Das war dann wohl ein ziemlich kurzes Techtelmechtel zwischen Trainspotting-Regisseur Danny Boyle und den Bond-Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson: Keine sechs Monate nach Bekanntwerden, dass Boyle den nächsten Bond-Streifen inszenieren wird, ist er bereits wieder ausgestiegen.

Danny Boyle wird doch nicht mehr den nächsten Bond-Film inszenieren

Dabei hieß es noch im März, die Produzenten seien mehr als begeistert von der Filmstory, die Danny Boyle und John Hodge gemeinsam ersonnen hatten, die wiederum auf eine Idee basieren soll, die Boyle 2012 während der Kollaboration mit Bond-Darsteller Daniel Craig für die Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele in London einfiel. Die Idee soll tatsächlich so gut angekommen sein, dass ein bereits fertiggestelltes Drehbuch der langjährigen Bond-Drehbuchautoren Neal Purvis und Robert Wade (unter anderem Casino Royale und Skyfall) abgelehnt wurde. Die Dreharbeiten sollten laut Boyle noch Ende dieses Jahres beginnen.

Doch dazu kommt es nicht mehr: Wie die Produzenten Broccoli, Wilson und Schauspieler Daniel Craig in einem Statement bekannt gaben, habe Boye sich dazu entschieden "aufgrund kreativer Differenzen nicht mehr länger Bond 25 zu inszenieren". Eine Nachricht, die für viele nicht unbedingt überraschend kommt, gilt das Bond-Franchise doch als nahezu unantastbar und genauso unverrückbar. Boyle dagegen ist ein Freigeist, der gern mal den unkonventionellen Weg geht. Vielleicht mit ein Grund, warum der immer wieder mit dem Franchise in Verbindung gebrachte Quentin Tarantino nie einen Bond drehen wird.

Es besteht die Möglichkeit, dass das von Boyle und Hodge verfasste Drehbuch dennoch verwendet wird. Oder aber die Produzenten entscheiden sich dazu, doch noch auf das Drehbuch von Wade und Purvis zurückzugreifen und einen der bis dato favorisierten Regisseure, unter anderem Yann Demange, zu verpflichten, die eher dem Kodex folgen wollen. Ob sich nun diese Personaländerung auf den voraussichtlichen Kinostart am 8. November 2019 auswirken wird, hängt wohl auch davon ab, wie schnell ein Ersatzregisseur gefunden werden kann und davon, ob nun das Drehbuch von Boyle/Hodge oder doch von Wade/Purvis genutzt wird.