Vor einem Monat kündigte Sony offiziell die Spider-Man-Spin-offs Venom und Sinister Six an. Nun sprach Drehbuchautor Roberto Orci über die Projekte.

Kino News - Drehbuchautor Roberto Orci spricht über Sinister Six und Venom

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Electro ist nicht der einzige Gegner, auf den Spider-Man stoßen wird
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Da sich die geplanten Spin-offs Venom und Sinister Six eigentlich um Bösewichte drehen, stellt sich die Frage, ob Sony diese Bösewichte nicht in gewisser Hinsicht in den eigenen Filmen als "Gute" darstellen will. Orci teilt mit, dass dies genau die gegenwärtige Diskussion sei.

"Das ist die Diskussion, die wir momentan führen", so Orci. "Wie macht man das exakt, und wie macht man es, ohne das Publikum zu betrügen und es zu verärgern? Drew Goddard wird diesen Film schreiben [Sinister Six], also ist es irgendwie sein Problem. Ich scherze nur. Wir arbeiten alle an allen Drehbüchern. Von daher wollen wir so originalgetreu sein wie möglich, aber es gibt einige Antihelden heutzutage. Beispiele gibt es sogar im TV - Vic Mackey in The Shield, einer der größten Antihelden aller Zeiten. Es gibt Möglichkeiten, diese Geschichte zu melken. Das Publikum hat schon alles gesehen. Sie haben all die guten Kerle gesehen, die nie etwas falsch machen. Gibt es eine Geschichte auf der anderen Seite? Das ist die Herausforderung, und das macht Spaß. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, wie wir das realisieren werden."

Oscorp spiele als Ursprungsort für alles Böse durchaus eine wichtige Rolle. Doch da auch Spider-Man durch Oscorp erst enstehen konnte und auch Gwen Stacy dort arbeite, stehe Oscorp mehr für die gute und die schlechte Seite der Wissenschaft.

"Sie kann Gutes bewirken, aber auch Schlechtes, und man kann seltsame Dinger erschaffen und Leute verwandeln - so wie jede Wissenschaft für Gutes wie auch Schlechtes genutzt werden kann. Daher ist es nett, eine organisierte Leitung zu besitzen. Aber es war nicht so, dass wir uns sagten, 'Wir müssen alles bei Oscorp belassen.' Es verlief alles einfach fließend während der Entwicklung."

Orci stellt auch klar, dass die vielen Gegner in The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro nicht einfach nur da wären, um es Spider-Man schwerer zu machen, sondern, dass sie alle ihre eigene tragische Geschichte haben. Jamie Foxx als Electro habe einige bewegende Szenen.

Als Crossover würde sich Orci übrigens seine Favoriten Spider-Man, Superman, Wonder Woman und Batman wünschen. Leider liegen die Rechte an Superman, Wonder Woman und Batman bei Warner Bros., während die Rechte an Spider-Man bei Sony liegen. Ein derartiges Crossover wäre also leider in naher Zukunft nicht möglich.

Dafür seien er und die Drehbuchautoren Alex Kurtzman und Ed Solomon bereit, alle mit dem Spin-off zu Venom zu überraschen. "Ich denke, es ist an der Zeit, das Publikum umzuhauen. Ich denke, wir haben einfach alles schon gesehen. Ihr habt alles schon gesehen. Ihr könnt wahrscheinlich das Ende von vielen Filmen sicher besser voraussagen als das allgemeine Publikum, aber das allgemeine Publikum ist immer noch ziemlich gut darin. Es sieht das alles kommen. Daher müssen wir die Dinge durchschütteln. Man kann nicht immer jeden Tag dieselben Stories erzählen."

Die einzelnen Spin-offs werden auch nicht eigenständig voneinander entwickelt und inszeniert werden. Stattdessen werden die Teams von Spider-Man, Venom und Sinister Six zusammenarbeiten, etwas, das Orci an seine Anfänge im TV-Geschäft erinnert. "Ein Komitee zu haben, ein Gremium aus kreativen Leuten, die Filmemacher sind, und die das alles zusammenhalten, das fühlt sich so an, als würden wir dahin zurückkehren, wo wir angefangen haben", so Orci.

Auf die Frage, warum man sich bei Sony dazu entschieden habe, Filme über Bösewichte zu drehen, antwortet Orci mit einem Spruch, der lautete: "Wovor du dich auch fürchtest, stell dich der Angst. Folge der Angst. Wende dich nicht von der Angst ab."

Es sei demnach eine Herausforderung, die sie sich stellen wollen. Doch gleichzeitig fühlen sie sich auch wie die glücklichsten Kerle der Welt.