Bei manchen Filmen fragt man sich wirklich, wieso sie überhaupt den Weg ins Kino gefunden haben. Streifen wie „Katakomben“ wären zuhause deutlich besser aufgehoben, auf der kleinen Mattscheibe könnte man dem Found-Footage-Spuk auch generöser begegnen, bei den heutigen Kino-Ticket-Preisen gestaltet sich ein Film wie dieser aber schon schnell zum Ärgernis.

Katakomben - Official Red Band TrailerEin weiteres Video

Scarlett findet in einem Höhlensystem im Iran Hinweise auf einen sagenumwobenen Stein, der unter Paris schlummern soll. Die Frage, wie man mehr als 100 Meter in den Untergrund gelangt, ist leicht geklärt. Wofür gibt es unter Paris schließlich die Katakomben?

Zusammen mit zwei Freunden und ein paar Tour-Guides, die sich in den Katakomben auskennen, steigt sie hinab in die Tiefe. Zuerst erscheint alles normal, aber je näher sie der geheimen Kammer kommen, desto gruseliger wird alles um sie herum. Geräusche, die nicht sein können, Erscheinungen, die es nicht geben dürfte: all das und noch mehr existiert in der Dunkelheit der Tiefe.

Katakomben - In der Hölle ruckelt die Kamera so derbe

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Der Film erscheint am 11.09.2014 in den deutschen Kinos.
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Was erst nur unheimlich ist, wird schon alsbald tödlich. Die Gruppe wird dezimiert und die Überlebenden müssen sich fragen, ob sie aus diesem Höhlensystem überhaupt je wieder herauskommen werden.

Wie oben, so auch unten

Der Originaltitel „As Above, So Below“ wird von Satanisten gerne benutzt. Er bezieht sich auf den Teufel, der in der Hölle herrscht und auf Erden wirkt. Die Phrase ist jedoch weit älter, so dass das Böse, das in diesem Film wirkt, nicht zwangsläufig der Teufel sein muss. Auch wenn Dante Alighieris „Lasst alle Hoffnung fahren, ihr, die ihr hier eintretet“ auch genutzt wird, um zu verdeutlichen, dass die Figuren zumindest metaphorisch in die Hölle hinabsteigen.

Tatsächlich hat man keine wirkliche Ahnung, was das Böse in diesem Film jetzt sein soll. Es bleibt unerklärt, was bei einem Found-Footage-Format nicht wirklich überrascht. Die Erfolgsformel ist hier schon immer gewesen, spannende Fragen aufzuwerfen, aber mit den Antworten zu geizen. Oder anders gesagt: Was schert’s den Filmemacher, wie er diesen Quatsch abschließt.

Katakomben - In der Hölle ruckelt die Kamera so derbe

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Schade, dass einem die Charaktere so herrlich egal sind...
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Jedes 08/15-Super-Mysterium-Ende reicht doch vollkommen. Erklären muss man nichts, nach 90 Minuten ist der Zuschauer sowieso froh, wenn er von dieser filmischen Tortur erlöst wird.

Geschüttelt, nicht gerührt

Nervig wie eh und je ist natürlich auch, dass die verschiedenen Kameras mal wieder wie irre herum wackeln. Dabei gibt es eh kaum was zu sehen, denn an Effekten ist „Katakomben“ echt arm. Ein paar Jump-Scares gibt es, davon abgesehen hat man hauptsächlich immer gleich aussehende Höhlengänge, ein paar bizarre Begegnungen (die natürlich auch nicht weiter erklärt werden) und jede Menge Leerlauf.

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Weiter, weiter in´s Verderben.
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Obwohl nicht allzu lange, fühlt sich „Katakomben“ dann eben doch lange an. Zeit ist relativ, und wenn der Spaß sich in Grenzen hält, dann vergeht sie richtig, richtig langsam. Das gilt auch für diesen Film, der eigentlich nur in einer Hinsicht punkten kann: mit seinem unfreiwilligem Humor.

Es gibt kaum zu glauben, aber hier gibt es richtig viel zu lachen. Allerdings ist zu bezweifeln, dass das die Intention der Macher war.

Uninteressante Figuren

Ein Problem des Films ist natürlich auch, dass die Charaktere vollkommen uninteressant sind. Nichts an ihnen ist in irgendeiner Weise entwickelt, sie sind allesamt nur Schablonen, deren Sterben oder Überleben im Grunde auch völlig egal ist. Gerade die Hauptfigur Scarlett erweist sich zudem als richtig nerviges Ich-weiß-alles-besser-Weibchen, so dass es nicht lange dauert, bis man ihr das Böse an den Hals wünscht.