Zum Start von “Karate Kid” trafen wir in Berlin die beiden Hauptdarsteller Jackie Chan und Jaden Smith. In deren Begleitung: Die Produzenten Will Smith und Jada Pinkte-Smith. Heraus kam ein urkomisches Interview, in dessen Verlauf sich mehrere Dinge abzeichneten: Einen sympathischeren Darsteller als Jackie Chan wird man kaum finden. Will Smith ist abseits der Filmleinwand sogar ein noch viel größerer Clown. Und der kleine Jaden hat schon jetzt genug Charisma und Witz, um es mit dem berühmten Daddy aufzunehmen.

Karate Kid - Trailer 2Ein weiteres Video

"Jacke anziehen, Jacke ausziehen."

gamona: Jackie, normalerweise sieht man sie in ihren Filmen wie ein Wirbelwind durch die Szenerie fegen, hier spielen sie jedoch eine sehr emotionale Rolle. Ist es schwer sich so zurückzunehmen?

Jackie Chan: Ganz und gar nicht. Eigentlich ist es sogar sehr viel einfacher für mich, denn die ganze Action erledigt Jaden in diesem Film. Ich muss nicht viel mehr machen, als immer wieder „Jacke anziehen, Jacke ausziehen“ zu sagen . Viel schwieriger ist für mich der Umgang mit der englischen Sprache – ich muss sehr konzentriert sein.

Karate Kid - Im Gespräch mit Jackie Chan, Jaden und Will Smith

alle Bilderstrecken
Jackie Chan: "Eines Tages werde ich Pat Morita sicherlich kennenlernen."
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 9/151/15

gamona: Pat Morita, der Darsteller des Mr. Miyagi im Original, ist mittlerweile leider verstorben. Haben sie ihn noch kennengelernt bzw. von seiner Vorstellung inspirieren lassen?

Jackie Chan: Nein, leider habe ich ihn nicht mehr kennengelernt. Eines Tages werde ich ihn sicher treffen [lächelt]. Ich respektiere die Arbeit von Pat Morita, aber es war mir wichtig, mich davon nicht beeinflussen zu lassen, was er in den ersten Filmen gemacht hat. Der Druck, dem man sich dann selbst ausliefert, ist einfach zu hoch. Stattdessen habe ich versucht der Figur des Miyagi meine eigene Handschrift zu verpassen.

Packshot zu Karate KidKarate Kid kaufen: ab 2,50€

gamona: Sie sind ja berühmt-berüchtigt dafür, sämtliche ihrer Stunts selbst auszuführen – obwohl sie sich schon so ziemlich jeden Knochen ihres Körpers gebrochen haben. Wieso begeben sie sich immer wieder in so große Gefahr?

Jackie Chan: Die Sache ist die: Als ich damals mit dem Filmen angefangen habe, gab es die ganzen Tricks und Techniken von heute nicht. Mittlerweile stellt man einen Schauspieler einfach vor die GreenScreen oder hängt ihn an Seile, damals ging das jedoch nicht. Also musste ich die Stunts eben selbst machen. Und als die Technik dann kam, hatten sich die Leute daran gewöhnt, dass Jackie seine Stunts immer selbst macht. Ich kann doch meine Fans nicht enttäuschen.

Karate Kid - Im Gespräch mit Jackie Chan, Jaden und Will Smith

alle Bilderstrecken
Jackie Chan: "Zum Glück macht Jaden die ganze Action - so ist es für mich deutlich einfacher."
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 9/151/15

gamona: „Karate Kid“ wirkt nicht nur als Sportlerdrama sondern zu großen Teilen auch als Werbung für die Schönheit Chinas. Wessen Idee war dieser starke Fokus auf die chinesische Kultur?

Jackie Chan: Als man mich ansprach, ob ich die Rolle übernehmen wollte, dachte ich: Das ist die perfekte Chance, der Welt zu zeigen, wie China heute ist. Es ist nicht mehr dasselbe China wie früher: heute ist es hier sehr viel offener. Die Leute lernen durch „Karate Kid“ unsere Kultur vielleicht etwas besser kennen. Das war mir wichtig. Und dank Will Smiths Namen, Sony Pictures im Rücken und der Marke „Karate Kid“ werden die Leute vielleicht aufmerksamer zusehen.

"Wenn Jackie Chan dabei ist, ist alles leichter."

Will Smith: Das stimmt. China ist ein beeindruckendes Land. Die kulturelle Erfahrung könnte wohl kaum weiter von einem westlichen Land, wie den USA, entfernt sein. Aber es ist absolut cool, wenn man mit Jackie Chan durch Peking läuft. Tatsächlich ist da drüben das größte Problem, einen Winkel für die Kamera zu finden, in dem man nicht im Hintergrund eine riesige Statue von Jackie zu stehen hat. Echt mal, der Kerl ist überall.

gamona: Nach „Der letzte Kaiser“ ist „Karate Kid“ erst der zweite Film, der in der Verbotenen Stadt spielt – wie habt ihr das denn bewältigt?

Karate Kid - Im Gespräch mit Jackie Chan, Jaden und Will Smith

alle Bilderstrecken
Will Smith: "Echt mal, Jackie Chan ist überall in China - du kannst die Kamera nirgends hinrichten, wo nicht ein Poster von ihm hängt."
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 9/151/15

Will Smith: Es hilft, wenn man Jackie Chan kennt und bei einer Absage immer wieder betont: „Ohh, da wird Jackie Chan aber enttäuscht sein!“ Wenn Jackie involviert ist, kommen in China einige Dinge in Bewegung.

gamona: Für Jaden muss es doch ganz schön anstrengend sein, wenn die eigenen Eltern mit am Set sind, oder?

