Neun Jahre nach Sam Mendes‘ „Jarhead“ gibt es nun das Direct-to-DVD-Sequel. Wenn man „Jarhead 2: Zurück in die Hölle“ denn als Sequel bezeichnen will, denn im Grunde ist er das nicht. Er erzählt eine eigene Geschichte, die ein paar Ideen mit dem Original teilt, aber weit weniger in Richtung Arthaus geht. Wo „Jarhead“ vor allem die Langeweile des Krieges zeigen wollte, die ewigen Zeitspannen, in denen nichts passiert, das Warten darauf, endlich mal zum Schuss zu kommen, ist „Jarhead 2“ in erster Linie ein Actionfilm, der sich aber durchaus auch ein paar ernsthafte Momente erlaubt.

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Corporal Merimette (Josh Kelly) absolviert bereits seine dritte Runde in Afghanistan und denkt darüber nach, aufzuhören. Dann wird er zum Gruppenführer ernannt und erhält eine Mission. Sie ist relativ einfach: Nachschub soll geliefert werden. Aber der kleine Konvoi gerät in einen Hinterhalt, nachdem man zwischenzeitlich ein paar Seals und eine Afghanin aufgesammelt hat. Die Seals müssen die Frau in Sicherheit bringen, aber diese Aufgabe fällt schließlich an Merimette, der sich mit seinem dezimierten Trupp zu Fuß durch Feindgebiet durchschlagen muss.

Jarhead 2: Zurück in die Hölle - Jeder Krieg ist anders, jeder Krieg ist gleich

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Der Film erscheint bei uns am 25.09.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Kein Sequel

Wenn man diesen Film in einem Atemzug mit dem Original nennt, dann kann er natürlich nur schlecht abschneiden. Aber diesen Fehler sollte man – Titel hin oder her – einfach nicht machen. Im Grunde hätte man dem Film auch jedweden anderen Titel geben können, es wäre nicht relevant, weil er voll und ganz für sich steht.

Er ist ausgesprochen actionreich, nicht aber auf die Art, dass man ihn als einen dummdreisten Kriegsfilm klassifizieren könnte, bei dem in Rambo-Manier herumgeballert wird. Es wird schon versucht, die Kampfsequenzen möglichst realistisch zu gestalten. Und: Es wird gestorben, womit der Film auch seine wenigen Momente an Tiefe erhält. Denn er befasst sich auch mit dem Phänomen der Schuld der Überlebenden und findet dabei ein paar drastische Szenen.

Jarhead 2: Zurück in die Hölle - Jeder Krieg ist anders, jeder Krieg ist gleich

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Originaltitel: Jarhead 2: Field of Fire.
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Echte Dialoge

„Jarhead 2“ wirkt auch deswegen authentisch, weil die Figuren reden, wie es echte Menschen – vor allem in Situationen wie diesen – tun. Da gibt es mitten auf der Mission Gespräche sehr sexueller Natur, die aber auch dazu da sind, die Spannung abzubauen, laufen die Soldaten doch in jeder Sekunde Gefahr, Opfer eines Anschlags zu werden.

Das hilft auch, die Figuren real werden zu lassen. Anders als bei vielen Kriegsfilmen verschwinden die Figuren nicht hinter den Uniformen, sie erwachen zum Leben, wodurch nicht nur die Identifikation erleichtert wird, sondern auch das Mitgefühl steigt. In der Beziehung ist „Jarhead 2“ wirklich effektiv, schafft er es doch, zu zeigen, wie nah und persönlich der Schrecken des Kriegs eigentlich sein kann.

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Warum sie tun, was sie tun

Darüber hinaus befasst sich „Jarhead 2“ aber auch damit, warum sich Männer und Frauen freiwillig zur Armee melden und in Kriegsgebieten zum Einsatz kommen. Dieser kleine Film ist dabei weit effektiver als Propaganda-Material wie „Act of Valor“. Er schafft es, das Pflichtgefühl, das diese Menschen verspüren, nachvollziehbar werden zu lassen. Am Ende erkennt man, warum Menschen ihr Leben riskieren, warum sie tun, was sie tun, auch wenn das heißt, ihre Familie vielleicht nie wieder zu sehen.