Nachdem das vorherige „Insidious“-Sequel die Geschichte der Familie Lambert rigoros um die eigene Achse drehte (und in seinen diffusen Zeitebenen kaum mehr Raum für wohlige Gruselstimmung zuließ), vollzieht das dritte Kapitel der Spukhaus-Saga eine erneute Kehrtwende. Es knüpft nicht an den beinahe parodistisch verschachtelten Vorgänger an, sondern betritt sicheres und damit auch absehbares Prequel-Terrain.

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Pflichtschuldige Vertiefung

Erzählt wird – wie so oft, wenn es eigentlich nichts mehr zu erzählen gibt, aber unbedingt weitererzählt werden soll – irgendeine Vorgeschichte mit anderer Familie, anderen Problemen, gar nicht mal so anderen Gruselgeistern. Die Schrecken der Lamberts sind in „Insidious: Chapter 3 – Jede Geschichte hat einen Anfang“ (und glücklicherweise auch ein Ende) noch ferne Zukunftsmusik, weshalb Dämonenbeschwörerin Elise Rainier (Lin Shaye) hier nun einer jungen Frau den Teufel austreiben muss.

Insidious: Chapter 3 - Des Dämonenspuks nächster, aber irgendwie doch erster Teil

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Hat Geister unterm Bett: Die von Heimsuchungen geplagte Stefanie Scott.
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Es gehört zur Franchise-Logik von besonders im Horrorkino widerstandsfähigen Erzählabsichten, dass diese Elise Rainier zwar schon den ersten, vor fünf Jahren in die Kinos gekommenen „Insidious“ nicht überlebte, jetzt aber als eigentliche Hauptfigur der Serie eine Brücke zwischen Vor- und Nachspiel schlägt. Lin Shaye ist der Star des Films, ihre mit Channeling-Fähigkeiten gesegnete Ermittlerin in paranormalen Angelegenheiten das Herz der bisherigen Trilogie.

Die Bühnenschauspielerin und Schwester des legendären New-Line-Cinema-Gründers Bob Shaye war jahrzehntelang auf kleinere Auftritte vor allem in Produktionen ihres Bruders abonniert, bevor sie es mit 71 Jahren noch zu Franchise-Ruhm brachte. Wie sich in „Insidious: Chapter 3“ herausstellt, hat Elise Rainier sogar großen Anteil an den Ereignissen der beiden ersten Kapitel (was natürlich eine pflichtschuldig nachgereichte Vertiefung der zuvor etwas nebensächlichen Figur ist).

Insidious: Chapter 3 - Des Dämonenspuks nächster, aber irgendwie doch erster Teil

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Schon damals Expertin für Ausflüge ins „Ewigreich“: Medium Elise Rainier, vormals heimlicher und jetzt endlich offizieller Star der „Insidious“-Filme.
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Werben muss der Film aber offenbar dennoch mit Nachwuchsschauspielerin Stefanie Scott, die hier ein Mädchen namens Quinn spielt. Viel erfährt man über Quinn nicht, sie betreibt ein Food-Blog und interessiert sich fürs Theater. Entscheidend ist ohnehin nur, dass Quinn es mit übernatürlichen Gefahren zu tun bekommt: Hinter jenseitigen Kontaktversuchen ihrer verstorbenen Mutter lauert ein Dämon, der sich Zugang zum Diesseits, ganz besonders aber zu Quinns Körper verschaffen möchte.

More of the Same

Hilfe sucht Quinn beim uns vertrauten – und wie man erfährt: eigentlich pensionierten – Medium (ein Tipp ihrer Freundin, die Elise „really amazing“ findet), gefährlich aber wird es für sie erst, als sie sich bei einem Unfall die Beine bricht. Fortan ist sie ans Bett gefesselt und leichte Beute für die Fratzen aus der Totenwelt, derer es hier abermals so einige gibt (Quinns persönlicher Dämon hat mit schweren Atemproblemen zu kämpfen, was nicht ganz so gruselig klingt wie vielleicht gedacht).

Insidious: Chapter 3 - Des Dämonenspuks nächster, aber irgendwie doch erster Teil

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Grusel-Seance bei Kerzenschein. Man könnte natürlich auch einfach das Licht anschalten.
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Neben Elise ruft der Spuk auch jene Geisterjäger auf den Plan, die man bereits aus den vorherigen Filmen kennt (und von denen Drehbuchautor/Schauspiel-Sidekick Leigh Whannell hier nun James Wan als Regisseur ablöst). Dem Besessenheitshokuspokus gewinnt „Insidious: Chapter 3“ allerdings wahrlich keine neuen Facetten ab, sondern schichtet seine Gruseleffekte artig nach dem Erfolgsprinzip der Vorgänger – und natürlich getreu dem Motto: more of the same.

Wieder reisen die betroffenen und den Betroffenen helfenden Figuren – Quinn und Elise also, die sich hier erneut beziehungsweise erstmals mit Parker Crane aka. der Braut in schwarz anlegt – in die von ruhelosen Seelen bevölkerte astrale Ebene, genannt „Ewigreich“ (im Original: „The Further“). Und wieder wackeln bei der Kerzenlicht-Seance dann Tisch und Stuhl und Wanddekoration, wenn sich die Geister als besonders unwillig erweisen.

Horror vom Reißbrett, die dritte. Wer sich im Kino wirklich gruseln will, schaut demnächst besser „It Follows“.Fazit lesen

Ob man das PG-13-taugliche, gewohnt zaghafte Gruselszenario beim dritten Mal noch immer ganz erschreckend findet (oder das überhaupt jemals tat), hängt demnach einmal mehr von der persönlichen Verfassung ab. „Insidious: Chapter 3“ gibt sich jedenfalls redlich Mühe, die gewohnt absehbaren Jump Scares so laut wie nur möglich über die Tonspur zu jagen. Um seinem Publikum so wenigstens noch irgendeine Regung im längst rundum egalen Geistergedöns zu entlocken.