Jaden Smith: Nein eigentlich nicht. Sie haben mir vorher versprochen, dass sie sich nicht als Chefs aufspielen werden.

gamona: Und auf Elternseite – erfüllt der Erfolg des Kleinen mit Stolz?

Jada Pinkett-Smith: Natürlich sind wir stolz. Aber Jaden hat sich diese Rolle auch erarbeitet. Er hat extrem hart trainiert, ist fleißig, diszipliniert und pflegeleicht. Aber es fällt mir auch ziemlich schwer, am Set nicht zu sehr „Mutti“ zu sein. Ich bin schließlich auch Mitproduzentin. In erster Linie bin ich aber für das geistige und mentale Wohl meines Sohnes zuständig .

gamona: Der Film ist in den USA schon angelaufen und unglaublich gut gestartet. Es gibt doch sicher bereits Pläne für einen zweiten Teil.

Karate Kid - Im Gespräch mit Jackie Chan, Jaden und Will Smith

alle Bilderstrecken
Jada Pinkett-Smith: "Eigentlich bin ich ja Produzentin, aber ein bisschen Mutter lasse ich immer durchblicken."
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 9/151/15

Will Smith: Wir waren nach dem Startwochenende alle völlig von den Socken: In nur drei Tagen hat "Karate Kid" 60 Mio. Dollar eingespielt. Damit konnte keiner rechnen. Das Problem ist allerdings: "Karate Kid" gehört zu einer sehr speziellen Art Film. Es geht um einen Sonderling, der im Zuge des Films zum Aufsteiger wird - ein typisches Sportlerdrama eben. Das funktioniert nur einmal. Es gibt genügend Fortsetzungen, die bewiesen haben, dass man so ein Rezept nicht einfach noch mal aufköcheln kann. Wir sind interessiert, das steht außer Frage - aber nur, wenn die Story wirklich Sinn macht. Außerdem müssen wir uns langsam beeilen - der kleine Racker altert so schnell.Wir müssten den Film sonst in "Karate Man" umbenennen .

"Mit 15 lege ich Daddy aufs Kreuz!"

gamona: Will, jetzt da Jaden diese neuen Karate-Skills besitzt ist es doch sicher ziemlich schwer die Rolle des Familienoberhauptes zu wahren?

Will Smith: Gut, dass ihr das ansprecht. Jaden macht mich ziemlich nervös: Ich versuche es jetzt zu vermeiden, nachts in die Küche runterzugehen. Womöglich lauert er hinter der nächsten Ecke auf mich. Glaubst du, du könntest mich fertig machen, Jaden?

Jaden Smith: Nee, sicher nicht. Aber spätestens wenn ich fünfzehn bin, bist du dran.

Karate Kid - Im Gespräch mit Jackie Chan, Jaden und Will Smith

alle Bilderstrecken
Jaden Smith: "Spätestens mit fünfzehn Jahren lege ich Daddy aufs Kreuz."
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 9/151/15

Will Smith: Im Grunde hat er das ja sowieso alles von mir gelernt. Seht ihr diese Pose auf dem Plakat. Dieser Spagat - das ist eine ganz alltägliche Übung, die ich immer vor dem Abendesse ausführe, um mich in Form zu bringen. Ihr wisst schon…Jaden hat sich das einfach nur abgeschaut.

gamona: Im Film gibt es ja auch eine Kussszene. Peinlich?

Jaden Smith: Logisch.

Will Smith: Was? Warum das denn?

Jaden Smith: Na vielleicht, weil unzählige Leute dabei um uns herum standen…?!

Will Smith: [lacht laut]…och komm, so schlimm ist das doch gar nicht...[reckt sich zu seinem Sohn hinüber und spitzt die Lippen. Der zögert und drückt seinem Vater dann einen flinken Schmatzer auf] Siehst du, das ist doch gar nicht so peinlich.

Jaden Smith: [blickt wenig überzeugt drein]

gamona: Immer wieder hört man in den Medien von ehemaligen Kinderstars, denen der Ruhm zu Kopf steigt – zuletzt etwa Lindsey Lohan. Macht man sich darüber Gedanken als Elternteil?

Karate Kid - Im Gespräch mit Jackie Chan, Jaden und Will Smith

alle Bilderstrecken
Jaden Smith: "Wenn dir einer im Interview dumme Fragen stellt - wirf einfach eine Flasche nach ihm."
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 9/151/15

Will Smith: Klar. Aber ich glaube, diese Entwicklungen liegen oft daran, dass jemand wie Lindsey über Nacht berühmt wird und plötzlich ernährt sie mit ihrem Geld die ganze Familie. Da musst du dann als Kind von vierzehn Jahren plötzlich ständig arbeiten gehen, dem immensen Druck der Branche Stand halten – sonst kann sich die Familie nämlich das neue Haus nicht mehr leisten. Und die Eltern sind mit dieser Situation meist überfordert. Sie kennen das Business nicht, wissen nicht, wie sie ihr Kind vorbereiten sollen. Bei uns ist das anders. Wir können Jaden viel Erfahrung mitgeben und er muss auch nicht für die Miete aufkommen. Oder was denkst du, Junge – wie gehen wir solchen Sachen wie Drogen um?

Jaden Smith: Äh…wir lassen die Finger davon…?

Will Smith: Seht ihr – ein guter Junge!

gamona: Eine Frage noch: Jaden, kannst du uns nicht irgendeinen tollen Move zeigen, zur Selbstverteidigung?

Jaden Smith: Also: Wenn du zum Beispiel irgendwann in einer Pressekonferenz sitzt und irgend so ein Typ stellt doofe Fragen oder verlangt von dir, einen Karate-Move vorzuführen, nimmst du einfach dieses Glas und wirfst es schnell in seine Richtung .