In einem Interview sprach James Bond-Darsteller Daniel Craig über das frauenfeindliche Bild, dass James Bond verkörpert und wie die Filmemacher ihn gezähmt bekamen.

James Bond war im Laufe seiner über 50-jährigen Leinwandgeschichte nicht immer gleich. Nicht nur, dass der Darsteller wechselte, Bond passte sich auch immer den politischen und gesellschaftlichen Situationen an. Erst waren es die Russen, dann kämpfte Bond gegen Drogenbosse, gegen Zeitungsverleger und Umweltzerstörer und zuletzt gegen Cyberterroristen. Doch eines änderte sich in all der Zeit nie so wirklich: Bonds Gebaren gegenüber Frauen, die Bond-Girls, die er reihenweise verführt und seine allgemeine Macho-Attitüde. Viele Männer beneiden Bond darum.

"Lasst uns nicht vergessen, dass er in Wahrheit ein Frauenfeind ist", so Daniel Craig. "Eine Menge Frauen fühlen sich zu ihm hingezogen, weil er eine gewisse Art Gefahr ausstrahlt und niemals allzu lange dableibt."

Auf den Einwand, dass Bond in den letzten Filmen doch wesentlich galanter geworden sei, entgegnet Craig: "Das liegt daran, dass wir ihn mit sehr starken Frauen zusammensetzen, die kein Problem damit haben, ihn zurechtzuweisen."

Generell sei Bond kein Vorbild, an das man sich halten sollte. Auf die Frage, was man von Bond lernen könne, antwortet er lapidar mit "Nichts". Generell sei er der Meinung, man solle tunlichst diese Filme nicht mit lebensverändernden Erfahrungen gleichsetzen. "Bond tut einfach, was er tut. Bond ist ziemlich zielstrebig. Er geht seinen eigenen Weg. Das ist simpel, was wiederum gut ist."

Einer der Gründe, warum der Agent Ihrer Majestät nach so langer Zeit noch immer da ist, sei wohl der, dass er den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse verkörpere.

Craig wisse noch immer nicht, ob er nun einen weiteren Bond-Film drehen wird oder doch bereits nach Spectre die Fackel weiterreiche. "Ich weiß es immer noch nicht. Was ich jetzt auf jeden Fall brauche ist es, mit der Arbeit aufzuhören, etwas zu relaxen und zurück ins normale Leben zu kommen. Da ist nichts Ungewöhnliches daran. Es ist wirklich schlimm, wenn man die eigene Familie für Wochen nicht sehen kann. Derzeit reizt mich eine Sache wesentlich mehr als Bond: nach Hause gehen."

Neben Daniel Craig als Bond sindin Sam Mendes zweitem Bond-Film noch Ralph Fiennes als MI6-Chef M, Naomie Harris als Eve Moneypenny, Rory Kinnear als Bill Tanner und Ben Whishaw als Tüftler Q zurückkehren. Neu dabei sind Christoph Waltz, Andrew Scott, Dave Bautista, Monica Belucci und Lea Seydoux mit an Bord.

James Bond 007 - Spectre startet am 5. November 2015 in den Kinos.