In meinem Himmel – Filmkritik

Von wegen Himmel: Peter Jacksons Neuer ist die reine Hölle

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von Rajko Burchardt, 17. Februar 2010 17:00 Uhr

Nirgends ist es so schön wie – im Himmel. Dort segeln gigantische Flaschenschiffe über meterhohe Wellen, verwandeln sich malerische Kornfelder in wallende Seen und lässt es sich auf munter umher fliegenden Luftbällen nach Lust und Laune gut gehen. Bei all dem Spaß, den die 14jährige Susie in diesem Film zwischen Himmel und Erde via Vorstellungskraft generiert, bleibt die Frage zweitrangig, warum Regisseur Peter Jackson uns den Tod als Paradies erklären oder überhaupt zwei Stunden mit klebrigen Digitalwelten unterhalten möchte. Denn: Was auch immer er sich beim Schreiben und Drehen eingeworfen haben sollte – „In meinem Himmel“ ist das rare Beispiel eines Films, bei dem ganz und gar nichts stimmt.

Die lieblichen Knochen

Der brutale Tod eines Mädchens als warmherzige CGI-Fabel: Peter Jacksons neuer Film ist so himmlisch wie ein Höllenritt mit dem Teufel.FazitAn welchem Punkt nun hat es der selbsternannte Erzähler Jackson eigentlich verlernt, seine ganze Energie nicht nur ans große teure Spektakel zu verschwenden, sondern auch starke Charaktere in kraftvollen Geschichten zum Leben zu erwecken? Sollte dem neuseeländischen Regisseur tatsächlich durch seine einrucksvoll auf die große Leinwand adaptierte „Herr der Ringe“-Trilogie der Blick fürs Wesentliche verloren gegangen sein? Oder ist „In meinem Himmel“ schlicht nur zufällig als böser Ausrutscher und vorläufiger Tiefpunkt in Jacksons Karriere zu begreifen?

Screenshot zu: Von wegen Himmel: Peter Jacksons Neuer ist die reine HölleIm Totenreich sieht Susie gar wundervolle Computereffekte - liebreizend.

Es ist, ganz zunächst einmal, ein Film über ein ermordetes Mädchen. Das wandelt kurz vor ihrer Erlösung schon nach wenigen Filmminuten leidvoll durch ein farbenprächtiges Zwischenreich, von dem aus es verzweifelt Kontakt zu ihren (leider) noch lebendigen Liebsten aufzunehmen versucht. Obwohl das freilich nie gelingen mag, lässt Jackson die verschiedene Susie dennoch die gesamte Handlung per Voice-over moderieren: Mal sehen wir sie gackernd mit anderen toten Mädchen herumalbern, mal wehleidig in ständigen Close-Ups grundlos erstarren. In jedem Fall trägt ihre großzügige Screentime zum eigentlichen Plot schon einmal sage und schreibe nichts bei.

Dieser dümpelt nicht in träumerischen LSD-Gefilden vor sich hin, sondern ist bemüht darum, das elterliche Drama des Kindverlusts in einem 70er-Jahre-Setup mit einer kriminalistischen Thriller-Dramaturgie zu vereinbaren. Die Handlung von „In meinem Himmel“ also lässt sich wie folgt zusammenfassen: Ein um die verschwundene Tochter trauerndes Ehepaar (Mark Wahlberg & Rachel Weisz) versucht den zwei Türen weiter wohnenden Kindermörder (Stanley Tucci) ausfindig zu machen, während das tote Mädchen (Saoirse Ronan) im Jenseits – mal lachend, mal weinend – einen Vollrausch nach dem anderen durchlebt.

Kommentare 35
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Lea08.04.2010 00:45
ich finde, dass wenn man nicht einmal die buchvorlage gelesen hat, sollte man auch keine derart unobjektive kritik zu dem thema abgeben.
als alter peter-jackson-fan habe ich extra für den film das buch glesen. meiner meinung nach, hat er wiedereinmal eine glanzleistung vollbracht. was den einen nicht gefällt, kommt bei den anderen gut an (nennt man auch meinungsverschiedenheit) und so haben mir die himmel-szenen z.B. sehr gut gefallen. denn mal ehrlich, wie würdet ihr den noch mit der erde verbundenen "vorhimmel" anders darstellen, ohne ihn unnatürlich, unlogisch oder gar normal wirken zu lassen...?
alle schauspieler haben sehr gut gepielt, auch oder gerade stanley tucci. ich habe selten einen besseren "mörder von nebenan" gesehen und bin auch der meinung, dass die oscarjury schon gründlich darüber nachgedacht haben wird.
jedenfalls empfand ich den film als weder langweilig noch lanatmig, sondern eher sehr traurig und berührend.
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Awn06.03.2010 17:09
Man sollte die ganze Gamona-Kino-Abteilung wegen mangelnder Kompetenz schliessen lassen.
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Rajko BurchardtRajko Burchardt28.02.2010 02:54
Ich vermute ja eher, dass damit das Leisten, statt der Leisten gemeint ist.

