Jüngst ist „Iron Nazi Vampir“ auf DVD und Blu-ray erschienen. Der wenig subtile Titel zeigt ja schon, an welchen Trend man sich heranhängen möchte. Früher hieß der Film „Der Goldene Nazivampir von Absam 2 - Das Geheimnis von Schloss Kottlitz“. Das ist auch nicht gerade ein subtiler Titel, aber einer, der Witz hat und sich selbst nicht so ernst nimmt. Denn einen ersten Teil gibt es natürlich nicht.

Erstmals wurde der Film 2009 veröffentlicht, damals aber nur als DVD. Nun kann man auch eine Blu-ray erwerben. Es handelt sich um einen Abschlussfilm von Studenten der Münchner Film- und Fernsehhochschule. Dementsprechend ist die Laufzeit mit 45 Minuten überschaubar, aber das verhindert auch, dass überflüssiges Fett zu Leerlauf führt. In der vorliegenden Form ist „Iron Nazi Vampir“ knackiger Trash – und hat sogar einen Cameo-Auftritt von Oliver Kalkofe zu bieten.

Alles basiert auf einer wahren Geschichte. So heißt es zumindest zu Beginn des Films. Aber so genau wollen wir das nicht nehmen. Erzählt wird davon, wie die Nazis daran arbeiten, eine neue Wunderwaffe zu erschaffen, die das Kriegsglück wenden soll. Als der amerikanische Militärgeheimdienst OSS davon erfährt, wird Captain William Blazkowicz losgeschickt, den man auch als die Schande der Kompanie bezeichnen könnte. Ein Luftikus, der Spezialist für das Okkulte ist, aber hauptsächlich Taschenspielertricks beherrscht.

Man zeigt ihm Filmaufnahmen, die davon zeugen, dass die SS auf Schloss Kottlitz eine neue Elite von Vampirsoldaten erschafft, mit denen der Krieg gewonnen werden soll. Nun soll Blazkowicz hinter den feindlichen Linien per Fallschirm abspringen und in der Nähe von Innsbruck herausfinden, ob die Bemühungen der Nazis, ein neues okkultes Waffensystem zu erschaffen, tatsächlich von Erfolg gekrönt waren. Falls ja, hat er das Schloss mit allem darin zu vernichten …

Iron Nazi Vampir - OMG Der goldene Nazivampir von Absam

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Ein Wurstifix.
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Wer blinzelt, übersieht Kalkofe

Auf dem Cover wird Oliver Kalkofe natürlich prominent genannt, im Film selbst taucht er kaum auf. Er ist nur am Anfang zu sehen, als die Hauptfigur ihren Auftrag erhält. Text hat er auch keinen. Es war wohl eine Gefälligkeit für die Studenten, um dem Film einen Tick Aufmerksamkeit zu bescheren. Letzten Endes muss er aber für sich stehen, da Kalkofe-Fans hier praktisch nicht bedient werden.

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Die Geschichte ist natürlich albern, wird aber mit bewusst übertriebenem Ernst dargeboten. Die Inspiration für Lasse Nolte, der das Drehbuch schrieb und den Film inszenierte, dürfte wohl ein Spiel wie „Wolfenstein“ gewesen sein – nur eben auf witzig-trashig getrimmt. Fans des Spiels dürften wohl das eine oder andere Mal besonders viel zu schmunzeln haben.

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Erstaunlicher Aufwand

Für ein Studentenprojekt, das der Regisseur mit eigenem Geld und Sponsorengeldern finanziert hat, ist „Iron Nazi Vampir“ erstaunlich aufwendig geworden. Zum Vorteil gereicht dem Film, dass es in Deutschland natürlich einige Burgen und Schlösser gibt, in denen man drehen kann. Das bringt optischen Mehrwert mit sich, der ansonsten teuer bezahlt werden müsste.

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Hier kostete es nur ein schlechtes Gewissen, denn Nolte verschwieg beim Beantragen von Drehgenehmigungen den Haupttitel und nannte immer nur „Das Geheimnis von Schloss Kottlitz“, da er fürchtete, eine Nazi-Trash-Komödie könnte für verschlossene Türen sorgen. Hinzu kommen CGI-Effekte, die zwar als solche zu erkennen sind, aber für einen Film dieser Art mehr als gut daherkommen.

„Da ist ja wie in einem schlechten Film hier.“

Anspielungen auf Trash- und Exploitationfilme gibt es zuhauf, auch das große Kino wird zitiert. Ob „Stoßtrupp Gold“ oder „Shock Waves“ (auch gerade neu unter dem martialischen Titel „Nazi Bloodstorm“ erschienen) werden zitiert. Und auch vor Indiana Jones macht man nicht Halt. Vor allem an den dritten Teil mit seinem Setting in einem Schloss erinnert das Ganze natürlich.

Die schauspielerischen Leistungen sind nicht durchgehend überzeugend, Entgleisungen in Mimik und Ausdruck tragen aber letzten Endes dazu bei, den Film noch alberner wirken zu lassen, als er ist.