Christopher Nolans Science-Fiction-Film mit wissenschaftlichem Anspruch Interstellar läuft derzeit mit beachtlichem Erfolg in den internationalen Kinos. Was das Publikum nicht weiß: Es hätte unter Umständen einen gänzlich anderen Film gesehen. Einen Film mit Aliens, Weltraumsex, und bösen Chinesen - wenn Steven Spielberg Regie geführt hätte.

Interstellar - Wie der Film bei Steven Spielberg aussah (Weltraumsex, böse Chinesen und Aliens)

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Spielberg hätte Interstellar wohl wieder in Richtung Popcorn-Unterhaltung gelenkt
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SPOILER: Wer den Film noch nicht gesehen hat, und es noch vorhat, sollte das Folgende noch nicht lesen:

In einem ausführlichen Artikel über Drehbuchautor Jonathan Nolans Drehbuch zu Interstellar behandelte Slashfilm die Unterschiede des Drehbuchs bei Christopher Nolan und Steven Spielberg, der vor Nolan als Regisseur vorgesehen war.

  • Die beginnen schon damit, dass Murph kein Mädchen, sondern ein Junge war. Auch wurde das Baseball-Spiel nicht etwa von einem Sandsturm, sondern von einem, beim Absturz verglühenden Satelliten unterbrochen. Die Probleme mit den Traktoren rühren dann auch von einer NASA-Sonde her, die beim Absturz den Satelliten mit sich riss.
  • So ist es dann auch die NASA-Sonde, die Cooper zur NASA bringt, und nicht etwa ein rätselhafter Morse-Code.
  • In Christopher Nolans Insterstellar ist Cooper nicht der erste, den sie mit einem Team auf die interstellare Reise schicken. Doch bei Steven Spielberg wäre er es gewesen, denn da hat es die Lazarus-Mission nie gegeben. Stattdessen hat man hier Weltraumsonden losgeschickt, und die Sonde, die Cooper zur NASA führte, wäre dann auch die erste von denen gewesen, die wieder zur Erde zurückgekehrt ist.
  • In Spielbergs Version wäre das Wurmloch auch nicht kugel-, bzw. röhrenartig gewesen. Die Erscheinung, die Brand während des Übergangs sieht, wäre dann auch tatsächlich etwas gewesen, das sich durch das Schiff bewegt hätte, um die Crew zu beobachten. Auch opferte sich TARS bereits kurz nach dem Sprung aus dem Wurmloch, um die Endurance aus dem Sog des schwarzen Lochs zu befreien.
  • Im Gegensatz zu Nolans Version hätte man bei Spielberg nur einen Planeten betreten - den Eisplanet.
  • Hier wird es abstrus: Denn Cooper und seine Crew finden auf dem Eisplaneten zwar keine Aliens, dafür aber eine Basis der Chinesen. Und es waren dann auch die Chinesen, die dafür sorgten, dass keine der Weltraumsonden zur Erde zurückkehren konnten, indem sie die Sonden wegsperrten. Tatsächlich landeten die Chinesen bereits vor rund 30 Jahren auf diesem Eisplaneten. Doch die Chinesen sind längst verblichen, und Cooper findet auch heraus warum - Der Eisplanet umkreist nicht nur ein schwarzes Loch, sondern auch einen Neutronenstern. Während das schwarze Loch den Planeten rund 20 Stunden vor dem Neutronenstern abschirmt, ist man dem Stern in der restlichen Zeit schutzlos ausgeliefert. Verlassen sie nicht umgehend den Eisplaneten, werden sie gebrutzelt. Auf der Suche nach Schutz bricht die Crew durch die eisförmige Wolkenschicht, und landen auf der Oberfläche, die über eine Sauerstoff-Atmosphäre verfügt.
  • Auf der Oberfläche findet die Crew eine Basis, die von den chinesischen Robotern erbaut wurde. Auf der Suche nach einer Lösung, um den Eisplaneten vor der Zerstörung durch ein neues schwarzes Loch zu bewahren, haben die Roboter eine Maschine erbaut, um die Gravitation zu beeinflussen. Die Crew packt die Maschine ein und hat vor, damit die Erde zu retten.
