Bitte gehen Sie weiter. Hier gibt es nichts zu sehen. Nichts zu sehen... Oh. Was ist das denn? Ich habe mich geirrt. Kommt alle her und schaut euch das an. Wie ein Autounfall. Es ist scheußlich, aber man kann einfach nicht aufhören hin zu gucken... Oh. Wartet erneut. Doch. Doch, geht ganz gut. Aber leider habe ich diese Wahl gar nicht...

Jinn - Official Trailer #1

Was ihr hier zu sehen bekommt, hat nichts mit Wes Cravens "Wishmaster" zu tun und ist auch ganz sicher nicht der nächste Geheimtipp unter Horror-Freunden. "Jinn" ist die Art Film, die man zufällig beim zappen findet und wo man zu faul ist wegzuschalten. Wie viele Filme fangen schon um 4:00 Uhr an und außerdem ist man in diesem Zustand zu müde/betrunken, um noch hohe Ansprüche stellen zu können.

Von Menschen und Göttern

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Filme, die im Intro die Hintergründe der Geschichte erklären müssen und es nicht schaffen, diese Informationen in die eigentliche Handlung mit einfließen zu lassen, ziemlich unausgereift sind. Es ist aber Fakt, dass Filme, die so etwas tun und danach genau die gleiche Erklärung, Wort für Wort, in spätere Unterhaltungen verflechten, ernsthafte Probleme haben.

Jinn - Warum tue ich mir sowas an?!

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Der Film erscheint am 31.10.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Es war also mal wieder einmal... Einst wurden die Menschen aus Lehm erschaffen, die Engel aus Licht und die Jinn aus Feuer. Während die Jinn fröhlich die Erde beherrschen durften, hingen die Menschen im Nichts rum und die Engel haben eh nix zu melden. Dann bekamen die Menschen die Erde. Weil. Vielleicht war ja göttliche Halbzeit; man weiß es nicht.

Klar, dass die Jinn nun ziemlich sauer sind. Und weil es zu allem Überfluss auch noch jemanden gibt, der die ollen Neidhammel besiegen könnte, wird aus der Feindschaft zwischen Mensch und Jinn eine Blutfede.

Darunter zu leiden hat in erster Linie der Zuschauer. Aber direkt danach Shaw (Dominic Rains), der aus der Linie des Auserwählten abstammt und damit ganz oben auf der Abschussliste der Jinn steht. Zumindest dieses einen Jinn. Dieses einen, nachtragenden Jinn, der normalerweise wartet, bis sein Opfer Nachwuchs hat. Warum weiß man mal wieder nicht; nur, dass es bei Shaw scheinbar anders ist. Der hat nämlich gar keine Kinder und wird trotzdem attackiert.

Jinn - Warum tue ich mir sowas an?!

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Jinn versus Shaw (Dominic Rains).
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Klar, dass der Held Antworten braucht. Und die bekommt er von einem schwertschwingenden Priester und einem guten Jinn. Und seinem bekloppten Onkel aus der Klapse (Der irgendwann einfach entscheidet, nicht mehr bekloppt zu sein). Warum die ihn nicht früher gewarnt und zum Kampf ausgebildet haben? Vielleicht mussten sie noch Einkäufe erledigen. Sich die Haare waschen. Fußnägel schneiden...

Tut mir Leid...

Ich mag ja gar nicht so verbittert rüberkommen. Aber dieser Film war wirklich, als würde ich gegen eine Wand laufen und mich entscheiden, es einfach nochmal und nochmal zu versuchen. Es ist schmerzhaft. Es ist dumm. Und man fragt sich irgendwann nach dem Sinn des eigenen Seins.

Sehr gute Effekte. Fast der ganze Rest ist einfach nur traurig. Für die beteiligten Darsteller. Für den Zuschauer. Für die totgeschlagene Zeit.Fazit lesen

Vor allem frage ich mich nach dem Sinn dieses Films. Seine Logiklöcher - von denen es sehr viele gibt - sind Ozonloch groß. Die visuellen Fehler unübersehbar. Der Plot? Ein Scherz. Die Wendungen? Ein schlechter Scherz.

Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Wenn Dinge angeschnitten aber niemals erklärt werden ist das noch normal. Wenn die Tür im einen Moment aus den Angeln reißt und im nächsten ganz normal geschlossen wird, als wäre nie was gewesen, zuckt man nach einer Stunde nicht einmal mehr mit der Wimper.

Jinn - Warum tue ich mir sowas an?!

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Ray Park (Gabriel) ist schon eine coole Sau.
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Das der Film bereits auf der Verpackung mit dem coolen Auto des Protagonisten angibt ist genauso vielsagend wie die Verfolgungsjagd mit dem Jinn. Was ist schneller? Sportwagen oder Dämon? Spart euch die Überprüfung. Es ist der Sportwagen.

Spart euch auch die Synchronsprecher, die direkt aus den frühen 90ern zu uns gestoßen sind und in ihrer Zeit scheinbar die unbekannteren Anime übersetzt haben. So klingt es zumindest. Schlecht. Gelangweilt. Uninteressiert. "Ich dachte, du würdest mich verlassen!". "Ich werde niemals dich verlassen". Uff. Fällt das denn keinem vorher mal auf?

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Die Liste ist lang. Ob der Jinn Gewichtheben mit seinem Gegner spielt oder niemals aufgelöst wird, wohin die Freundin von Shaw verschwunden ist und wieso sie plötzlich einfach wieder auftaucht und sich kein Schwein darüber wundert. Am Ende bleibt der Zuschauer rat- und hilflos.

Am Ende...

Aber es ist nicht alles schlecht an dem Film. Ray Park macht als guter Jinn Gabriel eine anständige Figur und die Trickeffekte des Streifens sind mehr als sehenswert. Leider total verschwendet. Ein mieser Start, wird von einem noch mieseren Mittelteil überschattet und einem unfreiwillig komischen und ganz und gar bekloppten Ende abgelöst.