Man nehme eine Prise Avatar, einen Hauch Star Wars, füge Elemente aus Conan hinzu und mische das Ganze mit Final Fantasy. Wenn man Disneys „John Carter“ betrachtet, erkennt man viele Science-Fiction- und Abenteuer-Filme darin wieder. Ein bloßer Abklatsch der großen Welterfolge? Nein, denn es sind James Cameron, George Lucas und all die anderen, die bei „John Carter“ abgeguckt haben!

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Denn die Geschichte um Captain John Carter ist keine neue. Ihr Namensgeber feiert dieses Jahr sogar 100-Jähriges Bestehen und stammt aus der Feder von Tarzan-Autor Edgar Rice Burroughs, der 11 Bücher rund um den Weltall-Helden schrieb, angefangen mit „A Princess of Mars“ (1917). Viele bekannte Science-Fiction-Autoren und -Regisseure ließen sich von den Erzählungen und der beschriebenen Welt inspirieren, darunter auch George Lucas und James Cameron. Und der Einfluss ist überall spürbar, wenn man sich „John Carter – Zwischen zwei Welten“ ansieht.

John Carter vom Mars

Nachdem John Carter im amerikanischen Bürgerkrieg Frau und Kind verloren hat, zieht er los, um als Goldgräber sein Glück zu versuchen. In einer Höhle begegnet er einem seltsamen Mann, der aus dem Nichts erscheint und dessen Medaillon John in eine andere Welt befördert. In einer Art Wüste angekommen, hat sich die Schwerkraft verändert: Sobald John seine Füße von der Erdoberfläche löst, macht er einen gewaltigen Satz in die Luft und landet ein paar Meter weiter wieder auf dem Wüstengrund. Dieses Springen wird im Verlauf des Films sein Markenzeichen und seine größte Stärke.

John Carter - Zwischen zwei Welten - „Luke, ich bin dein Urgroßvater!“

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John Carter ist der Urahn von Flash Gordon, Luke Skywalker & Co.
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In der Wüste trifft er schließlich auf grüne, vierarmige Außerirdische, doppelt so groß wie er, die ihn gefangen nehmen. Ihr Anführer Tars Tarkas ist dem hüpfenden Erdling jedoch wohlwollend gesonnen und beauftragt seine Tochter, sich um Carter zu kümmern. Bald erfährt John, dass er auf dem Mars – sie nennen ihn Barsoom - gelandet ist, auf dem seit Jahren ein unerbittlicher Krieg zwischen den Bewohnern tobt. Vor allem die Städte Zodanga und Helium kämpfen um die Vorherrschaft.

Um dem Blutvergießen ein Ende zu bereiten, bietet der Anführer der Zodangans an, die Prinzessin von Helium zu heiraten und ihre Reiche zu vereinen. Prinzessin Dejah Thoris wehrt sich jedoch gegen die Zwangsheirat und bei einem Gefecht in hoher Luft landet sie urplötzlich in Carters Armen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einer Lösung für seine Rückkehr zur Erde und für den Frieden auf Barsoom.

Packshot zu John Carter - Zwischen zwei WeltenJohn Carter - Zwischen zwei Welten kaufen: ab 5,80€

Alles nur geklaut?

Während der Reise auf dem Wüstenplaneten erinnert vieles aus John Carters Welt an andere Science-Fiction-Abenteuer. Zum Beispiel an Star Wars: Neben der naheliegenden Verbindung zum Wüstenplaneten Tatooine gibt es auch Flugobjekte, die stark an die Sternen-Saga erinnern, wie das Swoop-Bike, auf dem Anakin sich in Episode II fortbewegt. Auf einem ähnlichen Gefährt jagt nämlich auch John Carter durch die Lüfte.

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Avatar? John Carter ist ein Film des ständigen Déjà-Vu.
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Andere Vehikel und vor allem die Architektur gleichen Objekten aus der Final-Fantasy-Reihe. So wird auch auf Barsoom Futuristisches mit Gotik verwoben, doch mischen sich hier noch Elemente aus der Antike darunter, wie zum Beispiel die Kleidung, die der (spärlichen) Rüstung römischer Gladiatoren nachempfunden wurde.

Déjà-vu für Science-Fiction-Fans: John Carter war der erste Weltraum-Abenteurer und landet fürs versierte Kinopublikum doch Jahrzehnte zu spät auf dem Mars.Fazit lesen

Das klassische „Zwei Welten prallen aufeinander“-Motiv, welches schon in etlichen Filmen wie Pocahontas oder auch Avatar zu sehen war, spielt jedoch eine untergeordnete Rolle. Es geht weniger darum, eine neue Kultur kennenzulernen und sich dieser anzupassen, als einen fürchterlichen Krieg zu verhindern und natürlich die schöne Prinzessin vor der ungewünschten Hochzeit und ganz Helium vor der anstehenden Gefahr zu retten.

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Hübsches Kreaturendesign.
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Zwischen einer Welt

Deswegen ist der deutsche Untertitel „Zwischen zwei Welten“ auch sehr irritierend. Denn eigentlich spielt sich der Großteil der Geschichte auf Barsoom ab. Nur die im Vergleich winzige Rahmenhandlung vollzieht sich auf der Erde. Einen ständigen Wechsel zwischen den Welten gibt es hier nicht und John Carter scheint sich auch mühelos an sein neues Umfeld anzupassen, sodass der Titel auch nicht auf eine kulturelle Problematik hinweisen möchte. Denn Carter fängt schon sehr bald an, die Sprache der Marsianer zu verstehen und zu sprechen, wodurch er mit den Tharks, aber auch mit humanoiden Wesen wie Prinzessin Dejah Thoris kommunizieren kann.

Und wie sollte es anders sein, natürlich verliebt sich der Held auf der gemeinsamen Reise in die schöne, kämpferische Prinzessin und hat bald nicht nur zum Ziel, nach Hause zurück zu kehren, sondern auch, Dejah Throis aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Hier blüht der sture, freiheitsliebende und eigenbrötlerische John sogar auf, um selbstlose Taten zu vollbringen. Diese Liebe des ungleichen Paares, vor dem Hintergrund der Weltraum-Kriegs-Thematik und der soziokulturellen Differenz, erinnert natürlich wiederum stark an Anakin Skywalker und Padmé Amidala.