Am 02.07.2015 erscheint der dritte Teil der berühmten Insidious-Reihe. Das menschliche Medium Elise Rainier (Lin Shaye) muss sich erneut gegen übermächtige, paranormale Erscheinungen zur Wehr setzen und erlebt vielleicht die schlimmste Heimsuchung eines Geistes aller Zeiten. Wir haben ein Interview mit Lin Shaye bekommen und erhielten so Antwort auf einige Fragen, die den Fans schon lange auf der Zunge lagen. Viel Spaß.

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"Insidious: Chapter 3" nimmt uns mit in die Vergangenheit, wo wir auf Ihre Figur, Elise Rainier, treffen.

Lin Shaye: Ja, das Ganze ist eine „Origin Story“. Sie spielt im Jahr 2008, bevor ich Specs und Tucker treffe – eine dunkle Zeit in Elises Leben.

Wie sehen Sie diese Story im Vergleich zu den Plots der ersten beiden Filme des Franchise?

Lin Shaye: "Insidious: Chapter 3"dreht sich um Elise und gleichermaßen um die Familie, der sie letztlich versucht zu helfen: die Brenners. James Wan hatte immer betont, dass er einen Weg finden wollte, Elise zurückzubringen, nachdem er sie im ersten Teil hatte sterben lassen. Auch wenn ich im zweiten Film immerhin als „Geist“ dabei war, wollte Leigh Whannell Lin Shaye lieber lebend und voller Energie sehen. Und so ward das Prequel geboren, wofür ich sehr dankbar bin.

Insidious: Chapter 3 - Interview mit Lin Shaye - "Ich habe während der Dreharbeiten viel geweint..."

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Lin Shaye kehrt als Elise Rainier zurück.
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Würden Sie sagen, dass die Elise, auf die wir hier treffen, eine andere ist als die Elise aus den ersten beiden Filmen?

Lin Shaye: Ja. Die Geschichte beginnt zu einem Zeitpunkt, an dem Elise ihre Gabe, anderen zu helfen, mehr oder weniger aufgegeben hat, weil in ihrem eigenen Leben gewisse Dinge passiert sind. Als sie aber auf Quinn trifft, ist sie emotional berührt und entschließt sich, ihre Gabe noch einmal helfend einzusetzen. Und das bringt uns zurück zu der Elise, die wir in den ersten beiden Filmen getroffen und kennengelernt haben.

Welche neuen Details über Ihre Figur werden jetzt enthüllt?

Packshot zu Insidious: Chapter 3Insidious: Chapter 3

Lin Shaye: Der Zuschauer erfährt, wer Elise ist, bevor sie Specs und Tucker begegnet; also vor dem ersten Insidious. Zu Beginn von Chapter 3 befindet sie sich an einem nicht wirklich tollen Ort – um es mal vorsichtig auszudrücken. Jedoch wird die nachfolgende Begegnung mit Quinn Elises Leben verändern.

Was ist Quinn Brenner, der zentralen Figur der Story, widerfahren? Weswegen braucht sie Ihre Hilfe?

Lin Shaye: Quinn hat ein großes Problem: Sie möchte ihre verstorbene Mutter sehen und besucht deswegen Elise in der Hoffnung, über sie Kontakt mit ihrer Mutter aufnehmen zu können. Quinn hat nämlich über andere Leute von Elises Gabe erfahren. Also kommt sie zu meinem Haus und bittet um Hilfe.

Es geht also um persönliche Probleme...

Lin Shaye: Richtig. Einige unserer Probleme sind ja vielmehr spiritueller als physischer Natur, wir können sie nicht konkret benennen und uns auch nicht genau erklären, warum wir uns so fühlen, wie wir es tun. Quinn hat genau wie ich persönliche Verluste erlitten und eigene Konflikte zu meistern. Das führt uns zusammen und ermutigt mich, meine Begabungen erneut einzusetzen.