  • Es stellt sich heraus, dass es nicht nur außerirdisches Leben gibt, von dem Brand eine Probe nimmt, sondern auch, dass die chinesischen Roboter noch immer da sind, und Cooper und seine Crew nicht mit der Maschine gehen lassen wollen. CASE hält sie auf, damit die Crew sich in Sicherheit bringen kann. Ein böser, als CASE getarnter chinesischer Roboter zerstört den Nuklearantrieb ihres Schiffes, und sie werden hilflos in Richtung schwarzes Loch gezogen.
  • Die Crew schafft es auf die Endurance zurück. Durch die Zeitverzerrung haben sie Jahre verloren. Auf der Endurance sehen sie all die Nachrichten, die sie in der Zwischenzeit erhalten haben, bis diese einfach aufhören. Es müssen wohl über 300 Jahre gewesen sein. Die Menschheit ist wohl bereits ausgestorben. Was tun? Sex.
  • Spielbergs Version konzentriert sich auch komplett auf die Mission. Jegliche Szenen, die auf der Erde spielen, fehlen hier komplett. Dafür gibt es hier mehr emotionale Tiefe zwischen den Charakteren, die sich auf der Mission befinden. So verlieben sich Cooper und Brand.
  • Kurz bevor das neue schwarze Loch sie vernichten kann, nutzt die Crew die Koordinaten der Chinesen und steuern ein zweites Wurmloch an. Darin finden sie diese orbartige, außerirdische Lebewesen, die nur über Gravitation kommunizieren können, und sie aus dem Wurmloch geleiten.
  • Aus dem Wurmloch gekommen, befindet sich die Crew in der 5. Dimension, außerhalb von Raum und Zeit. Sie schauen auf das gesamte Universum, das wie eine flache Scheibe erscheint. Hier finden sie die Weltraumstation der Chinesen, auf der sich auch TARS befindet. Es stellt sich heraus, dass die chinesischen Roboter nach einem ganz speziellen Wurmloch suchten - ein Wurmloch, um durch die Zeit zu reisen.
  • Hier trennen sich die Wege von Cooper, Doyle und Brand. Cooper und Doyle versuchen mit der Sonde, einem Teil der Alien-Proben vom Eisplaneten und den Informationen zur Rettung der Erde über das Wurmloch in die Vergangenheit zurück zur Erde zu gelangen, während Brand auf der Station zurückbleibt. Cooper erkennt aber, dass die Sonde genau die war, die er auf der Erde fand, weswegen er genau weiß, dass sie, aus welchen Gründen auch immer, es niemals durch das Wurmloch schaffen werden. In einem Streit sperrt ihn Doyle in den Lander und schickt ihn fort, damit er durch das Wurmloch reisen kann. Doch niemand ist in der Lage, die Informationen zu verwerten.
  • Cooper findet doch noch einen Weg, zur Erde zurückzukehren. Es ist das 2320, 200 Jahre nachdem er sie verlassen hat. Die Erde ist ein einziger Eisplanet geworden. Cooper findet zwar sein altes Haus, schafft es aber kaum zurück zu seinem Schiff, weswegen er glaubt, er müsse jetzt sterben. Doch Ranger finden ihn und bringen ihn auf eine Weltraumstation. Dort wird ihm offenbart, dass die Alien-Probe die Erde übernommen und in einen Eisplaneten verwandelt hat. Cooper stiehlt ein Raumschiff, und begibt sich auf die Suche nach Brand.

SPOILER ENDE

Wer Interstellar bereits im Kino gesehen hat, und sich für die Wissenschaft dahinter interessiert, immerhin hatte Christopher Nolan die Hilfe vom amerikanischen Physiker Kip Thorne, der kann sich diesen 40-minütigen Dokumentarfilm des Discovery Channels ansehen, in der neben Thorne und weitere Wissenschaftler natürlich auch die Nolan-Brüder und Produzentin Emma Thomas zu Wort kommen. Und die Erzählstimme stammt von Interstellar-Hauptdarsteller Matthew McConaughey.

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