Clint Eastwood ist nach seiner letzten Verbeugung in Gran Torino nun wieder auf den Regiesessel gerückt und hat ein Drama gedreht. Es geht um keinen Geringeren als J. Edgar Hoover. Nicht den Hersteller von Waschmaschinen und Staubsaugern, sondern den berühmt-berüchtigten FBI-Chef, dessen Vorname „J. Edgar“ auch den Titel des Films stiftet. Wer war der Mann, der die Akten Tausender Amerikaner (vor allem unpatriotisch eingestellter Amerikaner und welche, die er dafür hielt) sammelte, seine eigene Schmutzwäsche aber nach dem Tod zerschreddern ließ?
Gelungenes, vielschichtiges Drama mit einem wandlungsfähigen Leonardo DiCaprio.FazitJ. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) steht vor seinem Bürofenster im Washingtoner FBI-Gebäude und schaut herunter auf die Menschenmassen. Der Trubel gilt dem Präsidenten, nicht ihm, der knapp ein halbes Jahrhundert für die Sicherheit seines Landes gekämpft und einige der größten Gangster eigenhändig festgenommen hat. Oder doch nicht? Zumindest diktiert er einem eifrigen Schreiber seine „Untitled FBI Story“, um so der Nachwelt erhalten zu bleiben.
Die Einführung von modernen, forensischen Untersuchungen, ein neues und prägendes System von Gesetzen sowie eine generelle Überholung und Professionalisierung des FBI sind Hoovers Vermächtnis, dessen Wurzeln in den von ihm mit verfolgten radikal-kommunistischen Anschlägen um 1919 liegen.
Hoover geht gegen die seiner Meinung nach schlampigen Methoden der Behörden vor und erwirkt eine Massenverhaftung von knapp 10.000 „Staatsfeinden“ der USA. Das macht ihn 1924 bereits als jungen Mann zum Chef, der rigoros gegen Unseriosität vorgeht („Kaufen Sie sich einen neuen Anzug, Sie sind hier nicht in einem Saloon!“) und am Ende seines Lebens dank des Grundsatzes „Wissen ist Macht“ und einer peniblen Informationsdatenbank als zweitmächtigster Mann im Staate gilt.
Der Anfang: Leonardo DiCaprio als gealterter FBI-Gründer J. Edgar Hoover.Hoovers lange Karriere hat dabei mehrere Krisen gesehen: Die berühmte Entführung des Babys von Fliegerpionier Charles Lindberg Anfang der dreißiger Jahre, die einerseits zur Feuerprobe bisher ungewohnter Kriminalistik (Prä-CSI) wird, andererseits aber nur zu einem traurigen Abschluss kommt. So richtet sich der Argwohn des großen Karteianlegers Jahre später gegen die Bürgerrechtsbewegung, mit den Kennedys als verhassten Kollegen und Martin Luther King als Symbol unamerikanischer Umtriebe. Ein rastloses Leben voller politischer Paranoia.
Solch eine Filmbiographie lebt meist von der besonderen Würze intimer Details. Das Private ist bei J. Edgar aber so gnadenlos mit seinem Beruf verbunden, dass auch er selbst gegen Ende seines Lebens untrennbar festhält, dass der Mann das Amt formt und das Amt den Mann. Frauen gab es kaum in seinem Leben. Helen Gandy (Naomi Watts), die er auf ein ungewöhnliches Date in die Bibliothek einlädt, nur um sein geniales Karteisystem zu demonstrieren, ist ebenso sehr Karrieremensch und steht ihm lediglich als Sekretärin zur Seite – dann aber ein Leben lang.
Rätselhaftes Privatleben: Die gemutmaßte Homosexualität Hoovers streift der Film nur in Andeutungen.Aber halt: Trug dieser J. Edgar Hoover nicht auch gerne mal Frauenkleider? Diese Anekdote hat als einer der wenigen Aspekte von Hoovers Leben überdauert. Was Eastwood in seinem Film zeigt, ist eine besonders starke Bindung an seine Mutter (Judi Dench), die als Ursprung seines verklemmten Gehabes die Anhänger Sigmund Freuds wohl in die Hände klatschen ließe und die ihm bereits als Kind das Lebensziel vorgibt, die bürokratische Karriere des Vaters noch an Machtgewinn zu übertreffen.
