Wenn man englische Titel durch neue, ebenfalls englische Titel ersetzt, dann mag das für den ersten Film ganz sinnig sein, kann bei Sequels aber schnell in die Hose gehen. Das musste der deutsche Verleih schon mit Liam Neesons Actionkracher „96 Hours“ lernen. Bei Warner war man auch nicht vorsichtiger, da titelte man „Horrible Bosses“ um zu „Kill the Boss“. Nun kommt der zweite Teil, die drei Hauptfiguren haben aber gar nicht vor, den Boss zu killen. Kunststück, sie haben ja auch keinen mehr, da sie sich selbstständig gemacht haben.

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Mit Biegen und Brechen kann man sich den Titel dann doch noch schönreden, denn gestorben wird hier schon, das Original wäre aber bei weitem sinniger gewesen. Sei dem, wie dem sei, jetzt steht also das Sequel an.

Nick (Jason Bateman), Kurt (Jason Sudeikis) und Dale (Charlie Day) haben eine Erfindung, den Shower-Buddy, mit dem sie sich selbstständig machen wollen. Allein, es fehlt an der nötigen Finanzierung, weswegen man über einen Auftritt im Frühstücksfernsehen nach willigen Investoren sucht.

Kill The Boss 2 - „Der amerikanische Traum wird in China gemacht.“

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Die Komödie läuft bei uns am 27.11.2014 in den Kinos an.
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Es gibt auch einen, den reichen Geschäftsführer von Boulder Stream, der gleich 100.000 Stück ordert. Ein dickes Geschäft, das es auch erlaubt, groß Kredit aufzunehmen. Allein, das Trio hat keine Ahnung, wie es im Big Business wirklich geht. Sie werden übers Ohr gehauen, einen bindenden Vertrag gibt es nicht und die Firma droht, innerhalb weniger Tage mit dem Bauch nach oben zu schwimmen.

Was tun, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht? Umbringen lohnt diesmal nicht, aber vielleicht könnte man es ja mit einem Kidnapping versuchen. So überlegen die Drei, ob es lohnen könnte, den reichen Sohnemann Rex (Chris Pine) zu entführen und die nötigen 500.000 Dollar als Lösegeld zu fordern. Aber so wie sich die drei Freunde schon zuvor als hundsmiserable Mörder erwiesen haben, geht auch alles schief, als sie ins Entführungsgeschäft einsteigen…

Kill The Boss 2 - „Der amerikanische Traum wird in China gemacht.“

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Ein Wiedersehen mit vielen liebgewonnenen Charakteren.
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Reicht’s für ein Sequel?

Komödien sind per se schwer fortzusetzen. Man läuft dabei sehr schnell Gefahr, nur ein aufgemotztes Remake mit Widerkäuen der bereits bekannten Gags zu bieten. Auch bei „Kill the Boss 2“ schwebte das Damoklesschwert der Wiederaufbereitung gefährlich nah über den Köpfen der drei Hauptdarsteller. Aber: es hat tatsächlich funktioniert. Der zweite Teil gefällt, und das in mancherlei Hinsicht sogar mehr als der Vorgänger. Denn obschon die Geschichte natürlich abstrus ist, wirkt der Humor diesmal bodenständiger. Die Situationen, in die das Trio gerät, sind irre, aber nicht so überzogen wie noch beim ersten Teil.

Neue Gags, amüsante Geschichte, gute Neuzugänge – so muss ein Sequel zu einer Erfolgskomödie aussehen.Fazit lesen

Die Neuzugänge Christoph Waltz und Chris Pine bereichern den Film ungemein, vor allem gilt dies für Pine, der hier ein ungeahntes Talent und Timing für Komik offenbart. Gerade sein Zusammenspiel mit den drei Hauptdarstellern ist fulminant, auch wenn man natürlich erahnen kann, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Aber der Weg dorthin bietet richtig Grund zu Lachen.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Der zweite Teil versteht es, ein paar liebgewonnene Figuren aus dem Original wieder einzubauen, ohne dass es erzwungen wirken würde. Das funktioniert sogar mit Jennifer Aniston als sexsüchtige Zahnärztin, die hier ein paar der besten Szenen abbekommen hat, wenn sie mit Nick parliert, wie dessen erstes homosexuelles Mal so gewesen ist. Jamie Foxx kann seiner Rolle als Motherfucker Jones nichts Neues abgewinnen, zu den Highlights des Films gehören jedoch die zwei Auftritte von Kevin Spacey, der als Nicks ehemaliger Boss hinter Gittern sitzt.

Sicher, viel zu tun, gibt es für Spacey nicht, aber mit welcher Lust und Laune er die drei Orgelpfeifen auf der anderen Seite des Glases im Besuchertrakt des Gefängnisses demontiert, ist eine wahre Schau!