Film löschte vor allen Dingen die gute nostalgische Erinnerung an den ersten Film aus. Und wäre es doch wenigstens tatsächlich Roland Emmerich, der hier Regie führt. Aber es ist nur sein Produzentenbuddy Dean Devlin, sprich Emmerich in noch billiger. Und dann fühlt man sich vehement an The Core mit Hillary Swank und Aaron Eckhart erinnert. Die Effekte könnten zur gleichen Zeit entstanden sein. Und The Core ist von 2003 (!).

Bleibt nur die Frage, wie Devlin und sein Hilfsregisseur aus dem TV-Lager, Danny Cannon, es geschafft haben, Warner Bros. davon zu überzeugen, diese krude Idee zu finanzieren: Wettersystem, das die Erde beschützen soll, greift sie an. Aber noch wesentlich brennender ist die Frage, wie zum Teufel die beiden es geschafft haben, Abby Cornish, Andy Garcia, Jim Sturgess, Ed Harris und Gerard Butler an Bord zu holen. Okay, Butler kann man streichen. Und irgendwo rennen noch Daniel Wu und Alexandra Maria Lara für den internationalen Bonus durchs Bild.

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Entweder wird das ein Trash-Fest zum Abfeiern mit viel Bier, oder es wird ein Katastrophenfilm mit Betonung auf Katastrophe. Hoffen wir auf ersteres.

Deutscher Kinostart für den Sharknado ohne Haie ist der 19. Oktober 2017.