Die Frage muss einfach gestellt werden: Darf man einen filmgewordenen Mythos des schnöden Mammons wegen reaktivieren und dabei das Risiko eingehen, Millionen von eingefleischten Fans vor den Kopf zu stoßen? Nein, darf man sicherlich nicht. Eine liebevolle Hommage hingegen, ein ehrfurchtsvolles Verneigen vor dem eigenen Original und das nur zweitrangig mit purem Profit begründet – das ist durchaus erlaubt.
Mehr als zehn Jahre hängt das Projekt „Indiana Jones 4“ nun schon in der Schwebe, und doch haben Produzent George Lucas und Regiegenie Steven Spielberg von Anfang an erklärt, man wolle einen Film für die Fans drehen (den Fakt, dass ein neuer Indy an den Kassen natürlich ein Selbstläufer ist, verbannen wir in gutgläubiger Naivität einfach mal in den Hinterkopf). Ein Ansatz, der ihnen zu großen Teilen mehr als geglückt ist.
19 Jahre sind vergangen, seit Indiana Jones und sein alter Herr den heiligen Gral vor den Nazis gerettet haben. Der Zweite Weltkrieg ist mittlerweile Geschichte, nun greifen die Russen nach der Weltherrschaft. Mit Hilfe eines mysteriösen Kristallschädels versucht die skrupellose Sowjet-Agentin Irina Spalko eine längst versunkene Mayastadt zu finden. Dort, so heißt es, warten unermessliche Reichtümer und ein uraltes Geheimnis darauf entdeckt zu werden. Nur Prof. Jones und der junge Draufgänger Mutt können die rote Bedrohung jetzt noch aufhalten.
Hoher Besuch in der Area 51: Hier ruht nicht nur die Bundeslade...So sieht Nostalgie aus: Allein die herrlich auf altmodisch getrimmte Optik lässt jeden Indy-Anhänger vor Freude mit der Zunge schnalzen. Spielberg arbeitet absichtlich mit grobkörnigen Bildfiltern, lässt sogar viele Spezialeffekt-Einstellungen bewusst „billig“ aussehen, um den Geist des 80er Jahre Abenteuerkinos so originalgetreu wie nur irgend möglich herauf zu beschwören. Wie im „Tempel des Todes“ wirkt der Bluescreen im Hintergrund beinahe zum Greifen nahe.
Auch wenn das aus heutiger Sicht nicht einer unfreiwilligen Komik entbehrt, fügt sich „Königreich des Kristallschädels“ auf die Weise perfekt in die Reihe ein. Wo John McClane im auf Hochglanz polierten „Stirb Langsam 4.0“ irgendwie fremd und fehl am Platz wirkte, vermeidet Spielberg einen optischen Bruch und baut so die von Fans sehnlich herbeigesehnte Brücke in das Leinwandzeitalter von einst.
Nazis sind out, jetzt schlägt sich Indy mit den Russen herum.Überhaupt sprüht die vierte Schatzsuche nur so vor witzigen Querverweisen und augenzwinkernden Reminiszenzen an die Vorgänger. Von den trashigen Anfangscredits bis zu ganzen Einstellungen, die man stilecht schon in „Jäger des verlorenen Schatzes“ gesehen hat, frönt das Ur-Filmteam dem legendären Vorbild und suhlt sich süffisant-verspielt im eigenen Ideenfundus.
Regie: Steven SpielbergGenre:ActionFilmstart: Spieldauer: 124 minDarsteller:Alan Dale, Andrew Divoff, Audi Resendez, Brian Knutson, Carlos Linares, Cate Blanchett, Chet Hanks, Christopher Todd, Dean Grimes, Dennis Nusbaum, Dimitri Diatchenko, Emmanuel Todorov, Ernie Reyes Jr., Gustavo Hernandez, Harrison Ford, Helena Barrett, Igor Jijikine, Ilia Volokh, Jim Broadbent, Joel Stoffer, John Hurt, Jon Valera, Karen Allen, Kevin Collins, Maria Luisa Minelli, Neil Flynn, Nicole Luther, Nito Larioza, Pavel Lychnikoff, Ray Winstone, Robert Baker, Sasha Spielberg, Shia LaBeouf, Sophia Stewart, T. Ryan Mooney, V.J. Foster, Venya Manzyuk ... mehr
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Alles wurde in diesem Artikel beschrieben, was ich gut oder weniger gut fand.