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Der Film läuft am 02.07.2015 in den deutschen Kinos an.
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Sie scheinen Ihre Figur wirklich gut zu kennen!

Lin Shaye: Das will ich doch hoffen! Manche Aspekte von Elise sind ja meiner eigenen Fantasie entsprungen. Diese Sachen habe ich mir zur Untermauerung der Story für die Figur ausgedacht. Einiges davon hat seinen Ursprung in meinen persönlichen Ängsten und Konflikten.

Hatten Sie die Möglichkeit, die Figur weiter auszubauen und sich noch mehr in ihr Innerstes hineinzubegeben, da Sie diese Rolle nun ein weiteres Mal spielen?

Lin Shaye: Ja, ich denke, jetzt finden wir heraus, wer Elise wirklich ist. Als wir sie zu Beginn treffen, wissen wir nichts über ihre eigene Vergangenheit. Ich würde sagen, dass es mir im ersten Film gelungen ist, das Wesen der Figur zu definieren und es den Zuschauern zugänglich zu machen. Dieses Mal erfahren wir noch mehr über ihre innersten Ängste, ihre Gabe und über ihr Leben insgesamt.

Elise Rainier ist eine ziemlich komplexe Figur.

Lin Shaye: Stimmt – dafür liebe ich Elise. Sie ist sehr tiefgründig und vielschichtig. Und in diesem Chapter lernen wir einige neue Facetten von ihr kennen. Sie ist eine außerordentlich emotionale Person, die viel Liebe in sich trägt. Ich würde sagen, dass James Wan mich im ersten Film unter anderem deswegen für diese Rolle gecastet hat, weil er zwischen mir und Elise eine gewisse Verbindung sah, die für sein Storytelling wichtig war. Das war und ist eine wirkliche Ehre für mich!

Elise hat auch einen guten Sinn für Humor!

Lin Shaye: Wir beide lieben es zu lachen!

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"Insidious: Chapter 3" stellt die Vorgeschichte der Horrorreihe dar.
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Bei welchen Aspekten von Elises Persönlichkeit sehen sie Parallelen zu sich selbst?

Lin Shaye: James würde sagen, dass ich gewissermaßen Elise bin! Irgendwie hat er wohl auch recht damit, denn, wie gesagt, lieben wir es beide zu lachen. Und auch ich betrachte mich als spirituellen Menschen. Ich höre gerne zu und beobachte. Zudem bin ich der Überzeugung, dass die Energie, welche wir in die Welt aussenden, in derselben Form zu uns zurückkommt: Negatives bewirkt Negatives, Positives führt zu Positivem.

Was macht "Insidious: Chapter 3" so besonders und anders als andere Filme im Horror-Genre?

Lin Shaye: "Insidious: Chapter 3" ist auf eine Art und Weise beängstigend, mit der die Leute nicht rechnen. Der Film setzt nicht nur auf klassischen Grusel, sondern greift überdies unsere Ängste vor Alltagsproblemen auf. Auch der Dämon ist eine irgendwie vertraute, recht erbärmliche Gestalt. Als Leigh Whannell einmal vom Special-Effects-Team gefragt wurde, welche Art von Dämon er sich denn vorstelle, antwortete er: „Wenn Krebs ein Gesicht hätte, wie würde das aussehen?“.

Inwieweit hat sich die Story aus Ihrer Sicht weiterentwickelt?

Lin Shaye: Bei Elise gibt es in diesem Chapter eine deutliche Weiterentwicklung. Nach und nach wird man ihren Drang verstehen, anderen dabei zu helfen, ihre Probleme zu bewältigen. Wir werden erleben, wie sie Specs und Tucker trifft und wo die Webserie „Spectral Sightings“ ihren Anfang nimmt. Die fundamentalen Gruselelemente sind immer noch vorhanden, aber die Geschichte dreht sich nicht um Spuk, sondern um Besessenheit und um einen Dämon, der körperliche Leiden bewirken kann und das auch tut. Der Schrecken, den dieser Film verbreitet, ist sehr vielschichtig!