Aber sei's drum.^^
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JustavJustav24.02.2010 19:15
Rajko Burchardt schrieb:

Schuster, bleib bei deinen Leisten = Schuster, bleib bei deineM Leisten

Nur mal so. :)


Und wenn er mehrere hat? Oder stellt jeder Schuster nur EIN Modell in EINER Größe, und davon auch nur den linken ODER den rechten, her? Fragen die die Welt bewegen ;)
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Rajko BurchardtRajko Burchardt22.02.2010 14:37
"James Tucci" = Stanley Tucci

"Schuster, bleib bei deinen Leisten" = "Schuster, bleib bei deineM Leisten"

Nur mal so. :)
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BadTaste22.02.2010 11:40
Es gibt da ein passendes Sprichwort:

"Schuster, bleib bei deinen Leisten."
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Gast22.02.2010 08:22
@ Rajko

Wie gesagt, daher ist es Jedermanns Recht die zu kritisieren, nur wir ebenfalls gesagt, die werden sich schon was dabei gedacht haben James Tucci zu nominieren, vielleicht weil er die Rolle des netten Psychopathen von nebenan so genial spielen kann...

...egal Disskusion führt zu nix, werd mir den Film mal anschauen und selber urteilen...
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Rajko BurchardtRajko Burchardt21.02.2010 14:24
Dass sie es fast nie über den großen Teich schaffen stimmt.

Ansonsten geht es tatsächlich nicht unbedingt um Erfolg. Einer der meistnominierten Filme des Jahres, THE HURT LOCKER, war kein Erfolg an den Kassen. Es geht tatsächliich lediglich um Oscar-Promotion - die Studios schicken Filme ins Oscar-Rennen, die speziell beworben werden. Das sind letztlich großteils die Filme, die im Auswahl-Pool landen.

Im Prinzip also ist die Oscarjury nicht zwangsläufig kompetent, sie reagiert nur auf eine kleine Menge von Filmen.
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@gast21.02.2010 11:41
oscarjury die was versteht? das einzige, was die wirklich bewerten, sind die zahlen an der kassa. wieviele künstlerisch höchst anspruchsvolle filme bewerten die nicht mal?
...und jene gibt es sogar in den usa, sie schaffen es meist nur nicht mal über den großen teich=/
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ClariosClarios20.02.2010 02:23
Leugnet es nicht, ich hab euch durchschaut. Sicherlich alles von der Generation "P", Schnitt für den Trailer in good old Germany zuständig und unterbezahlt, wahrscheinlich noch auf Provision bezahlt, deshalb hier die Werbetrommel drehen. Jaja, von wegen.
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Gast19.02.2010 22:35
Nachtrag:

Versteht mich bitte nicht falsch, die Kritik ansich ist OK und wie man an mehreren Kommentaren merkt scheinbar gerechtfertigt. Mir sind halt diese 2 Punkte etwas aufgestoßen, da man eigentlich nicht auf Vermutungen schreibt, entweder man weiss es oder man weiss es nicht, alles andere ist subjektiv, sorry ...

Und zum anderen, die Oscar Jury darf man wohl die höchste Filmjury der Welt nennen, die wissen eigentlich wo von sie reden (zumindest was Künstlerischen Anspruch betrifft) Aber es ist, wie gesagt, jedermanns Recht das anzuzweifeln und das ist auch ok.

P.S. Ich bin nicht von den Studios :D
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Gast19.02.2010 17:02
Rofl... ich aussem Studio, na klar...
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wazupwazup19.02.2010 16:39
megalomanischer Kitsch XD
Klasse^^

Allein vom Titel her würde ich mir den Film nicht ansehen...
Außerdem war meine Schwester samt Freunden drin und die sind alle eingepennt XD
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Kraal19.02.2010 14:33
Was genau soll das lesen des Buches bringen? Hat man dann das noetige Grundwissen um den Film zu verstehen? Wenn ein Film ein Buch benoetigt, damit man diesen Film bewerten kann, dann hat der Regisseur/Drehbuchautor was falsch gemacht!

