Mit Insidious feierten James Wan („Saw“) und Leigh Whannell einen gigantischen Erfolg. Mit einem Mikrobudget realisiert, wurde der Film zu einem der Abräumer des Jahres 2011. Ein Sequel war darum schnell beschlossene Sache, mit einer reinen Wiederholung wollten sich die Filmemacher aber nicht zufrieden geben. Vielmehr soll sich „Insidious: Chapter 2“ auch wirklich wie das zweite Kapitel einer Geschichte – oder Teil eines größeren Films – anfühlen. Die Handlung setzt direkt nach dem Ende des Originals ein.

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Josh Lambert (Patrick Wilson) hat seinen Sohn Dalton (Ty SImpkins) aus dem Zwischenreich gerettet. Aber er selbst kam nicht zurück. Etwas Böses hat sich in seinen Körper eingenistet und lebt nun zusammen mit seiner Familie. Seine Frau Renai (Rose Byrne) erkennt das nicht, aber ihr ist klar, dass sie noch immer heimgesucht werden. Das Piano spielt von selbst, Geistergestalten gehen im Haus um und ihr Baby scheint in Gefahr zu sein.

Joshs Mutter Lorraine (Barbara Hershey) kontaktiert die Kollegen der ermordeten Elise, die ein Leben lang gegen das Böse gekämpft hat. Auch sie hat Erscheinungen im Haus wahrgenommen und will nun Elise beschwören, um herauszufinden, wer sie ermordet hat. Doch die Antwort darauf ist erschreckender als alles, was die Familie bereits durchgemacht hat.

Wiederholung und Neues

Im direkten Vergleich mit dem Original fällt „Insidious: Chapter 2“ ab, aber nicht allzu sehr. Der erste Film war dichter, was die Bedrohung der Familie betraf, weil unklarer war, was es ist, mit dem man es zu tun hat. Beim zweiten Teil ist man als Zuschauer einer der Eingeweihten. Man weiß, dass Josh nicht als er selbst zurückkam, dementsprechend ist man den Protagonisten immer eine Nasenlänge voraus.

Aber auch das kann genutzt werden, um Spannung zu erzeugen, weil der Zuschauer etwas weiß und bangt, dass es den Handlungsträgern auch auffällt, bevor es zu spät ist. Das funktioniert hier teilweise, aber nicht immer. Keineswegs liegt es an Patrick Wilson, der die zwei Seiten von Josh mit diffiziler Mimik zu unterscheiden weiß. Es ist mehr ein Problem der Erzählführung.

Nicht der beste Gruselfilm des Jahres und bei weitem nicht so angsteinflößend wie das Original, aber dennoch ein gut gemachter Horrorreigen.Fazit lesen

Von Vorteil ist hingegen, dass man sich entschieden hat, nicht einfach nur zu wiederholen, was im Original funktioniert hat. Es ist eine andere Entität, die hier für die Bedrohung sorgt, auch wenn das Finale – natürlich – wieder im Zwischenreich der absoluten Finsternis stattfinden muss.

Insidious Chapter 2 - Wer hat Angst im Dunkeln?

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Insidious 2 bezieht seinen Grusel aus subtilen Momenten.
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Als zweites Kapitel führt der Film das Original interessant weiter. Er fühlt sich tatsächlich weniger wie eine Fortsetzung an, als vielmehr wie eine echte und in sich stimmige Fortführung, die auf ein definitives und klares Ende hinausläuft. Whannell und Wan war als alte „Saw“-Hasen aber sicherlich bewusst, dass ein Erfolg ein weiteres Sequel nach sich ziehen wird. Darum bieten sie einen Epilog, der die Tür zu weiteren Filmen aufstößt, aber nicht unbedingt auf die Familie Lambert zurückgreifen muss. Auch das erlaubt, die beiden Filme als eine Einheit zu betrachten, nicht unähnlich dem, was „Halloween“ und „Hatchet“ vorexerzierten, wo die ersten beiden Teile ein großes Ganzes formen.

Vor und zurück

Während „Insidious: Chapter 2“ deutlich ärmer an Schockmomenten und Atmosphäre ist, weiß er mit einer interessanten Erzählstruktur zu gefallen, da es hier nicht nur Rückblicke gibt, sondern diese auch mit der Gegenwart verbunden werden – durch die Möglichkeiten der finsteren Zwischenwelt, in der Raum und Zeit irrelevant sind und alles gleichzeitig existieren kann.

Packshot zu Insidious Chapter 2Insidious Chapter 2

Whannell und Wan bieten hier ein paar richtig clevere Momente, was nicht nur für den Prolog gilt, sondern auch für Momente aus dem ersten Film. Diese werden hier noch einmal zitiert, aber aus anderer Perspektive, wobei sich eine Erklärung für Ereignisse findet, die dort noch unerklärbar waren. Dadurch sind erster und zweiter Teil stärker miteinander verwoben, als das gemeinhin bei dieser Art Film der Fall ist.

Insidious Chapter 2 - Wer hat Angst im Dunkeln?

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Insidious 2 zitiert zahlreiche Gruselklassiker wie "Poltergeist".
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Reich an Zitaten

Dass Whannell und Wan große Genrefans sind, merkt man dem Film immer wieder an. Sie zitieren aus dem reichhaltigen Oeuvre der großen Klassiker, seien es „Psycho“, „The Shining“ oder auch „Poltergeist“, das aber so einnehmend, dass es nie plump wirkt. Vielmehr macht sich der Film Elemente dieser Klassiker zu Eigen und variiert sie nach eigenem Gusto, vergisst dabei aber nie, die eigene Geschichte folgerichtig voranzutreiben.