Was kann man zu einem Film sagen, bei dem es 14 Jahre gedauert hat, bis das Sequel das Licht der Welt erblickt? Entweder, dass er unglaublich gut ist und man sich deswegen nicht daran gewagt hat, die Geschichte fortzusetzen, oder dass es noch unglaublicherer Quatsch ist, bei dem man nie erwartet hätte, dass ein Sequel Wirklichkeit wird. Dass es doch dazu kam, kann man natürlich auch darauf schieben, dass manche Streaming-Klitschen einfach neues, originäres Material brauchen. Eine Fortsetzung zu einem Spaßfilm von anno dazumal ergibt da Sinn.

Joe Dreck 2: Beautiful Loser - Official Trailer #2Ein weiteres Video

Dementsprechend wurde „Joe Dirt 2“ in den USA auch nicht in den Kinos gezeigt, sondern gleich über Crackle gestreamt. Hierzulande schlägt die unlustige Travestie direkt auf DVD und Blu-ray auf.

Zurück in die Vergangenheit

Joe Dirt ist einfach ein Loser. Das war er schon immer, das wird er immer sein, daran ändert sich einfach nichts. Auch nicht, als seine Frau, der blonde Feger Brandy, Drillinge wirft. Tatsächlich wird es sogar noch schlimmer, denn die drei Mädchen sind schlauer als der alte Joe. Als sie dann noch miterleben müssen, wie die Kollegen ihres Vaters diesem kräftig ins Gesicht furzen, ist Joe Dirt völlig unten durch.

Er möchte den Respekt seines Nachwuchses zurückgewinnen, aber ein Tornado kommt ihm da dazwischen. Er trägt seinen Wohnwagen durch die Zeit zurück ins Jahr 1965, wo Joe Dirt allerhand Absurdes erleben muss, aber irgendwie muss man ja zurück in die eigene Zeit kommen, um doch noch alles zu richten.

Joe Dreck 2: Beautiful Loser - Forrest Dumb

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Der Film erscheint am 14.01.2016 auf Blu-ray und DVD.
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Parodien auf uralte Schinken

„Joe Dirt 2“ fängt damit an, dass die Titelfigur auf einer Bank sitzt und auf den nächsten Bus wartet. Er spricht die Frau neben sich an – ohne weise Sprüche á la „Forrest Gump“, aber ebenso inszeniert. Das Problem dabei? Die Szene ist lang, dröge und frei von Humor, aber man hat sofort das üble Gefühl, dass es ab diesem Punkt nur noch bergab gehen kann. Auch wenn man keine Ahnung hat, wie sehr!

Denn „Joe Dirt 2“ ist ein seltsames Monster. Das Werk eines Mannes – Hauptdarsteller David Spade selbst, der am Drehbuch fleißig mitgeschrieben hat –, der seine eigene Messlatte für Humor hoch angesetzt hat, aber in Nostalgie untergeht. Denn nicht nur kann und muss man „Joe Dirt 2“ als eine Art White-Trash-Version von „Forrest Gump“ verstehen, inklusive einer ganzen Reihe von Hommagen, die nicht mal zum Schmunzeln einladen, nein, es geht weit darüber hinaus.

Packshot zu Joe Dreck 2: Beautiful LoserJoe Dreck 2: Beautiful Loser

Der Film bringt uninspiriert Szenen, die mit der Haupthandlung nichts zu tun haben, aber an große Filme angelehnt sind. Nur: Diese Filme sind uralt. Wir sprechen hier von Werken wie „Das Schweigen der Lämmer“, „Castaway“ oder „Peggy Sue hat geheiratet“, die mittlerweile alt und angestaubt sind. Und das so sehr, dass sie älter sind als die Kernzielgruppe, die mit „Joe Dirt 2“ angesprochen werden soll. Denn dieser sich möglichst politisch inkorrekt gebende Film zielt natürlich auf ein jugendliches Publikum ab, ohne aber wirklich dessen Sprache zu sprechen. Tatsächlich ist „Joe Dirt 2“ ein wandelnder Widerspruch.

Joe Dreck 2: Beautiful Loser - Forrest Dumb

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Die Fortsetzung, nach der nie jemand gefragt hat.
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Welche Geschichte?

Das größte Problem dieses knapp zwei Stunden langen Films sind aber nicht die wirklich dumpfen Gags, die mitunter so blöd sind, dass man nur lachen kann (Stichwort: „Brandy 2.0 Special Edition“), und auch nicht die zotigen Momente (Kamerablickwinkel aus der Vagina von Joes Frau, kurz bevor entbunden wird), es ist das Fehlen jedweder Handlung. Auf gut Deutsch: Es gibt im Grunde keine Geschichte, sondern nur halbgare Vignetten. Man hat das Gefühl, dass Spade und Co. einfach improvisierten, frei nach dem Motto: Wir machen, was immer uns gerade einfällt, wie das am Ende alles zusammenpasst, hat keine Relevanz.