Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, Superheld zu sein? Der Schüler Dave Lizewski hat sich diesen Traum erfüllt und wurde zu „Kick-Ass“! Mit einer geballten Ladung Action und übertriebener Gewaltdarstellungen wurde der Film zum Geheimtipp. Jetzt sind Kick-Ass und Hit-Girl zurück – und reißen den Bösen gewaltig den Arsch auf.

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Jim Carrey hätte es doch eigentlich besser wissen müssen: Nach den Dreharbeiten distanzierte er sich vom Film. Grund: übertriebene Gewaltdarstellung. Hätte er sich einmal die Comics und den ersten Teil angesehen (oder gar das Drehbuch), wäre ihm schnell klargewesen: Das sind nicht Mr. Poppers Pinguine, sondern Kick-Ass und Hit-Girl, die den Bösewichten gehörig einheizen.

Sei dein eigener Held!

Denn schon im ersten Teil bekommen nicht nur die fiesen Kerle eins auf den Deckel, sondern auch der Titelheld und seine Verbündeten. Blut spritzt über die ganze Leinwand, Körperteile fliegen durch die Luft und die Gewalttätigste von allen ist dabei ein kleines Mädchen, das mit langer Klinge, süffisantem Grinsen und flotten Sprüchen ihre Gegner ausweidet. Die Überraschung: Anstatt angewidert den Kinosaal zu verlassen, lacht man sich tot. So etwas hatte man ganz sicher nicht erwartet.

Doch nach „Kick-Ass“ weiß man nun, worauf man sich bei „Kick-Ass 2“ einlässt. Während Dave Lizewski (Aaron Taylor-Johnson) anfangs noch davon träumte, Superheld zu sein, um Gutes zu tun, wurde er im Laufe des Films eines Besseren belehrt: Das Superhelden-Dasein ist harte Arbeit, gefährlich und ein Auftrag endet selten unverwundet. Darum lässt er sich nun täglich trainieren. Und wer wäre als Trainerin besser geeignet, als die kaltblütigste Killerin der Stadt? Hit-Girl!

Kick-Ass 2 - Hit-Girl kicks ass, bitch!

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Sie sind wieder da: Kick-Ass und Hit-Girl!
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Die „Avengers“ der realen Welt

Nachdem ihr Vater (alias Big Daddy, grandios gespielt von Nicolas Cage) im ersten Teil umgebracht wurde, hat Hit-Girl (wieder eine Wucht: Chloë Grace Moretz) sowieso nur noch ein Ziel vor Augen: den bösen Jungs den Hintern versohlen! Leider sieht Marcus, der ehemalige Partner von Big Daddy und ihr neuer Vormund, ein anderes Leben für Mindy (Hit-Girls Alter Ego) vor: Sie soll, wie ein normales Mädchen, die Schulbank drücken, die Finger von gefährlichen Waffen lassen und Hit-Girl begraben.

Während Mindy nun also zwischen „Hit-Girl oder Schulmädchen?“ schwankt, sehnt sich Dave nach Höherem: Er wünscht sich, Teil eines großen Superhelden-Teams zu sein. Nach seinem Auftritt als Kick-Ass, der mit enormer Medienpräsenz einherging und sich auf der ganzen Welt über soziale Netzwerke verbreitete, sprießen plötzlich überall selbsternannte Superhelden aus dem Boden.

Packshot zu Kick-Ass 2Kick-Ass 2

Egal ob das freundliche Ehepaar von nebenan, Physikprofessoren oder ehemalige Handlanger der Mafia – alle fühlen sich zum Verbrechensbekämpfer berufen. Und so findet Kick-Ass auch schnell das Team, nach dem er gesucht hat: „Justice Forever“, an dessen Spitze Colonel Stars and Stripes (Jim Carrey mal erfrischend anders) steht.

Gemeinsam legen sie sich mit dem New Yorker Untergrund an und feiern dabei reichlich Erfolge. Doch einen haben sie dabei nicht auf dem Schirm: Chris D’Amico aka Red Mist (Christopher Mintz-Plasse). Nachdem Kick-Ass seinen Vater mit einer Bazooka in die Luft gesprengt hat, lechzt Chris nach Rache. Er benennt sich kurzerhand in „The Motherfucker“ um und beschließt, der größte Superschurke zu werden, den die Welt je gesehen hat. Und da seine größte Stärke sein Reichtum ist, bezahlt er auserwählte Leute, um sich seinen „Toxischen Mega Fotzen“ anzuschließen, mit denen er die Welt zu einem böseren Ort machen möchte.

