Es gibt Dinge, die wollten wir schon immer wissen; seit sie ihre Existenz mit einer Frage oder einem Geheimnis in unseren Verstand geschoben haben. Es gibt allerdings auch Dinge, die sollten vielleicht offen bleiben, um das Mysterium, das Mystische an ihnen zu bewahren: Zu was auch immer das Ende von Inception gehört, als Leonardo “Cobb” DiCaprio den Kreisel dreht und dieser ganz leicht zu zittern beginnt, ehe ein Schwarzbild die Credits ankündigt – das entscheidet ihr. Und zwar, indem ihr entweder diesen Artikel verlasst und die Geschichte endet; ihr wacht morgen in eurem Bett auf und glaubt an das, was ihr glauben wollt. Oder ihr lasst eure Augen nach unten schweifen und bleibt im Wunderland, und ich zeige euch, was Traum und was Realität ist (ja, das ist ein abgewandeltes Matrix-Zitat und ich schäme mich nicht).

Achtet ganz genau auf die Personen in der Szene:

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Ich sehe, ihr habt euch entschieden, zu bleiben. Dann lasst mich euch diese letzte Szene von Inception noch einmal in Erinnerung rufen: Nachdem das Finale im Limbus seinen Lauf genommen hat, Cobb an eine Küste im Traum gespült wird und Saito zuruft, er solle ihm folgen, greift dieser eine Waffe und –

Was meint ihr: Traum oder Realität?

… Cobb erwacht im Flugzeug, gemeinsam mit Saito, Arthur und Ariadne. Sie landen und er fährt nach Hause, wo er auf seine Kinder und seinen Dad trifft, gespielt von Michael Caine. Um ganz sicherzugehen, dass er auch wirklich nicht mehr träumt, dreht Cobb den Kreisel, doch niemand von uns hat je das Ergebnis gesehen – ob sich der Kreisel ewig weiterdreht (wie in einem Traum) oder doch irgendwann zu Boden fällt.

Michael Caine indessen hat schon während der Dreharbeiten nicht ganz verstanden, welche Szenen eigentlich in der Wirklichkeit spielen und welche nicht. Wie der Schauspieler nun in London während einer Inception-Vorstellung dem Publikum erklärte, hat er genau diese Frage auch Christopher Nolan persönlich gestellt:

Als ich das Drehbuch bekommen habe, war ich ein wenig verwirrt, und ich sagte zu ihm: ‘Ich verstehe nicht, wann der Traum beginnt.’, ich sagt, ‘Wann ist es Traum und wann ist es Realität?’ Er sagte, ‘Naja, wenn du in der Szene bist, ist es Realität.’ Versteht ihr -- wenn ich drin bin, ist es Realität. Wenn ich nicht drin bin, ist es ein Traum.

Okay.

Heißt das, alle Szenen ohne Michael Caine sind Träume? Oder sollten wir die Worte des Großmeister-Regisseurs doch nicht ganz so wörtlich nehmen? Fakt ist aber, dass ja, Michael Caine ist direkt am Ende, wenige Sekunden bevor Cobb den Kreisel dreht, im Raum und damit auch in der Szene. Das Ende muss also real gewesen sein, gehen wir nach diesen finalen Antwort.

Oder … oder Christopher Nolan hat seine Worte keineswegs so einfach und pragmatisch gemeint, sondern eher metaphorisch. Bist du selbst in der Szene, bist du selbst anwesend, ist es für dich sicherlich real. Was ist schon der Unterschied? Die Frage ist doch, warum sollte Cobb nicht in der Lage sein, von seinem Vater zu träumen? Und bedachte Nolan überhaupt das Ende, als er Caine antwortete?

Wer weiß. Was wir natürlich wissen ist, dass der Kreisel am Ende definitiv zu schwanken beginnt und demnach alles real gewesen sein muss. Weshalb haben wir uns überhaupt jahrelang darüber den Kopf zerbrochen, wir wussten es ja eigentlich schon im Kino! Oder nicht?