Nirgends ist es so schön wie – im Himmel. Dort segeln gigantische Flaschenschiffe über meterhohe Wellen, verwandeln sich malerische Kornfelder in wallende Seen und lässt es sich auf munter umher fliegenden Luftbällen nach Lust und Laune gut gehen. Bei all dem Spaß, den die 14jährige Susie in diesem Film zwischen Himmel und Erde via Vorstellungskraft generiert, bleibt die Frage zweitrangig, warum Regisseur Peter Jackson uns den Tod als Paradies erklären oder überhaupt zwei Stunden mit klebrigen Digitalwelten unterhalten möchte. Denn: Was auch immer er sich beim Schreiben und Drehen eingeworfen haben sollte – „In meinem Himmel“ ist das rare Beispiel eines Films, bei dem ganz und gar nichts stimmt.
An welchem Punkt nun hat es der selbsternannte Erzähler Jackson eigentlich verlernt, seine ganze Energie nicht nur ans große teure Spektakel zu verschwenden, sondern auch starke Charaktere in kraftvollen Geschichten zum Leben zu erwecken? Sollte dem neuseeländischen Regisseur tatsächlich durch seine einrucksvoll auf die große Leinwand adaptierte „Herr der Ringe“-Trilogie der Blick fürs Wesentliche verloren gegangen sein? Oder ist „In meinem Himmel“ schlicht nur zufällig als böser Ausrutscher und vorläufiger Tiefpunkt in Jacksons Karriere zu begreifen?
Im Totenreich sieht Susie gar wundervolle Computereffekte - liebreizend.Es ist, ganz zunächst einmal, ein Film über ein ermordetes Mädchen. Das wandelt kurz vor ihrer Erlösung schon nach wenigen Filmminuten leidvoll durch ein farbenprächtiges Zwischenreich, von dem aus es verzweifelt Kontakt zu ihren (leider) noch lebendigen Liebsten aufzunehmen versucht. Obwohl das freilich nie gelingen mag, lässt Jackson die verschiedene Susie dennoch die gesamte Handlung per Voice-over moderieren: Mal sehen wir sie gackernd mit anderen toten Mädchen herumalbern, mal wehleidig in ständigen Close-Ups grundlos erstarren. In jedem Fall trägt ihre großzügige Screentime zum eigentlichen Plot schon einmal sage und schreibe nichts bei.
Dieser dümpelt nicht in träumerischen LSD-Gefilden vor sich hin, sondern ist bemüht darum, das elterliche Drama des Kindverlusts in einem 70er-Jahre-Setup mit einer kriminalistischen Thriller-Dramaturgie zu vereinbaren. Die Handlung von „In meinem Himmel“ also lässt sich wie folgt zusammenfassen: Ein um die verschwundene Tochter trauerndes Ehepaar (Mark Wahlberg & Rachel Weisz) versucht den zwei Türen weiter wohnenden Kindermörder (Stanley Tucci) ausfindig zu machen, während das tote Mädchen (Saoirse Ronan) im Jenseits – mal lachend, mal weinend – einen Vollrausch nach dem anderen durchlebt.
Regie: Peter JacksonGenre:DramaFilmstart: Darsteller:Stanley Tucci, Susan Sarandon, Rachel Weisz, Mark Wahlberg
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als alter peter-jackson-fan habe ich extra für den film das buch glesen. meiner meinung nach, hat er wiedereinmal eine glanzleistung vollbracht. was den einen nicht gefällt, kommt bei den anderen gut an (nennt man auch meinungsverschiedenheit) und so haben mir die himmel-szenen z.B. sehr gut gefallen. denn mal ehrlich, wie würdet ihr den noch mit der erde verbundenen "vorhimmel" anders darstellen, ohne ihn unnatürlich, unlogisch oder gar normal wirken zu lassen...?
alle schauspieler haben sehr gut gepielt, auch oder gerade stanley tucci. ich habe selten einen besseren "mörder von nebenan" gesehen und bin auch der meinung, dass die oscarjury schon gründlich darüber nachgedacht haben wird.
jedenfalls empfand ich den film als weder langweilig noch lanatmig, sondern eher sehr traurig und berührend.
