Zehn Jahre sind vergangen, seit die „Kinder des Zorns“-Reihe mit dem siebten Teil scheinbar entschlafen ist. Zwischenzeitlich gab es ein bislang nur in den USA gelaufenes Fernseh-Remake des ersten Films, aber die eigentliche Reihe war tot. Bis sich Dimension entschloss, sie wiederzubeleben – gut möglich, dass man einen weiteren Teil nachschieben musste, um die Filmrechte am Stoff nicht zu verlieren.

Herausgekommen ist „Kinder des Zorns: Genesis“, der 2011 in den USA debütierte und nun von Sunfilm deutschen Zuschauern kredenzt wird. Im Verleih kann man DVD und Blu-ray ab dem 9. August begutachten, der Verkauf startet am 6. September.

Tim und Allie sind mit dem Auto in der Wüste Kaliforniens unterwegs. Als ihr Wagen liegenbleibt, haben sie ein Problem, denn andere Autos tauchen nicht auf und Hilfe ist nicht zu erwarten. Sie folgen einer Reihe von Telefonmasten und kommen zu einem heruntergekommenem Haus, dessen Besitzer sie aber weder telefonieren lassen, noch ihnen helfen will.

Erst als er erfährt, dass Allie schwanger ist, ändert er seine Meinung. Er lässt die beiden herein und Tim ruft eine Autowerkstatt an. Da sie aber am Arsch der Welt sind, kann vor dem nächsten Tag kein Abschleppdienst kommen.

Ein überraschend gutes Sequel, das von der Hauptreihe jedoch weitgehend losgelöst ist und versucht, eine eigenständige Geschichte zu erzählen.Fazit lesen

Die Frau des Predigers, so nennt sich der Hauseigentümer, bietet den beiden an, die Nacht hier zu verbringen und am nächsten Morgen mit einem Lieferanten weiter in die Stadt zu fahren. Tim und Allie nehmen das Angebot dankbar an, auch wenn ihnen sowohl der Prediger als auch sein Haus gruselig erscheinen. Als die Nacht hereinbricht, hören sie draußen merkwürdige Geräusche. Die schrecklichsten Stunden im Leben des Paars beginnen…

Kinder des Zorns: Genesis - Der Anfang

- Kein Blick zurück im Zorn
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Gestrandet mitten im Nirgendwo. Und keine Hilfe in Sicht.
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Wo ist er denn?

Im Grunde hat dieser achte Film mit der eigentlichen „Kinder des Zorns“-Reihe nur wenig zu tun. Es gibt einen im Jahr 1973 spielenden Prolog, der sich auf die mordenden Kinder von Gatlin bezieht, aber die Haupthandlung spielt in der Gegenwart und meilenweit von Nebraska entfernt. Dementsprechend gibt es auch keine Maisfelder – nur in ein paar Traumsequenzen tauchen sie in bescheidenem Rahmen auf.

Packshot zu Kinder des Zorns: Genesis - Der AnfangKinder des Zorns: Genesis - Der Anfang kaufen: ab 4,66€

„Er, der hinter den Reihen wandelt“ wird zwar erwähnt, wirklich zur Tat schreitet er jedoch nicht. Im Grunde hätte „Kinder des Zorns: Genesis“ auch unter jedem anderen Titel erscheinen können. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Film darum besser ist, als er es eigentlich sein dürfte. Denn seit dem dritten Teil war in der Reihe die Luft raus. Geboten wurde nur noch 08/15-Billighorror, dessen Existenzberechtigung eher fragwürdiger Natur war.

Der gut 70-minütige achte Teil geht in eine gänzlich andere Richtung. Einerseits nutzt er eine andere Location, die im krassen Gegensatz zum Farmland der vorherigen Filme steht, andererseits ist er weniger auf ein paar blutige Morde ausgerichtet als vielmehr versucht, Atmosphäre und Spannung aufzubauen. Der Bodycount ist extrem gering, aber dafür lebt der Film von einem Gefühl konstanter Bedrohung. Sehr gut ist in dieser Beziehung Billy Drago („Die Unbestechlichen“), der als Prediger einigermaßen ambivalent ist. Er ist gruselig, aber man weiß nicht so recht, ob er nun wahrlich ein Lakai des Bösen ist oder nicht.

Kinder des Zorns: Genesis - Der Anfang

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Irgendwann kommen die Kinder wieder. Jemand muss dabei sterben.
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Der Platzhirsch der DVD-Sequels schlägt wieder zu

Nicht unerwähnt lassen darf man aber auch, dass der Film in der ersten Hälfte deutlich besser funktioniert als in der zweiten. Das liegt daran, dass er etwas schwammig dabei bleibt, was denn nun wirklich vor sich geht. Dazu kommt ein Ende, das ziemlich eigenartig ist und durchaus das eine oder andere Wort der Erklärung hätte gut vertragen können.

In Anbetracht dessen, dass „Kinder des Zorns: Genesis“ mit Mini-Budget, zwei Locations und einer Handvoll Schauspieler gedreht wurde, ist aber dennoch ein solider Horrorfilm herausgekommen, was nicht zu erwarten war, weswegen man die Produktion umso wohlwollender betrachtet.

Autor und Regisseur Joel Soisson hat hier mal eine seiner besseren Arbeiten abgeliefert. Durchaus nicht selbstverständlich, denn der Experte für Direkt-auf-DVD-Fortsetzungen, der als Autor, Produzent und Regisseur u.a. Sequels zu „God’s Army“, „Mimic“, „Wes Craven’s Dracula“, „Hollow Man“, „Hellraiser“ und „Pulse“ betreut hat, ist sich auch nicht zu schade, filmische Gülle zu erschaffen. Hauptsache, das Studio ist zufrieden und der DVD-Markt wird gesättigt.