Eines gleich zu Beginn: „Ein Haufen verwegener Hunde“ hat mit „Inglorious Basterds“ kaum etwas gemeinsam, außer dem Handlungsort (=Frankreich), dem Zeitpunkt (=Ende des Zweiten Weltkriegs) und der titelgebenden Bande…die aber hier aus verbrecherischen US-Soldaten besteht und auch nicht primär Nazis tötet, sondern vielmehr in die Schweiz abhauen will. Es scheint, als hätte Quentin Tarantino, der ein erklärter Fan dieses Films ist, sich lediglich inspirieren lassen und dann eine ganz andere Richtung eingeschlagen.
„Ein Haufen verwegener Hunde“ ist klassisches Genrekino Marke Italien, das zu der Zeit (=1978) erfolgreiche Filme wie „Das dreckige Dutzend“ oder „Agenten sterben einsam“ kopiert und dabei nochmal kräftig den Exploitation-Hobel ansetzt. Knackige Doofi-Dialoge, kernige Mannsbilder beim Schmauchen dicker Zigarren, nackte Mädels, die auf einmal MGs auspacken und natürlich –ein Klassiker!- eine scharfe V2-Rakete, deren Selbstzerstörungsmechanismus mit einem Bleistift außer Kraft gesetzt wird.
Das Original muss noch ohne Brad Pitt auskommen.Regisseur Enzo G. Castellari lässt wenig aus, was eine zünftige Jungs-Fantasie verschönern könnte, wobei aber selten richtig tief in die Trash-Kiste gegriffen wird. „Ein Haufen verwegener Hunde“ besitzt ein strammes, flott geschriebenes Drehbuch, die Besetzung wartet mit etlichen bekannten Stars auf und die Actionszenen sind sowohl verdammt zahlreich als auch verdammt aufwendig. Besonders deutlich wird dies während der letzten 30 Minuten, als der Haufen zusammen mit französischen Partisanen ein Schloß stürmt. Todesmutige Stunts, Explosionen und ganz viel Geballer – die „Bastards“ mutieren zu einer Art „A-Team“ mit Nazi-Aversion.
Es versteht sich von selbst, dass die Inszenierung der Action gegenüber heute wie eine bessere Diashow wirkt, doch na ja, das ist halt so. Ebenfalls geschluckt werden müssen darstellerische Baumstämme wie Bo Svenson, eine ganze Reihe bekloppter (oder wahlweise lustiger) Logiklöcher und grandiose „Special Effects“, die z.B. einen Märklin-Bahnhof mit einer halb Frankreich erschütternden Mega-Explosion in die Luft jagen. Purzel purzel machen sie, die süssen Plastik-Züge, und gleich danach schneidet man auf entsetzte Gesichter, die dann umgehend wieder auf irgendetwas schiessen.
Markiges Männerkino mit Action und Oneliner - so muss es sein.Die titelgebenden Hunde machen ihrem Namen alle Ehre und kloppen sich mit Gusto durch einen turbulenten Film, der alle Jünger italienischer Exploitation-Kunst in helle Entzückung versetzt. Für alle anderen bleiben immerhin zünftiges Nonstop-Geballer und schreiende Nazis, was manchmal, aber nur manchmal ja auch reichen darf. „Ein Haufen verwegener Hunde“ ist ein „guilty pleasure“, das selbst ohne die Tarantino-Connection eine Entdeckung wert ist.
Regie: Quentin TarantinoGenre:KriegsfilmFilmstart: Darsteller:Til Schweiger, Mike Myers, Eli Roth, Daniel Brühl, Christoph Waltz, Diane Kruger, Brad Pitt
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..geh heulen!
@ all
Viel Spaß beim neuen Tarantino Film...
Gruß, Moritz.
Jetzt schon 3mal, inerhalb von 2Tagen das darüber Berichtet wird.