Aber sei's drum.^^
Schuster, bleib bei deinen Leisten = Schuster, bleib bei deineM Leisten
Nur mal so. :)
Und wenn er mehrere hat? Oder stellt jeder Schuster nur EIN Modell in EINER Größe, und davon auch nur den linken ODER den rechten, her? Fragen die die Welt bewegen ;)
"Schuster, bleib bei deinen Leisten" = "Schuster, bleib bei deineM Leisten"
Nur mal so. :)
"Schuster, bleib bei deinen Leisten."
Wie gesagt, daher ist es Jedermanns Recht die zu kritisieren, nur wir ebenfalls gesagt, die werden sich schon was dabei gedacht haben James Tucci zu nominieren, vielleicht weil er die Rolle des netten Psychopathen von nebenan so genial spielen kann...
...egal Disskusion führt zu nix, werd mir den Film mal anschauen und selber urteilen...
Ansonsten geht es tatsächlich nicht unbedingt um Erfolg. Einer der meistnominierten Filme des Jahres, THE HURT LOCKER, war kein Erfolg an den Kassen. Es geht tatsächliich lediglich um Oscar-Promotion - die Studios schicken Filme ins Oscar-Rennen, die speziell beworben werden. Das sind letztlich großteils die Filme, die im Auswahl-Pool landen.
Im Prinzip also ist die Oscarjury nicht zwangsläufig kompetent, sie reagiert nur auf eine kleine Menge von Filmen.
...und jene gibt es sogar in den usa, sie schaffen es meist nur nicht mal über den großen teich=/
Versteht mich bitte nicht falsch, die Kritik ansich ist OK und wie man an mehreren Kommentaren merkt scheinbar gerechtfertigt. Mir sind halt diese 2 Punkte etwas aufgestoßen, da man eigentlich nicht auf Vermutungen schreibt, entweder man weiss es oder man weiss es nicht, alles andere ist subjektiv, sorry ...
Und zum anderen, die Oscar Jury darf man wohl die höchste Filmjury der Welt nennen, die wissen eigentlich wo von sie reden (zumindest was Künstlerischen Anspruch betrifft) Aber es ist, wie gesagt, jedermanns Recht das anzuzweifeln und das ist auch ok.
P.S. Ich bin nicht von den Studios :D
Klasse^^
Allein vom Titel her würde ich mir den Film nicht ansehen...
Außerdem war meine Schwester samt Freunden drin und die sind alle eingepennt XD
@Viator: Wenn Du sagst das der Film eher Frauen ansprechen soll und die Thematik darum geht das eine Person einem Sexualverbrechen mit Todesfolge erliegt und der Tod dabei zur Wonne hochstilisiert wird, muss man dann Angst um die Frauen bekommen?
Die Filmkritik kommt hier so rueber als wenn die Aussage des Films lautet: 'Bist Du schon Tod oder trauerst Du immer noch im Leben?'
Uiii, ein Verschwörungstheoretiker. Ich glaub die Kritiken auf dieser Page sind nich so wichtig in der Weltpresse, dass auch nur einer aus nem Studio hier was posten würde. ^^
Aber generell ist mein Eindruck der Gamona Recherche/Berichterstattung nicht der Beste. Da es meistens doch in sinnfreien Artikeln über die "Haare von Bruce Willis" oder die dämlichen real soaps im TV endet.
Dem Artikel hätte ebenso etwas mehr Wissen über das Buch gut zu Gesicht gestanden und weniger unqualifizierte Annahmen oder dümmliche Witzchen.
und nu?"
und nu? Kannst du wieder WOW spielen gehen und die Leute hier in Ruhe lassen! Danke!
und nu?
"So ist der von Stanley Tucci (kurioserweise oscarnominiert) bemüht gespielte Kindermörder nicht weniger als die groteske Kinoreinkarnation "
- kurioserweise Oscar nominiert....hmmm....da sitzen etliche Schauspieler mit viel Erfahrung, Wissen etc. Ich denke die sind nicht ganz dumm... aber OK die wichtigste Filmjury der Welt anzuzweifeln is ja auch jedermanns recht..
"Was in der Vorlage vermutlich als stilles meditatives Drama über die beklemmende Verarbeitung eines Todes oder den schmerzhaften"
- "vermutlich" OK, du vermutest das die Vorlage besser ist obwohl du sie "vermutlich" nicht gelesen hast....Jaaa... genau so schreibt man Kritiken, ich vermute es zumindest :D
Den Rest kann sich jeder selber denken oder vermuten :D
Sie fand den Trailer sehr ansprechend, nur kann man diesen Film vllt in kein Genre einordnen. Auf der einen Seite Thriller, auf der anderen Seite religiöse Nachtoterfahrung.
