Nun hat es wohl auch Sony Pictures und MGMs James Bond 007: Spectre erwischt. Nicht nur, dass Email-Leaks darauf hindeuten, dass der Film der teuerste Bond, und einer der teuersten Filme überhaupt wird, die Produktion hat mehr Probleme als bisher angenommen. So sollen die Produzenten äußerst unzufrieden mit dem dritten Akt des Drehbuchs sein, das ebenfalls geleakt ist.

ACHTUNG: Dieser Artikel beinhaltet massive, MASSIVE SPOILER, die wichtige Handlungsstränge preisgeben, und sollte von daher nicht gelesen werden, wenn man nicht GESPOILERT werden möchte!

James Bond 007 - Spectre - Drehbuch geleakt, Produzenten unzufrieden mit dem dritten Akt

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In welche Zukunft blickt James Bond?
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Wer hätte denn gedacht, dass der Hackerangriff von #GoP auf die Server von Sony Pictures dermaßen hohe Wellen schlagen würde. Aber es kommt nun mal nicht alle Tage vor, dass man so detaillierte Einblicke in den Kopf der Executives wie Sony Pictures' Motion Picture Chief Amy Pascal erhält. Einige Personen in Hollywood dürften ob ihrer Aussagen not amused sein. Und vor allem erfährt man nun weitaus mehr Interna zu den laufenden Produktionen wie The Amazing Spider-Man 3, Captain America: Civil War, Ghostbusters 3 und auch zum 24. Bond-Streifen James Bond 007: Spectre.

Aus geleakten Emails weiß man bereits, dass Bond. 24 mit über 300 Millionen Dollar bereits weit über dem veranschlagten Budget liegt, das ursprünglich eingeplant wurde. Damit dürfte der Druck auf Regisseur Sam Mendes, und überhaupt auf das gesamte Team enorm steigen. Sony Pictures hat mit der Bond-Marke einen Ruf zu verlieren, schließlich spielte James Bond 007: Skyfall mit 1,1 Milliarden Dollar soviel ein wie noch kein Bond-Film zuvor. Und Skyfall kostete 200 Millionen Dollar. Ein Bond-Streifen nach Skyfall, der mehr kostet, aber weniger einspielt, wäre ein Flop für das Studio.

Um die Kosten zu drücken, hat MGMs Präsident Jonathan Glickman mehrere Memos verfasst, die Ratschläge geben sollen, wie man Kosten einsparen kann. So rät er dazu, eine Nachtszene, die in einer Villa in Rom spielen soll, doch einfach in London zu drehen. Bei Nacht würde man den Unterschied wohl kaum merken. Zudem sollten die Anzahl der Waggons bei einer Kampfszene auf einem fahrenden Zug doch bitte verringert werden. Auch das dramatische Finale im Regen soll geschnitten werden, um Geld zu sparen.

Dass Spectre überhaupt so teuer geworden ist, und höchstwahrscheinlich sogar noch teurer wird, liegt wohl auch daran, dass man das Drehbuch mehrfach abändern ließ. Dass die Stammautoren Neal Purvis und Robert Wade das Drehbuch überarbeitet haben, weiß man seit Juli diesen Jahres. Doch auch im darauffolgenden Oktober wurde das Drehbuch noch einmal überarbeitet. Dieses Mal war es Drehbuchautor Jez Butterworth, der auch das Drehbuch zum Tom Cruise-Sci-Fi-Actionfilm Edge of Tomorrow, aka Live. Die. Repeat. verfasste. Überhaupt musste das Drehbuch immer und immer wieder überarbeitet werden, denn die Executives waren zwar offenbar voll des Lobes für die ersten beiden Akte, aber nicht zufrieden mit dem finalen dritten Akt.

James Bond 007 - Spectre - Drehbuch geleakt, Produzenten unzufrieden mit dem dritten Akt

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Wieviel wird James Bond 007: Spectre schlußendlich kosten?
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Noch einmal: Hier beginnen die SPOILER:

In den ersten beiden Akten des Streifens zerstört Bond Teile von Mexico City während einer seiner berüchtigten Einzelgängermissionen (Das dürfte der Auftakt sein). Daraufhin erhält er eine Mission, die ihm posthum durch M (Judi Dench) erteilt wird, und die ihn quer durch Europa führt. Nachdem er die Frau (Monica Belucci) eines Mannes verführt hat, den er erschoß, nutzt er Informationen von ihr, um in ein Meeting einer Verbrecherorganisation zu gelangen, die von einem Mann geleitet wird, der Bond von früher kennt. Bond wird Zeuge des Todes von Mr. White, einen der Bösewichte aus Casino Royale, und findet seine Tochter (Lea Seydoux) in Österreich. Zusammen fliegen sie nach Marokko, und erledigen Mr. Hinx (Dave Bautista), einen der Handlanger der Organisation. In der Zwischenzeit soll MI-6 mit MI-5 zusammengelegt, und Bond in Rente geschickt werden. M (Ralph Fiennes) und MI-5-Boss C (Andrew Scott) streiten zudem über ein neues Nachrichten-Netzwerk mit Namen Nine Eyes.

Bis dahin sollen die Executives höchst zufrieden mit dem Drehbuch und dem Ablauf der Story sein. "Ich persönlich denke, dass die ersten 100 Seiten fantastisch sind", so Glickman in einer Email vom 9. Oktober. "Sie sind lustig, emotional, und die größten Logikfehler sind korrigiert worden. Und die Beziehung zu Madeline ist großartig."

Die Probleme befinden sich aber noch immer im dritten Akt. Und sie fangen unglücklicherweise da an, als Bond auf den geheimnisvollen Bösewicht Heinrich Stockmann (Christoph Waltz) trifft, der den Decknamen Franz Oberhauser nutzt. Interessante Randnotiz: Stockmann, bzw. Oberhauser wird im Drehbuch nie als Ernst Stavro Blofeld bezeichnet, jedoch nutzen die Executives in ihren Emails Blofeld für Waltz' Rolle. Stockmann offenbart Bond, dass er sein Pflegebruder und das Oberhaupt der Terrororganisation Spectre ist. Es kommt zum Finale in London, wo sich C als Komplize Stockmanns entpuppt.

James Bond 007 - Spectre - Drehbuch geleakt, Produzenten unzufrieden mit dem dritten Akt

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Christoph Waltz' Rolle musste ordentlich getweakt werden
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Leider soll Stockmann kein besonders charismatischer Rivale sein. Nach Javier Bardems grandioser Darbietung in Skyfall ein Rückschritt, wie die Executives anmerken. Auch soll der dritte Akt sehr erzwungen und konfus wirken, was gelinde gesagt in Langeweile resultiert. Vor allem Stockmanns Motive seien unklar. Ein internes Memo verlangt nach einem Twist und einem grandiosen Finale, denn "schließlich ist es Blofeld." Im ursprünglichen Finale ging es dagegen lediglich um die Geheimhaltung eines einzelnen Dokuments, wenig spektakulär für ein Bond-Finale. Erst im November, also kurz vor knapp, soll sich Glickman zufrieden über das neue Finale gezeigt haben, das dann nun wohl als das Finale in James Bond 007: Spectre dienen wird.

James Bond 007: Spectre startet am 29. Oktober 2015 in den Kinos.