Was mich aber sehr gestört hat und absolut in jedem Moment vorhersehbar war:
Die Story.
Egal ob am Anfang (sobald eben der Schädel aufgedeckt wurde) oder zum Ende, wo es um die Macht des Wissens ging.
Denn irgendwo war das alles schon einmal da.
Ich hätte mir daher eher einen richtigen Mayaschatz gewünscht oder was auch immer.
Sowas wie den Sonnengott, der wieder auferstehen soll, eben etwas wirklich mystisches.
Ausserdem finde ich nur wenige der Dialoge wirklich witzig, die meisten haben den Charme von Dieter Bohlens rechter Socke.
Bezüglich der "witzigen" Anspielungen: Was soll daran lustig sein, wenn kurz eine - wohlgemerkt auf Hochglanz polierte - Bundeslade zu sehen ist?
Die technischen Effekte, die ganz "betont" auf alt gemacht wurden sind grausam, sie sehen nicht wirklich alt aus sondern eher als hätte man da was mit Playmobil gebastelt.
Abschliessend kann ich sagen, dass ich sehr enttäuscht war. Jeder andere Indiana-Jones-Film spielt einfach viele Ligen höher.
lg, Ralph
Von mir gibts ne 3+ - 2-
So dachte ich jedenfalls beim Anklicken des Links und wurde überrascht. Gute Kritik, David *Thumbs up*
@Indy4: Nun werdsch den Film schauen allein, um dieses scheinbar sagenhaft bescheuerte Ende zu sehen (denn da sind sich bisher wirklich alle einig).
Das mit Indi IV Geld zu verdienen ist und sicher auch ein Punkt für Georg Lukas und Co war, ist für mich absolut ok.
Ich denke aber auch:
10 Drehbücher haben Ford und Lukas durchgekaut, abgelehnt und geändert.
10 Jahre hat man hin und her überlegt.
X Jahre hat es gedauert alle von dem Projekt zu überzeugen.
Da kann nicht nur der schnöde Mammom im Vordergrund gestanden haben.
Oder meint ernsthaft jemand Ford, Lukas und Spielberg müssten irgendwo auch nur noch einen Cent verdienen müssen. In diesem Fall nehme ich es den Machern ab, dass Spaß and der Arbeit, Spaß an der Fanarbeit und Spaß am zusammen sein im Vordergrund gestanden haben.
Und laut Intervwie mit Ford, konnte Connery nicht überezugt werden, da der lieber Golf spielt, statt weiter Filme zu drehen. Eine Einstellung die man verstehen kann (bei all den Filmen), eine Einstellung die man aber auch Ford und Co. zugute schreiben muss, dass sie den Film dennoch gemacht haben.
20 Jahre nach Teil 3 bin ich auch 20 Jahre älter und da darf man bei keinem Remake vergessen, dass die Begeisterungfähigkeit eines 16 Jährigen längst vorbei ist.
Man sollte in solchen Fällen zumindest versuchen mit der gleichen Naivität an die Filme zu gehen, wie vor 20 Jahren.
Da hätte kein Mensch fehlende Gaspedale in Autos gestört. Und so versuche ich es auch heute noch zu halten.
Nur so kann man Remakes eine Chance geben und nur so kann man verstehen, warum Filme bei der heutigen Jugend ankommen, die ich nichtmal umsonst sehen würde.
Gruss von einem echten Indy Fan
Alles in allem ein echter Indy mit extrastaunlichem Plot und vielen Verknüpfungen zu der alten Trilogy.