Leigh Whannell schrieb das Drehbuch zu den ersten beiden Filmen und steht als Regie-Debütant jetzt auch hinter der Kamera. Was sagen Sie dazu?

Lin Shaye: Leigh Whannell ist ein brillanter Künstler. Er ist freundlich, meistens sehr ausgelassen und einfach ein wundervoller Mensch! Außerdem ist er ein kluger Geschichtenerzähler. Absolut jeder Bestandteil der Story ist genau ausgeklügelt. Als Schauspieler möchte man am liebsten jedes Wort, das er aufgeschrieben hat, ganz genau so wiedergeben, weil er jedes einzelne Wort aus einem ganz bestimmten Grund mit Bedacht ausgewählt hat.

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Die Regie übernimmt diesmal Leigh Whannell.
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Wie waren die Dreharbeiten?

Lin Shaye: Toll! Aufregend, anregend, anstrengend und sehr spaßig. Ich muss gestehen, dass ich während der Dreharbeiten viel geweint habe – allerdings nicht aus Traurigkeit, sondern aus purer Emotionalität heraus. Diese Geschichte ist für mich einfach eine sehr emotionale und in weiten Teilen auch persönliche Angelegenheit.

Elise hat etwas absolut Spezielles an sich, das sie sehr sympathisch macht.

Lin Shaye: Ich finde es natürlich grandios, dass die Zuschauer Elise lieben! Zum Teil liegt das vielleicht daran, dass sie jemand ist, der anderen helfen möchte – selbst zu ihrem eigenen Nachteil. Im wirklichen Leben gibt es nicht allzu viele Leute dieser Art... Und wir alle lieben Helden, vermutlich aus einem ganz bestimmten Grund: Weil sie scheinbar unerschrocken Taten vollbringen, die wir selbst gern vollbringen können würden. Und auch, weil sie sich jederzeit bereitwillig aufopfern.

Wie war es für Sie als Schauspielerin, eine so beliebte Figur erneut verkörpern zu dürfen?

Lin Shaye: Einfach toll! Ich habe schon viele verschiedene Rollen gespielt, aber Elise ist etwas Besonderes. Sie ist zu einem Teil von mir geworden und ich schwärme wirklich total für sie.

Können Sie die Atmosphäre am Set beschreiben?

Lin Shaye: Es war großartig! Leigh Whannell war unser leuchtendes Vorbild. Er schien absolut unermüdlich zu sein. Seine Ausdauer, sein Humor und seine Energie haben uns alle angetrieben – manchmal sogar noch um 3 Uhr morgens! Es gab mit ihm keinerlei unangenehme Momente. Und jede Frage, jede Idee war willkommen und wurde auch wirklich berücksichtigt. Leigh ist mein Superheld! Er hat uns dazu gebracht, immer 200% geben zu wollen...

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KannElise der Lambert-Familie helfen?
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Wie geht es Ihnen jetzt, wo "Insidious: Chapter §" fertiggestellt ist?

Lin Shaye: Ich bin glücklich, aufgeregt, freue mich wahnsinnig und bin stolz, Teil dieses Projekts zu sein. Natürlich hoffe ich, dass die Fans von jener Welt, die wir geschaffen haben, genauso begeistert sind wie ich selbst.

Was sehen Sie – in Abwesenheit der Fähigkeiten Ihrer Filmfigur – für die Zukunft des Franchise voraus?

Lin Shaye
: Lassen Sie mich eins sagen: Ich hoffe, dass Elise ihre Gabe noch lange nutzen wird und dass Leigh Whannell auch künftig so verblüffende Geschichten einfallen, in denen Elise vorkommt! Außerdem hoffen wir alle natürlich, dass die Fans uns weiterhin so toll unterstützen! "Insidious: Chapter 3" – auf geht es Richtung Zukunft und hoffentlich immer weiter und weiter!