Die US-amerikanische Filmkritik war sich einig: „Jack und Jill“ sei nicht nur das Schlechteste, was das Kinojahr 2011 hervorgebracht habe, sondern überhaupt könnten Filme ganz allgemein nicht mehr schlimmer werden als die neue Adam-Sandler-Komödie. Dem weitgehend einhelligen Tenor fügten sich die Zahlen: An den heimischen Kinokassen spielte der 80 Millionen Dollar teure Verkleidungsklamauk nicht einmal seine Kosten ein, fiel also selbst beim sonst so Sandler-treuen Publikum durch.
Der IMDb-Durchschnittswert von „Jack und Jill“ liegt bei gnadenlosen 2,9 von 10 möglichen Punkten. Dieser verrät nun nicht unbedingt etwas über die Qualität eines Films, spiegelt aber gleichwohl eine bestimmte Tendenz des Massengeschmacks wieder – und genau diesen peilen die sonst ja so einträchtigen Sandler-Comedys gezielt an. Haben der bestbezahlte US-Komiker und sein langjähriger Stammregisseur Dennis Dugan dieses Mal also etwas besonders falsch oder vielleicht doch viel eher ausnahmsweise irgendwas ganz richtig gemacht?
In einem gewöhnlichen Sinne ist „Jack und Jill“, selbstverständlich, außerordentlich schlecht. Praktisch frei von Handlung, Zusammenhang und Sinn, ambitioniert einzig darin, die eigene Infantilität mit jedem weiteren gereihten Witzchen zu steigern. Hierin unterscheidet sich der Film schon einmal nicht sonderlich von den üblichen Sandler-Blödeleien, in denen sich auf liebenswert-doof getrimmte Knallchargen vorzugsweise etwas gegen den Kopf schlagen, irgendwie auf allen Vieren landen oder in vielfältiger Weise (Haus-)Tiere schänden – das alles meist unter Verwendung diverser Darmtraktgeräusche auf der Tonspur.
Adam Sandler als Jill und Jack.Neu daran ist erst einmal nur, dass Sandler sich jetzt in Fummel schmeißt. Allerdings anders, als man es aus „Manche mögen’s heiß“ oder „Tootsie“, aus „Mrs. Doubtfire“ oder, jüngstes Beispiel, „Rubbeldiekatz“ kennt. Denn Sandler spielt keinen sich in enge Kleider zwängenden Mann, sondern eben eine Frau. Diese nistet sich bei ihrem Zwillingsbruder (natürlich auch Sandler) und dessen Familie ein, was dem erfolglosen Werbeclipregisseur den letzten Nerv raubt. Als durch einen Zufall Al Pacino (!) auf die übergewichtige Jill aufmerksam wird und sich hoffnungslos in sie verliebt, sieht der pragmatische Jack plötzlich eine Karrierechance im lästigen Besuch seiner Schwester.
Pacino, der also Pacino spielt, legt hier einen irgendwo zwischen übersteuerter Starparodie und hemmungsloser Selbstvertrashung austarierten Auftritt hin. Alle seine Momente sind Gold, mal fremdschämig zwar und mal auch schlicht senil, aber immer Gold. Er zitiert natürlich am laufenden Bande seine prominenten Rollen, Tony Montana ebenso wie Michael Corleone, reißt aber auch Witze über seinen einzigen Oscar, gibt sich ausgelassenen Albernheiten hin und kämpft am Ende als Don Quijote verkleidet gegen einen Kronleuchter, was man wohl als ironischen Kommentar zum Method Acting verstehen darf. Den finalen Rap (!) werden Pacino-Fans dann womöglich nur noch unter Schmerzen ertragen.
Das Chaos ist perfekt, als Jill mit Al Pacino anbandelt.Das Scientology-Muttchen Katie Holmes, wochentags hat sie wohl Freigang, spielt auch mit. Als Ehefrau von Adam Sandler tut sie das, was alle Filmehefrauen von Adam Sandler tun: Nichts (zumindest ihrem Rollennamen nach tritt sie allerdings nicht als sie selbst auf). Analog zu Kate Beckinsale in „Klick“ und den vielen gehörigen Herd-Sidekicks vergangener Sandler-Komödien (Winona Ryder, Salma Hayek, Marisa Tomei) ist sie die gute Hausfrau und Mutter, die in Glanzlicht gehüllt einzig ihrer Funktion nachzukommen hat, schön und fürsorglich zu sein. Dieses fast selbstparodistisch auf die Spitze getriebene Frauenbild ist, wie so vieles in diesem Film, von einer eigenwilligen Komik.
