Wenn ein Film gleich um mehrere Monate verschoben, aus dem Sommer heraus und im Februar beerdigt wird, dann verheißt das in der Regel nichts Gutes. Und auch „Jupiter Ascending“, das neueste Werk der Wachowski-Geschwister, kann allenfalls als Durchschnitt gelten. Von den großen Ambitionen, die in dieser Geschichte spürbar sind, bleibt auf der Leinwand recht wenig übrig. Schöne Bilder haben die Wachowskis aber immerhin geschaffen.

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Die Geschichte beginnt auf der Erde, mit der jungen Jupiter Jones (Mila Kunis), die ein ziemlich ärmliches Leben führt. Aber dann wird sie von Außerirdischen angegriffen, die sie töten sollen. Nur dem Eingreifen des genmanipulierten Soldaten Caine (Channing Tatum) ist es zu verdanken, dass sie überlebt. Caine handelt im Auftrag von Titus (Douglas Booth), der Jupiter lebend will, während sein Bruder Balem (Eddie Redmayne) ihren Tod wünscht. Erst als Caine mit Jupiter zu seinem Kumpel Stinger (Sean Bean) kommt, wird klar, warum alle an der jungen Frau interessiert sind: Sie ist die genetische Wiedergeburt der Königin. Ihr stehen damit allerhand Reichtümer zu, womit das diffizile Machtgefüge der drei Abrasax-Geschwister aus dem Gleichgewicht gebracht wird.

Eine außerirdische Dynastie

„Jupiter Ascending“ besitzt eigentlich die Bestandteile, die vonnöten wären, um einen richtig großen Film zu erschaffen. Der Wechsel zwischen den Handlungsebenen auf der Erde und im All wirkt aber immer etwas holprig. Darüber hinaus schafft es der Film nicht, die politischen Hintergründe dieses Machtkampfes greifbar zu machen. Man hat das Gefühl, dass hier durchaus ein dynastisches Sammelsurium á la „Dune“ dringewesen wäre, das Skript schafft es aber nicht, aus dem Rohmaterial etwas Befriedigendes herauszuholen.

Jupiter Ascending - Der Weltraum, unendliche Langeweile

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Der Film startet bei uns am 5. Februar in den Kinos.
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Das ist umso bedauerlicher, weil die Einflusssphären der Abrasax-Geschwister über eine außergewöhnliche Optik verfügen. Das gilt einerseits für die Kostüme, aber auch die Ausstattung. Hier hat man sich Gedanken gemacht, wie außerirdische Gesellschaften gestaltet werden und sich von irdischen abheben können. Schade nur, dass man diese Sorgfalt nicht auch der Geschichte angedeihen ließ.

Und die Goldene Himbeere geht an...

Eddie Redmayne. Er spielt den Schurken Balem, das aber derart überzogen, dass man sich des Schmunzelns, wenn nicht gar des Kicherns kaum erwehren kann. Mit dem heiseren Flüstern, vor allem aber dem irren Blick, den Redmayne hier zum Besten gibt, ist er eine Parodie und dabei dermaßen albern, dass er die ohnehin schon magere Geschichte noch weiter nach unten zieht.

Packshot zu Jupiter AscendingJupiter Ascending

Er ist aber längst nicht der einzige Faktor, der für unfreiwilligen Humor sorgt. Das schaffen die Wachowskis auch mit ihrem Drehbuch. Einerseits mit Situationen, die abstruser kaum sein könnten, andererseits aber vor allem mit Dialogen, bei denen man sich wundern muss, dass die Darsteller nicht in schallendes Gelächter ausgebrochen sind.

Jupiter Ascending - Der Weltraum, unendliche Langeweile

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Hübsche Effekte, nichts dahinter: Jupiter Ascending bleibt weit unter seinen Möglichkeiten.
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Besonders wenn Jupiter und Caine sich anschmachten, kommen hier Dialog-Bonmots zum Vorschein, die mit den größten verbalen Verfehlungen von „Van Helsing“ locker mithalten können.

Ein angepisster Elb

Wo sich Mila Kunis noch halbwegs gut schlägt, selbst bei den größten Dialog-Entgleisungen, kommt Channing Tatum hier unter die Räder. Schon das Design seiner Figur ist erbärmlich. Er sieht aus wie Legolas‘ etwas einfach gestrickter Bruder, aber ständig angepisst. Immerhin macht er sich in Action ganz gut – und recht viel mehr als das gibt es für seine Figur auch nicht zu tun.

Schön sieht der Film aus, recht viel mehr hat er aber leider nicht zu bieten.Fazit lesen

Gleiches gilt übrigens für Sean Bean, der immerhin mal seinem eigenen Klischee untreu wird. Dafür ist seine Figur ansonsten voller Klischees.