Nach und nach kommen alle großen Klassiker auch in High Definition. Seit ein paar Wochen ist nun „Indiana Jones: The Complete Adventures“ auf dem Markt. Wer noch nicht zugegriffen hat, der kann das Schmuckstück schon mal auf den Wunschzettel für Weihnachten schreiben.

Über die Filme selbst muss man im Grunde nicht mehr viele Worte verlieren. „Jäger des verlorenen Schatzes“ ist ein perfekter Abenteuer-Film. Mehr noch: ein perfekter Film. Das Triumvirat Spielberg-Lucas-Ford lieferte mit diesem Film die Blaupause für zahlreiche Epigonen ab, aber der Klassiker bleibt unerreicht. Lediglich die eigenen Sequels reichen an ihn heran, übertrumpfen ihn aber auch nicht.

Indiana Jones: The Complete Adventures Blu-ray - Das Abenteuer hat noch immer einen Namen: Indiana Jones!

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Diese Filme altern nie, oder anders gesagt: "Das sind nicht die Jahre, Schätzchen, das ist Materialverschleiß."
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„Indiana Jones und der Tempel des Todes“ ist ein deutlich düsterer Film, der das Prinzip der filmischen Achterbahnfahrt buchstäblich umsetzt – in Form der grandiosen Actionsequenz auf Schienen in der Mine. Wurde im ersten Teil die Bundeslade gesucht, war man in „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ hinter dem Heiligen Gral her. Wäre nicht Sean Connery als Indys Vater Henry eingebaut worden, wäre der Film kaum mehr als ein aufgepepptes Remake des Originals.

Etwas schlechter schneidet der viele Jahre später nachgeschobene „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ab, der Fans der alten Schule nicht mehr so recht zu begeistern wusste.

Neue, alte Stimmen

Die deutsche Originaltonspur ist auf der Blu-ray enthalten. Es war jedoch nicht möglich, sie auf DD 5.1 aufzumöbeln. Da der deutsche Verleih aber einen solchen wollte, hat man „Jäger des verlorenen Schatzes“ neu synchronisieren lassen. Soweit dies möglich ist, hat man die gleichen Sprecher angeheuert, aber der eine oder andere lebt natürlich nicht mehr. Wolfgang Pampel spricht zwar nach wie vor Harrison Ford, allerdings hört man ihm schon an, dass er deutlich älter geworden ist. Auf dem jungen Indiana Jones passt er nicht mehr so richtig.

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Wer den Film mit der originalen Synchronisation kennengelernt hat, der sollte auch bei dieser bleiben. So schön DD-5.1-Ton auch sein kann, „Jäger des verlorenen Schatzes“ braucht ihn nicht, um dennoch ganz und gar in seinen Bann ziehen zu können.

Bild und Ton

„Jäger des verlorenen Schatzes“ sieht prächtig aus. Sehr schön ist auch, dass das leichte, natürliche Filmkorn nicht rausgefiltert wurde (was zu enormen Unschärfen geführt hätte). So präsentiert sich der Film einer hervorragenden Bildqualität, hat knackige, lebendige und differenzierte Farben zu bieten und weist eine feine Detailschärfe auf.

Visuell brillante, akustisch gute Präsentation der großen Abenteuer von Indiana Jones.Fazit lesen

Auch die nachfolgenden Filme sind derart gut, wobei zu beobachten ist, dass die Qualität geringfügig steigt, je jünger die Filme werden. Dementsprechend sieht natürlich der vierte Film am besten aus.

Der DD 5.1-Ton ist schön anzuhören, wirklich großartig ist das akustische Erlebnis jedoch mit der englischen DTS-HD-Tonspur. Das Klangbild ist hier weitgefächert, bombastisch und filigraner, als es die deutschen Pendants überhaupt sein können.

Auf der Jagd nach dem Bonus

Was das Bonusmaterial betrifft, so ist manches schon von der alten DVD-Box her bekannt. Wie üblich gibt es keine Audiokommentare von Steven Spielberg, das videobasierte Bonusmaterial macht das jedoch mehr als wett. Auf den einzelnen Filmdisks sind jeweils die Trailer und Teaser enthalten.

Der Großteil des Bonusmaterials ist jedoch auf der fünften Blu-ray zu finden. Es gibt ausführliche Making-ofs zu allen vier Filmen mit insgesamt mehr als 2,5 Stunden Laufzeit. Darüber hinaus ist auch noch ein Making-of aus den frühen 80er Jahren enthalten, das Impressionen von den Dreharbeiten bietet. Die neueren Dokumentationen haben da deutlich stärkeren retrospektiven Charakter mit vielen Interviews.

Weiterführende Links

Außerdem gibt es zwölf Featurettes, die mit knapp 2,5 Stunden Laufzeit auf manche Teilbereiche der Produktion vertieft eingehen, so z.B. die Stunts, der Sound, die Musik oder die Spezialeffekte. Besonders schön sind Auszüge eines Gesprächs mit Karen Allen, Kate Capshaw und Allison Doody, das 2003 vom American Film Institute ausgerichtet wurde. Einzig schade ist, dass nicht das komplette Gespräch vorhanden ist.

Etwas kurios mutet jedoch an, dass nicht alle Extras vorhanden sind, die es gibt. „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ist der einzige Film der Reihe, der auch schon einzeln auf Blu-ray zu haben war.

Dabei handelt es sich um ein Zwei-Disk-Set, das einiges mehr an Bonusmaterial enthält und Teilbereiche der Produktion des vierten Films deutlich intensiver abhandelt, als es bei den Extras in dieser Box der Fall ist. Wer also den vierten Teil schätzt – und die Blu-ray schon besitzt – sollte vielleicht darüber nachdenken, sie nicht abzustoßen, sondern wegen des Bonusmaterials zu behalten.