Mit „Jack und Jill“ ist Sandler endgültig zu jener Sorte Komödiant gereift, die er in Judd Apatows „Wie das Leben so spielt“ noch – mehr oder weniger – verulkte. Für die intellektuellen Apatow-Beobachter mag sich das als konsequente Schlussfolgerung darstellen, am breiten Publikum scheint so viel potenzierter Nonsens aber mittlerweile abzuprallen. Die zum endgültigen Prinzip erhobene Doofheit dieses Films ist nichtsdestotrotz um einiges vergnüglicher als die sich in ihrer eigenen langweiligen Gemütlichkeit eingerichtete Spaßgrauzone eines „Kindsköpfe“ etwa. Und irgendwie ist „Jack und Jill“ in all seiner Maximierung der üblichen Sandler-Zutaten beinahe radikal.
Regie: Dennis DuganGenre:KomödieFilmstart: Darsteller:Al Pacino, Adam Sandler
HeadhuntersKinostart: 15. März 2012 Filmkritik lesen
Ghost Rider 2: Spirit of VengeanceKinostart: 23. Februar 2012 Filmkritik lesen
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Kannsu nicht leiden? Warum?
Sagen wir es mal so, ich bin mit 70% ihrer Reviews nicht einverstanden. Keine Seite für mich.^^
Kannsu nicht leiden? Warum?
Steht ihm ganz gut. Wenn er so weiter macht, entdeckt John Waters ihn noch. Das wäre dann immerhin schon der zweite fähige Filmemacher, mit dem er zusammen arbeiten würde.
WER HÄTTE MIT SO EINER KRITIK GERECHNET???
Die Seite kannst Du eh nicht ernst nehmen.^^
WER HÄTTE MIT SO EINER KRITIK GERECHNET???
Filme mit Sinn und Verstand oder auch Anspruch genannt sehe ich mir meist auch nich im Kino an sondern auf DvD, genauso wie "Blödel-Filme", von denen Sandlers doch schon sehr blödelig sind.
Is halt persönlicher Geschmack.
Ich meide seine Filme eher...obwohl die genannt jetz nich sooo schlecht sind.
Es muss ja auch nicht immer der große "Kunstfilm" sein.
Wenn man den Maßstab anlegt, dürfte man gar nichts aus Hollywood schaun und müsste sich nur französische Amateurfilme angucken.
Und genau wie bei Pornos - wer will das scon?
Ich meide seine Filme eher...obwohl die genannt jetz nich sooo schlecht sind.
Wurden ja schon einige genannt.
"Spiel ohne Regel", "Die Wutprobe".
Ich hätte noch "50 erste Dates" und "Leg dich nicht mit Zohan an".
Und ich fand "Happy Gilmore" auch noch ganz gut.
Ich fand ihn bescheuerter und hirnverbrannter als Splice und Transformers 3...und das will was heißen!
Sry...hab auf "Zitieren" statt auf Editieren geklickt...mein Fehler..
Ich fand die Stelle geil wo Sandler seinen früheren Peiniger im buddhistischen Kloster begegnet :D Naja der Rest vom Film ging
Hab Reviews zu Jack & Jull gesehen und es sah nicht wirklich interessant aus.
Big Daddy gehört zu meinen absoluten Favoriten und ist auch bei den Fans eines seiner beliebtesten Streifen :-).
Joah Mr. Deeds mochte ich auch *g*
Für mich als American Football fan (und selbst Spieler), war Spiel ohne Regeln - the longest yard, ziemlich geil. Aber auch bei "meine erfundene Frau" habe ich mich scheckich gelacht. Achja und "Waterboy" fand ich auch genial :D
Der Mann hat gefühlte 5 Milliarden Filme gemacht.
Und grad mal ne
Der Mann hat gefühlte 5 Milliarden Filme gemacht.
Und grad mal ne Handvoll sind gut. Diese Handvoll muss man ihm aber auch gönnen, ein paar Perlen hat der Mann gedreht.
Der Kram hier gehört definitiv nicht dazu.
Kannst du ein paar Tipps geben? Ich habe bislang nur Click gesehen und fand den ziemlich mau. Was sind denn so die Highlights seiner Karriere?
Der Mann hat gefühlte 5 Milliarden Filme gemacht.
Und grad mal ne Handvoll sind gut. Diese Handvoll muss man ihm aber auch gönnen, ein paar Perlen hat der Mann gedreht.
Der Kram hier gehört definitiv nicht dazu.
Brauchst nur nachschauen welches Budget die für den "Film"
hatten, dann weißt dass jeder der da mitgemacht hat, ordentlich
"verdient" hat. Wo soll die Kohle sonst hingewandert sein? :D
Ich fand ihn bescheuerter und hirnverbrannter als Spice und Transformers 3...und das will was heißen!
Gut, seine letzten Filme waren jetzt nicht die Überflieger, aber zumindest ansehbar, wenn auch einem Pacino unwürdig, aber Jack & Jill bereitet einem fast körperliche Schmerzen. Das hätte man zwar schon vom unglaublich unlustigen Trailer herbeisehnen können, aber ich habe ihn mir trotzdem angesehen, nur wegen Al Pacino. Gott, ich hoffe er hat wenigstens nen fetten Gehaltsscheck bekommen.
Ich dachte mir da nur erneut: Adam Sandler macht doch echt jeden Dreck mit.