In der Welt der Comics gibt es bei DC schon lange das Konzept der „Elseworlds“. Das sind Erzählungen, die abseits des normalen DC-Universums stattfinden und Geschichten erzählen, in denen alles anders ist. Der neueste Animationsfilm „Justice League – Götter und Monster“ ist nun eine solche Elseworlds-Geschichte, bei der die Helden schon eher wie Schurken agieren – zumindest aber wie ruchlose Vigilanten.

Justice League - Götter und Monster - Official Trailer #1

Alles beginnt mit der Vernichtung von Krypton. Jor-El und seine Frau wollen ein gemeinsames, ungeborenes Kind zu den Sternen schicken, doch General Zod kommt ihnen zuvor. Es ist seine DNS, mit der die Eizelle von Jor-Els Frau befruchtet wird. Auf der Erde wird das kryptonische Baby von mexikanischen Einwanderern gefunden, während das Raumschiff an die Regierung fällt.

Jahre später bilden Superman, Batman und Wonder Woman die Liga der Gerechten. Sie kämpfen global gegen das Böse und bedienen sich dabei nicht gerade zimperlicher Mittel. Das jüngste Massaker unter einigen Terroristen, das zum reinsten Blutbad geriet, lässt den Ruf der Liga gewaltig leiden. Immer mehr Menschen lehnen sich gegen diese falschen Götter auf und auch die Regierung will etwas gegen das Trio unternehmen.

Doch es gibt noch eine andere Gefahr: Mysteriöse Robot-Wesen, die scheinbar willkürlich töten, aber von jemandem gelenkt werden, der einen sehr präzise erdachten Plan verfolgt.

Justice League - Götter und Monster - Helden als blutrünstige Vigilanten

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Der Film erscheint am 19.11.2015 für Blu-ray und DVD.
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Grimmig und düster

Gerade in den letzten Jahren haben sich die Animationsfilme von DC ganz gewaltig entwickelt. Sie nutzen zwar die Technik des Zeichentricks, erzählen aber recht erwachsene Geschichten, bei denen es durchaus zur Sache geht. Das gilt auch hier, denn wie sich die selbst ernannte Liga der Gerechten durch ihre Gegner schlachtet, ist schon recht hart geraten.

Darüber hinaus ist es aber vor allem der Konflikt zwischen diesen Beinahe-Göttern und den Sterblichen, der hier den interessanten Aspekt der Geschichte ausmacht. Das nimmt wohl auch etwas von dem vorweg, was nächstes Jahr im Kino bei „Batman v. Superman“ noch stärker herausgearbeitet werden wird. Zugleich spielt man mit der Frage, ob Wesen, die über solche Kräfte verfügen, sich nicht automatisch erhaben und über sterblichem Recht sehen müssen.

Packshot zu Justice League - Götter und MonsterJustice League - Götter und Monster

Dementsprechend gibt es im Verlauf der Geschichte auch eine Entwicklung, die aber nur bedingt glaubwürdig geraten ist. Insbesondere gilt dies für die Figur Superman, der am Ende eine Kehrtwende einleitet, obwohl eigentlich kaum echte Motivation dafür zu sehen ist. Aber das ist nur ein kleinerer Schwachpunkt des Films.

Justice League - Götter und Monster - Helden als blutrünstige Vigilanten

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Superman einmal ganz anders.
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Helden und Schurken

Das Interessante an Elseworlds ist natürlich auch, dass alles möglich ist. So hat man hier nicht nur gänzlich andere Versionen von Superman, Batman und Wonder Woman, sondern bekommt auch Heldenfiguren zu sehen, die hier als Schurken agieren. In der alternativen DC-Historie kann man einfach alles auf den Kopf stellen.

Darüber hinaus gefällt der Film aber auch, weil er Figuren bietet, die schon in den Comics ein Randdasein fristen, aber sehr sympathisch sind: die Metal Men des Wissenschaftlers Will Magnus.

Eine alternative Geschichte des DC-Universums, die ihren ganz besonderen Reiz hat.Fazit lesen

Viel Potenzial in kurzer Laufzeit

Das größte Problem von „Justice League – Götter und Dämonen“ ist, dass das Thema reich an Potenzial ist. Eigentlich ein Vorteil, der sich aber ins Gegenteil verkehrt, wenn man gerade mal gute 70 Minuten hat, um die Geschichte zu erzählen. So gibt es reichlich Überraschungen und Twists, die teilweise so wirken, als seien sie aus einem Hut gezaubert worden. Im Endeffekt hätte der Film mehr Platz benötigt, um sich wirklich entfalten zu können.