Es ist seine Prüderie, die die Zuneigung zu seinem Stellvertreter Clyde Tolson (Armie Hammer, „The Social Network“) auf eine schwere Probe stellt. Diese homosexuellen Neigungen stehen stellvertretend für die Heuchlerei, die den nach außen hin ultrakonservativen Wachhund des Staates zeichnet. Doch Eastwood nimmt sich dabei sehr zurück und dreht hier kein politisches „Brokeback Mountain“. 50 Jahre später steht Hoover immer noch an seinem Bürofenster und blickt skeptisch auf Washington hinab. Aber draußen weht inzwischen ein anderer Wind – „the times they are a-changin‘“ – Das hat Hoover nur nie verstanden.
Regie: Clint EastwoodGenre:Historienfilm, BiographieFilmstart: Spieldauer: 137 minDarsteller:Stephen Root, Ken Howard, Josh Lucas, Judi Dench, Jeffrey Donovan, Naomi Watts, Armie Hammer, Leonardo DiCaprio ... mehr
Snow White & the HuntsmanKinostart: 31. Mai 2012 Video ansehen
Pakt der RacheKinostart: 01. Juni 2012
Ein Jahr vogelfrei!Kinostart: 14. Juni 2012 Filmkritik lesen
The Witcher 2: Assassins of Kings
Diablo 3 KomplettlösungKomplettlösung: Alle Quests, Klassenguides, Tipps
Diablo 3 TestJetzt endlich: unser finaler Test mit Wertung
Risen 2: Dark Waters KomplettlösungMit der Komplettlösung die Meere befreienMit der derzeitigen und auch weiteren Benutzung dieser Seite stimmen Sie unseren Nutzungsbestimmungen zu.
Copyright 2003-2012, Webguidez Entertainment GmbH
Impressum | Team | Jobs | Netzwerk | Get Hosted | FAQ | Kontakt
gamona Server und Datenbanken werden professionell gewartet von der Comtrance GmbH
Also im Film sah mir das nicht nach bloser Andeutung aus, eigentlich eher nach direktem Outing.
Ich bin mir noch nicht sicher. "Invictus" und "Hereafter" waren gut, aber definitiv nicht weltbewegend. Bisher konnte ich nur positives Feedback seitens diverser Film-Websites gegenüber Eastwood's neuem Streifen wahrnehmen. Und DiCaprio liefert seit gut drei Jahren eine Wahnisinns-Show ab. Jede Rolle spielt er mit Bravour.
Was soll's... Von "Verblendung", "Sherlock Holmes II", "Ziemlich beste Freunde" und "Blutzbrüdaz" mal abgesehen läuft derzeit sowieso nichts Ordentliches. Und: ES IST EASTWOOD! CLINT FU**ING EASTWOOD!!!
Nix wie rein!
Gruß, Moritz.
Das wiederspricht sich aber total ;o
Million Dollar Baby
Flags of Our Fathers
Letters from Iwo Jima
Gran Torino...
...waren ja auch sehr "langweilige" Filme...Geschmackssache würde ich sagen aber Langweile mit "typischer Eastwood-Film" zu begründen ist schon ein wenig mau
Die Frage ist nur (aus der Sicht der USA): wer
Die Frage ist nur (aus der Sicht der USA): wer will einen Film über einen Mann sehen, der 50 Jahre sein eigenes Volk bespitzelt hat. Niemand. Und deswegen floppt der Film in den USA auch und ich fürchte, dass er hier noch mehr floppen wird. In Deutschland schaut man halt lieber das Dschungelcamp *schauder* ....
Da die Amis ihre Skandale aber sehr schätzen (Watergate, Clinton-Lewinsky, G. W. Bush als Gesamtbild einer Katastrophe usw.) kann es doch auch sein das viele in die Kinos rennen um sich mal wieder über längst vergangenes aufregen zu können.
Wir sind ja auch immer gerne dabei wenn es z. B. um die Stasi geht (Leben der Anderen).
;P
Die Frage ist nur (aus der Sicht der USA): wer will einen Film über einen Mann sehen, der 50 Jahre sein eigenes Volk bespitzelt hat. Niemand. Und deswegen floppt der Film in den USA auch und ich fürchte, dass er hier noch mehr floppen wird. In Deutschland schaut man halt lieber das Dschungelcamp *schauder* ....