@Viator: Wenn Du sagst das der Film eher Frauen ansprechen soll und die Thematik darum geht das eine Person einem Sexualverbrechen mit Todesfolge erliegt und der Tod dabei zur Wonne hochstilisiert wird, muss man dann Angst um die Frauen bekommen?
Die Filmkritik kommt hier so rueber als wenn die Aussage des Films lautet: 'Bist Du schon Tod oder trauerst Du immer noch im Leben?'
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Drumm219.02.2010 12:46
@Clarios
Uiii, ein Verschwörungstheoretiker. Ich glaub die Kritiken auf dieser Page sind nich so wichtig in der Weltpresse, dass auch nur einer aus nem Studio hier was posten würde. ^^
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LOL19.02.2010 10:34
Na sicher, weil die ja nix anderes zu tun haben.
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ClariosClarios19.02.2010 00:39
Ihr solltet wirklich mal diese "Gast" Kommentar Funktion abschaffen. Glaub hier laufen mehr Leute von den Studios rum wie man es glauben mag. Ist ja schrecklich.
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HarlequinHarlequin18.02.2010 23:08
hm hab viel vom film erwartet ehrlich gesagt...schade
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Drumm18.02.2010 19:20
Naja, ich will an dieser Stelle mal die Kritik so hinnehmen und den Film nicht im Kino ansehen.
Aber generell ist mein Eindruck der Gamona Recherche/Berichterstattung nicht der Beste. Da es meistens doch in sinnfreien Artikeln über die "Haare von Bruce Willis" oder die dämlichen real soaps im TV endet.
Dem Artikel hätte ebenso etwas mehr Wissen über das Buch gut zu Gesicht gestanden und weniger unqualifizierte Annahmen oder dümmliche Witzchen.
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WOW? in Ruhe lassen?18.02.2010 17:47
Sehe keinen Zusammenhang zwischen dem was Du schreibst und dem Film und den Kritiken hier.. Geh ma gute Laune tanken.
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nich nich David Hain18.02.2010 15:56
"Ich bin nach Ende des Films aus dem Kino gegangen - und das heißt eine Menge...

und nu?"

und nu? Kannst du wieder WOW spielen gehen und die Leute hier in Ruhe lassen! Danke!
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nich David Hain18.02.2010 15:31
Ich bin nach Ende des Films aus dem Kino gegangen - und das heißt eine Menge...

und nu?
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Rajko BurchardtRajko Burchardt18.02.2010 13:49
Nun ja, ich habe die im Gegensatz zur Adaption hochgelobte Vorlage nicht gelesen und stelle eben nur eine Vermutung an, statt so zu tun, als würde ich diese kennen. :)
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Gast18.02.2010 13:40
Naja ob die Kritik so gerechtfertigt ist wenn man sich folgende Zitate anguckt:

"So ist der von Stanley Tucci (kurioserweise oscarnominiert) bemüht gespielte Kindermörder nicht weniger als die groteske Kinoreinkarnation "

- kurioserweise Oscar nominiert....hmmm....da sitzen etliche Schauspieler mit viel Erfahrung, Wissen etc. Ich denke die sind nicht ganz dumm... aber OK die wichtigste Filmjury der Welt anzuzweifeln is ja auch jedermanns recht..

"Was in der Vorlage vermutlich als stilles meditatives Drama über die beklemmende Verarbeitung eines Todes oder den schmerzhaften"

- "vermutlich" OK, du vermutest das die Vorlage besser ist obwohl du sie "vermutlich" nicht gelesen hast....Jaaa... genau so schreibt man Kritiken, ich vermute es zumindest :D

Den Rest kann sich jeder selber denken oder vermuten :D
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David HainDavid Hain18.02.2010 10:05
Ich bin vor Ende des Films aus dem Kino gegangen - und das heißt eine Menge...
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In meinem Himmel
In meinem Himmel FilmplakatRegie: Peter JacksonGenre:DramaFilmstart: Darsteller:Stanley Tucci, Susan Sarandon, Rachel Weisz, Mark Wahlberg
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