Derbe Sprüche und harte Action

So setzt „Kick-Ass 2“ also auch auf das klassische Spiel: Gut gegen Böse. Nur, dass die Guten dabei auch mit Baseballschlägern, Brecheisen, Schlagstöcken, scharfen Klingen und mächtigen Handfeuerwaffen agieren, um ihre Gegner mächtig bluten zu lassen. Die derbe Sprache kennt man ja schon aus dem ersten Teil und wird im zweiten Film so fortgesetzt.

Jetzt schon Kult: Kick-Ass und Hit-Girl metzeln sich in der trashigen Fortsetzung in die Herzen der Zuschauer – und reißen die der Bösewichte heraus.Fazit lesen

Schön ist, dass man dabei nicht das Gefühl hat, „Kick-Ass 2“ wollte seinem Vorgänger noch eins in Sachen Gewalt und Kraftausdrücke draufsetzen. Ungeschlagene Spitze ist dabei natürlich wieder Hit-Girl, die auf Vermutungen wie „Vielleicht ist sie eine Kampflesbe“ mit „Vielleicht ramm ich dir meinen Stiefel in die Fotze!“ antwortet.

Von den derben Sprüchen und der unzensierten Gewalt sollte man sich aber nicht täuschen lassen: „Kick-Ass 2“ ist keineswegs ein hirnloser und gewaltverherrlichender Superhelden-Actionfilm. Er könnte genauso gut als Action-Drama eingestuft werden. Die Charaktere müssen sich unglaublich mit sich selbst, ihren eigenen Problemen und Wünschen auseinandersetzen und erfahren zudem einen Schicksalsschlag nach dem anderen.

„Kick-Ass 2“ nimmt kein Blatt vor den Mund und beschönigt die Welt nicht. Wo gekämpft wird, gibt es Verluste, und wo ein kleines Mädchen Körper aufschlitzt, fliegen Gedärme. Dies ist aber keineswegs eklig anzusehen, sondern wird absolut trashig inszeniert.

Kick-Ass 2 - Hit-Girl kicks ass, bitch!

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Nein, das sind nicht Mr. Poppers Pinguine.
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Vom Comic zum Film

Und mit diesem Trash-Faktor spielt der Film sehr gerne. So benennt Chris die Mitglieder seiner Superschurken-Armee nach rassistischen Stereotypen wie „Mother Russia“ oder „Black Death“, Gangster-Quartiere werden zur remixten Titelmelodie von Tetris hochgenommen und Motherfuckers Kostüm stammt aus dem Fetisch-Equipment seiner Mutter. Diesen Film darf man also nicht allzu ernst nehmen.

Er ist eben ein bunter Mix aus Trash, Gewalt, Drama und Popkultur und spielt auch filmtechnisch unheimlich gerne mit diesen Stilmixen. So werden Panels, Sprechblasen oder gar Illustrationen in den Film integriert – seine Herkunft verleugnet er nicht. Auch sonst bewegt sich der Film unfassbar nah am Comic. Die Vorgeschichte zu Kick-Ass 2 namens „Hit-Girl“ wird gekonnt mit dem Comic „Kick-Ass 2“ vermischt und beide dienen dem Film als nahezu 1:1-Vorlage.

Kick-Ass 2 - Hit-Girl kicks ass, bitch!

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Identitätskrise: Hit-Girl oder Mindy?
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Nur ein paar kleine Details wurden verändert, wie z.B. die Verschmelzung der Charaktere „Colonel Stars“ und „Lieutenant Stripes“, die Kostüme von „Remembering Tommy“ oder das Alter von Hit-Girl, die im Comic 12 Jahre alt ist, im Film aber 15. Diese Änderung liegt vermutlich am fortgeschrittenen Alter von Chloë Grace Moretz, die sich wahrlich nicht mehr als 12-Jährige ausgeben kann. Das tut dem Charme der Rolle aber keinen Abbruch, sondern das pubertäre Teenager-Alter wird sogar Teil von Mindys Charakterisierung im Film und ihrem Zwiespalt zwischen „Mindy“ und „Hit-Girl“.

Lediglich das Filmende unterscheidet sich komplett vom Ende im Comic. Während das Comicende nach einer Fortsetzung schreit, ist der Film weitgehend abgeschlossen. Dennoch sollte man bis nach dem Abspann sitzen bleiben! Denn „Kick-Ass 3“ ist schon geplant – und definitiv der letzte Teil, weil mit diesem Film alles enden wird, wie Comicautor Mark Millar ankündigte.