Anlässlich der Premiere seines Filmes St. Vincent in Toronto sprach Regisseur Theodore Melfi ausführlich über seine irre Odyssee, Kult-Schauspieler Bill Murray für seinen Film zu gewinnen.

Kino News - Erfahrt die irre Geschichte, wie Regisseur Theodore Melfi Bill Murray für seinen Film gewinnen konnte

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In St Vincent findet der kleine Oliver im kauzigen Misanthrop St Vincent einen wahren Freund
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Normalerweise geht der Kontakt mit einem Schauspieler über seinen Agenten oder Manager. Nicht so bei Bill Murray. Der Mann hat keinen Agent. Er hat bloss eine 1-800-Telefonnummer, unter der man ihn erreichen kann. Theoretisch.

"Ich habe, ich weiß es nicht genau, einen Haufen Nachrichten hinterlassen", so Theodore Melfi. "[...] Wenn man durchkommt, und fest daran glaubt, dann ruft er vielleicht zurück. Ich begann damit jede Woche einmal anzurufen, und irgendwann einmal alle zwei Wochen, damit ich ihm nicht auf die Nerven gehe. Er rief nie zurück. Endlich entschloß ich mich dazu, seinen Anwalt anzurufen, und ich sagte, 'ich versuche Bill zu erreichen.' Und er dann, 'Was für eine hast du denn?' Und ich dann, 'ich habe diese 800-Nummer.' Und er dann, 'Nun, das ist auch die, die ich hab.'"

Daraufhin schlug ihm der Anwalt vor, Murray doch einen herkömmlichen "Sehr geehter Herr..."-Brief nach New York zu schicken. Und tatsächlich, Murray rief seinen Anwalt an, um ihm mitzuteilen, dass er den brief prima fand, und dass Melfi ihm doch das Drehbuch per Post zuschicken möge, dieses Mal nach Martha's Vineyard im US-Bundesstaat Massachusetts.

"Zwei Wochen später rief Bill an. Er rief den Assistenten meines Produzenten an, der absolut baff war, und teilte uns mit, dass er nie das Drehbuch erhielt. So schickten wir ihm das Drehbuch per Fed Ex an einen Ort in North Carolina. Zwei oder drei Wochen später fuhr ich gerade die Straße entlang und befand mich mitten in einem Werbedreh, als mein Smartphone klingelte und er sagte, 'Ted? Ich bin es, Bill Murray. Hast du Zeit?'"

Bill Murray war begeistert von seinem Drehbuch, kannte aber Melfi nicht. Also wollte er, dass Melfi sich ein wenig vorstellt. Melfi muss seine Arbeit wohl gut getan haben, denn was Murray hörte, gefiel ihm, und so fragte er Melfi, ob er sich nicht auf einen Kaffee mit ihm treffen, und das Drehbuch besprechen wolle - in New York, am nächsten Morgen. Man beachte, Melfi war zu dem Zeitpunkt des Telefonats mit in einem Werbedreh in Los Angeles. Dann fragte Murray sogar, ob ihm Freitag lieber passe. Melfi verneinte, er könne nicht bis Freitag in New York sein. Murray korrigierte ihn, denn er meinte Freitag in Cannes, wo er zur Weltpremiere seines Films Moonlight Kingdom hinfliegen musste. Es war also 2012, als das Telefonat stattfand.

Melfi konnte natürlich nicht nach Cannes, weswegen Murray versprach, sich in ein paar Wochen wieder zu melden. Melfi fürchtete bereits, eine große Chance verpasst zu haben, als sich Murray drei Wochen später per Textnachricht meldete, und anfragte, ob Melfi in einer Stunde am Los Angeles Flughafen sein könne. Natürlich konnte Melfi. Er durfte sich diese, vielleicht letzte Chance ja nicht entgehen lassen.

Während der Chauffeur sie vom Flughafen zu Murrays Haus in der Nähe eines Golfplatzes in einem Indianer-Reservat fuhr, und sie Grilled Cheese und Pommes aßen, sprachen sie im Wagen über das Drehbuch. In Murrays Anwesen sagte der Kult-Schauspieler dann endlich zu, bei Melfis Projekt teilzunehmen.

Für Melfi ging damit ein Traum in Erfüllung. Als Regie-Debütant gleich einen so großen Schauspieler für seinen Film gewinnen zu können, öffnet in Hollywood Türen. So spielen neben Bill Murray auch noch Naomi Watts, Melissa McCarthy, Chris O'Dowd und Terence Howard in St Vincent mit.

In Deutschland wird St Vincent erst am 8. Januar 2015 in die Kinos kommen. Der erste Trailer verspricht auch ein herrlich-beswingtes Vergnügen.

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