Ich denke viele sind auch einfach mit falschen Vorstellungen in den Film gegangen. Sie haben etwas wie HdR erwartet und eine Schnulze bekommen.
Und natürlich ist Freespeech subjektiv. Der Kritiker aber auch. Es ist ein Film der wohl hauptsächlich Frauen ansprechen soll. Genau wie das Buch. Dumm nur, dass die meisten Kritiker Männer sind und sicher nicht alle Frauen auf Kitsch stehen.
Aber es mögen auch nicht alle HdR. Wer hat denn jetzt Recht? Die die HdR mögen oder die, die ihn nicht mögen?
Seht den Film als Einzelfilm und nicht als HdR Nachfolger, vllt gefällt er euch dann besser.
Naja, du bist nicht nur Atheist, sondern offenbar auch jemand, der den Film sehr mag. Das Problem daran ist, dass du keine Argumente lieferst, warum der Film denn nun gut sein soll. Alles, was Herr Burchardt als Schwächen benennt (und begründet, warum sie welche sind), erklärst du schlichtweg zu Stärken. Wenn das nicht subjektiv ist, was dann?
Wirklich, guck es dir an, die Kritik sagt, der Film ist dick aufgetragen (und nach den Beispielen wäre ich bereits, das zu glauben), du sagst einfach, er ist subtil. Du postulierst, die Bilder seien wunderschön, die Kritik sagt mir, warum das völlig irrelevant ist, denn hübsche Bilder machen keinen guten Film. Von der "Vorstellung des Jenseitigen und dem irdischen Handlungsstrang" spricht Burchardt auch und begründet, warum sie nicht funktioniert. Und dass Peter Jackson "zum Nachdenken anregen will", so abgegriffen die Floskel auch immer ist, bezweifelt niemand, das ist nämlich fast selbstverständlich. Aber gute Absichten machen den Film auch nicht besser, erst recht, wenn sie nicht funktionieren.
Ich hab den Film nicht gesehen, weiß also nicht, wer von euch beiden näher an meinem Urteil liegen würde. Aber eines ist mal sicher: So wie du den Film bewirbst wird das nichts, da glaube ich der Kritik schon eher. Mal davon abgesehen ist der "subjektive Autor" der Kritik mit seinem Urteil nicht ganz allein, wenn man sich andere Kritiken anguckt.
@Tjo jo
lol, bitte verzeih mir, aber der Kommentar erscheint mir leicht überflüssig :) Mal davon abgesehen gehört es ja zum Job von Kritikern, das eigene Geschmacksurteil zu gunsten objektiver Bewertung zurückzuschrauben. Ob das immer so gelingt ist natürlich wieder eine andere Frage.
Diese oben angesprochene Subtilität fehlt dem Autor dieser Kritik vollkommen und diese ist fast zur Gänze aus der Vorstellung seiner eigenen Subjektivität heraus niedergeschrieben worden.
Wenn man den Film und die Handlung in Kombination mit den wunderschönen Bildern auf sich wirken lässt, wird man erkennen, dass dieser Film eigentlich mehr ist, als diese sehr einseitige Filmkritik. Es ist eine in schönen Bildern erzählte Story von einer Vorstellung des Jenseitigen, gepaart mit einem Irdischen Handlungsstrang. Desweiteren versucht Peter Jackson sicherlich auch zum Nachdenken anzuregen, wie es nach dem Tod sein könnte und dass es mehr gibt, als nur unser physisches Dasein.
Diese Ansicht basiert nicht aus einem religiösen Glaubenshintergrund heraus, denn ich bin Atheist.
was mich aber gerade mehr interessiert:
ist das wirklich peter jackson der die ansage anfangs macht? der war doch mal son süsser knubbel!? xD
Nicht das ich ihn gesehen hätte, aber ich wenn ich mich auf IMDB.com umschaue hat er ein gutes rating von 6.7, wobei die User-Reviews zu einem großen Teil ganz eindeutig eine ähnliche Sprache sprechen, wie die Gamona-Kritik.