Wer hat nicht schon mal davon fantasiert, seinen ach so bösen Arbeitgeber ob der Aufbürdung undankbarer Aufgaben eine Betriebsfahrt über den Jordan machen zu lassen – die wenigsten setzen solche Gewaltfantasien jedoch auch in die Tat um. Und auch die drei Kumpels Nick, Dale und Kurt sind beim allabendlichen Feierabendbier zunächst nur am „hypothetisieren“.
Dynamische Kumpelkomödie um amateurhafte Mordkomplotte. Sehr teamfähig, hat unsere humoristischen Anforderungen zur vollsten Zufriedenheit erfüllt!FazitNick (Jason Bateman) ist nicht nur bodenlos enttäuscht darüber, dass sich sein Boss Dave Harken (Kevin Spacey richtig schön fies) die ihm seit langem in Aussicht gestellte Beförderung ins Management einfach selbst unter den Nagel reißt, er muss sich auch noch frühmorgendliche Nötigung zum Alkoholgenuss sowie persönliche Seitenhiebe gegen die verstorbene Großmutter gefallen lassen.
Kurt hingegen wäre superzufrieden mit seinem Buchhalterjob im Familienbetrieb von Jack Pellitt (Donald Sutherland), wenn der väterliche Chef nicht plötzlich das Zeitliche gesegnet und ihm das größtmögliche Ekel in Gestalt seines Koks-und-Nutten-zelebrierenden Sohns (Colin Farrell) als Boss beschert hätte.
Scheinbar hat es Zahnarztassistent Dale nach Meinung seiner beiden Freunde noch am besten getroffen, denn dieser wird „lediglich“ von seiner dauerscharfen Chefin, alias Jennifer Aniston, sexuell belästigt. Nun könnte man ja einfach kündigen, aber das Schicksal eines arbeitslosen Jugendfreunds, der sich seine Drinks in der Bar nun durch Handjobs verdient, rät dringend davon ab. Das Fass läuft in allen drei Extremfällen schließlich über und man beschließt, einen Profi mit der Beseitigung der ungeliebten Brötchengeber zu beauftragen. Aber wo fängt man damit an? Ist eine Kontaktanzeige unter „Männer suchen Männer“ wirklich der geeignete Ort dafür?
Lachen ist bei Kill the Boss auch ohne Lachgas möglich.„Kill the Boss“, so der eingeenglischte deutsche Titel des Films „Horrible Bosses“, ist Seth Gordons zweiter Ausflug ins Komödienfach nach „Mein Schatz, unsere Familie und ich“. Hierbei standen überdrehte, zeitgenössische Comedyperlen wie „Hangover“ oder auch die der Erfolgsschmiede von Komödienpapst Judd Apatow („Superbad“, „Beim ersten Mal“) Pate. So glänzt das chaotisch-riskante Boss-Beseitigungsprojekt vor allem durch das angenehm improvisiert wirkende Zusammenspiel seiner drei Hauptdarsteller, denen man eine langjährige Freundschaft sofort abkauft.
Jason Bateman gibt den einfachen Angestellten, den frustrierten Jedermann - eigentlich eine Paraderolle für ihn, allerdings auch etwas zu routiniert. Schon etwas extrovertierter ist da Kurt, der nebenher immer wieder die Zeit findet, mit dem anderen Geschlecht anzubandeln. Und schließlich der naive Dale – seiner Verlobten treu bis zur Vollnarkose und im Verlauf des Films mehr und mehr unter Strom. Charlie Day überzieht hier sein zwischen naiver Großäugigkeit und panischer Hektik wechselndes Spiel das ein oder andere Mal ein wenig und wirkt dabei wie Steve Carell auf Koks. Na gut, das liegt vielleicht auch am versehentlich inhalierten weißen Pulver, das Dale und Co. in der Höhle des Löwen, Pellitts pornösem Tempel des schlechten Geschmacks, schließlich vom Teppich aufsammeln müssen.
Denn natürlich ergeben sich so einige genial-groteske Situationen aus den nächtlichen Alleingängen des Teams. Von Ex-Sträfling Jones (Jamie Foxx, hier mit dem poetischen Vornamen „Motherfucker“) gibt es allenfalls „hilfreiche“ Ratschläge, also müssen die drei selbst ran – doch die dafür notwendige Recherchearbeit wird ein Desaster und bringt den ein oder anderen Stein ins Rollen…
Wie bringt man seinen Boss um? Die Selbsthilfegruppe bei der Arbeit.Nicht nur zwischen den Protagonisten stimmen Chemie und Timing: Ein Highlight sind bei „Kill the Boss“ auch die Nebenrollen, allesamt mit großen Namen besetzt, die bei Donald Sutherland und seinem ätzenden Nachwuchs in Gestalt von Colin Farrell mit Stromberg-Gedächtnishaarflucht trotz großer Spielfreude etwas zu kurz kommen. Kevin Spacey als am präsentester Nemesis tut das, was er am besten kann: Wunderbar bedrohlich und schleimig-manipulativ sein.
Schließlich wäre da noch Jennifer Aniston, die sich als sexy Kieferchirurgin von Subtilität so frei macht wie unter dem Arztkittel von ihrer Unterwäsche (sehr zu Dales Unbehagen). Hart auf Man-Eater gebürstet, hat Aniston selten so verzweifelt versucht, aus ihrem Rachel-Schema („Friends“) auszubrechen. Amüsant ist das trotzdem.
Regie: Seth GordonGenre:KomödieFilmstart: Darsteller:Colin Farrell, Jason Sudeikis, Charlie Day, Jason Bateman, Jamie Foxx, Kevin Spacey, Jennifer Aniston ... mehr
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Das die beiden Aussagen vollkommen unabhängig voneinander sind, ist dir bewusst?
Zum Film: steht auf der Liste. Die Darstellerriege ist hochkarätig besetzt, das Thema klingt nach massenhaft amüsanten Pleiten - ich glaub, da ist der Ticketpreis gut angelegt.
Und trotzdem hat sie mehr erreicht als du kleiner Schnösel :)
Hast recht, deine Argumente haben mich überzeugt. Besonders dein letztes Argument war so perfekt formuliert, dass ich jetzt nur noch mit tiefer verachtung an Hangover denken kann.